@Anonymousich schließe mich dem an, was hier schon gesagt wurde: so eine schule ist schön und gut, bereitet aber in keiner weise auf das richtige leben vor!
was für einen job muss ich denn suchen, um darin später ähnliche umstände vorzufinden? mir fällt spontan keiner ein und mir wird auch nach mehrstündigem nachdenken keiner einfallen.
Dann hast Du das Prinzip, das hinter der Neuen Schule steckt, nicht so richtig verstanden. Die Strukturen, die dort herrschen, findest Du im Grunde genommen auch in der Gesellschaft oder auch in Deinem Arbeitsleben durchaus wieder. Der einzige Unterschied, der mir spontan auffällt, ist, daß Du in der Wahl Deiner Ziele - und mitunter auch in der der Methodik - nicht so frei bist.
[color=orange:7bb1f4a0b2]ich sage lediglich, dass so viel eigenverantwotung bei kindern einfach nicht funktionieren kann. entschuldige, aber du warst selbst mal kind genau wie ich: wenn man dir freigestellt hätte, in die schule zu gehen wenn du es möchtest, wärst du oft hingegangen? ich denke nicht...
darüber hinaus hat kein stöpsel im grundschulalter die kompetenz, seinen lernbedarf selbst zu bestimmen.
Hm. Und warum nicht?
Die kleine Tochter eines Freundes ist uns beiden neulich auf den Nerv gefallen, weil sie von einem mir mitgebrachten Tonbandgerät ganz fasziniert war. Sie hat uns dazu einige Fragen gestellt, ´bei denen man einerseits gemerkt hat, daß sie wirkliches Interesse hatte und andererseits, daß sie sich über die Antworten ihre Gedanken gemacht hat. Offensichtlich hatte sie einen gewissen Lernbedarf und wollte diesen befriedigen ...
[color=orange:7bb1f4a0b2]toll, aber was nutzt mir das interesse und die begabung, wenn so ein kind dann auf der anderen seite lange zeit keine lust verspürt, z.b. das lesen zu lernen? ich gehe auch davon aus, dass es dann irgendwann doch damit anfängt - wohl aber dann doch wohl eher, um sich der gruppe anzupassen. soviel zur individualität.
gegen MITbestimmung ist ja nichts einzuwenden, aber es sollten zumindest bis zu einer gewissen altersgrenze die erwachsenen dahinterstehen.
Mitbestimmung sollte im Idealfall keine Sache der Erwachsenen sein, sondern eine Sache der Kompetenten. Wer im Gremium eine Entscheidung für eine größere Gesellschaft trifft, sollte sich zumindest ansatzweise im Klaren darüber sein, welche Folgen diese Entscheidung für alle Beteiligten hat. Diese grundsätzliche Übersicht kann man auch im Grundschulalter haben. Man hat vielleicht nur noch nicht die Erfahrung oder das Wissen, alle Faktoren zu berücksichtigen, aber ich gehe einfach mal davon aus, daß in den meisten Fällen zunächst über verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert wird, ehe sie zur Entscheidung freigegeben werden. Daß dann vielleicht immer noch nicht alle Konsequenzen berücksichtigt werden ... das schaffen noch nicht mal unsere hochbezahlten Damen und Herren in Regierung und Opposition.
[color=orange:7bb1f4a0b2]genau, das schaffen noch nichtmal politiker. ich hab doch auch nicht gesagt, dass die kinder keine mitbestimmung haben dürfen. aber sie sollten nicht die "macht" erhalten, im schulalltag zu schalten und zu walten wie es ihnen passt. das verkompliziert das ganze nur zusätzlich, und das wirkt sich wiederum nur negativ auf das lernen aus. nicht alle kinder haben die übersicht. das weißt du wohl ebenso gut wie ich. die kids werden das konzept nutzen, um den alltag einfacher zu gestalten, mehr spass zu haben. das kann das arbeitsklima verschönern, sicher. aber wenn in der konferenz dann 30 von 50 kindern einen "kindischen" vorschlag bringen und der durchgesetzt wird, hat das ganze erstmal bis zur nähsten konferenz nichts mehr mit schule zu tun. und das ist zeit, die den kindern am ende nie jemand wiedergibt...
mir hat es während meiner ganzen, bald endenen schullaufbahn nicht geschadet, manchen lehrern ins gesicht zu sagen, wie gering meine hochachtung für sie ist/war. ich bekomme in einem knappen monat mein abitur und werde mich später in der studien- und arbeitswelt nicht anders verhalten.
Und Du sagst, eine Schule wie die Neue Schule Hamburg bereite einen nicht auf richtige Leben vor?

Du glaubst ja gar nicht, wie schnell man heutzutage in der Arbeitswelt unterstellt bekommt, Kollegen zu "mobben". Freie Meinungsäußerung ist ein sehr schöne Sache, keine Frage, aber aus sozialen und auch beruflichen Gründen in der Arbeitswelt nicht immer so problemlos anwendbar wie in der Schule.
Und das schreibe ich, der in den letzten vier Jahren seiner Schulzeit fast jedes Quartal mindestens zwei Stunden beim Direktor oder seiner Stellvertreterin gesessen hat, um über die vorzunehmenden Änderungen in der Schülerzeitung zu diskutieren.
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ja, das sage ich. ich wurde wie gesagt mit gewissen grundvorraussetzungen ausgestattet, und zwar über den normalen, autoritären, brutalen und ach so unkreativen weg. und doch, ich glaube es dir. ganz für dumm darfst du mich nicht halten, bloß weil ich nicht so wie du an dieses seifenblasenkonzept glaube...

Gruß
Skywise[/quote