Das serbische EXIT-Festival hat seine Einladung an Björk erneuert. China hingegen ist empört über die Sängerin.

Novi Sad (cat) - Nun darf sie doch: Die isländische Sängerin Björk ist auf dem EXIT-Festival in Serbien wieder willkommen. Organisator Bojan Boscovic beteuerte, dass ihr Auftritt auf dem Festival im Juli diesen Jahres nie offiziell abgesagt wurde und die Einladung zur Performance nach wie vor aktuell sei.

Vor zwei Wochen hatte sich Björk auf einem Konzert in Tokio positiv zur neu gewonnenen Unabhängigkeit des Kosovo geäußert. Das hatte eine Kontroverse darüber ausgelöst, ob die Sängerin auf dem Festival noch auftreten könne - angeblich wurde sie kurz nach Bekanntwerden ihrer Kosovo-freundlichen Äußerungen aus dem Programm genommen.

Gegenüber dem britischen NME stellte Boscovic jetzt klar, die Festivalleitung habe das Lineup nie ändern wollen: "Diese Email war kein offizielles EXIT Statement. Es war meine Email, die meine großen Sorgen zum Thema zeigte". Mittlerweile habe er seine Meinung geändert, Björk solle definitiv auf dem EXIT zu sehen sein.

Björk hatte schon häufiger mit politischen Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt verärgerte sie mit "Tibet, Tibet"-Rufen auf einem Konzert in Shanghai die chinesische Regierung.

Laut dem chinesischen Kulturministerium habe Björk mit ihren Ausrufen "das chinesische Recht gebrochen und die Gefühle der chinesischen Bevölkerung verletzt." Deshalb werden die Auflagen für ausländische Künstler bei Auftritten in China zukünftig verschärft werden.

1949 marschierte China in Tibet ein und besetzte und annektierte das Land. Zu diesem Zeitpunkt war Tibet ein nach Völkerrecht souveräner Staat, den China allerdings nie anerkannt hatte. Obwohl nach dem Einmarsch ein Abkommen geschlossen wurde, das Tibet Autonomie und Religionsfreiheit garantierte, hielt sich China nicht daran und unterdrückte das Land.

1959 gipfelte die Situation in der Niederschlagung der tibetischen Widerstandsbewegung durch die chinesische Volksbefreiungsarmee, bei der laut offiziellen chinesischen Zahlen 87.000 Tibeter starben. Mittlerweile kamen rund eine Million Tibeter unter der Militärherrschaft Chinas durch Hinrichtung, Selbstmord, Hunger oder Terror um.

Das Thema wird in China tabuisiert. Menschenrechtler und Politiker kritisieren jedoch seit langem das Verhalten Chinas. Über Björks Ausrufe in Shanghai und die Folgen wird in den chinesischen Medien nicht berichtet.

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Björk

Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe) Björk,  | © Santiago Felipe (Fotograf: Santiago Felipe)

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