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Eine klassische Herbstband wie My Dying Bride veröffentlicht ihr Album im Frühling, und obwohl gerade draußen die Sonne vom Himmel lacht, ist die musikgewordenen Tristesse der Briten förmlich greifbar. Woran liegt es, dass Aaron Stainthorpe und Co. diese unvergleichbare Melancholie verströmen? Nun, auf jeden Fall trägt die wiedererstarkte Violine ihren Teil dazu bei.
Bereits im eröffnenden "My Body, A Funeral" entlockt Violinistin Katie Stone ihrem Instrument ein paar todtraurige Töne und sorgt damit für wohliges Erschauern. Genau wie der fragile Gesang von Aaron, der sich im hinteren Teil des Songs stimmlich auch von einer der Damen begleiten lässt. Ähnlich läuft es auch im folgenden "Fall With Me" ab, wobei die Nummer deutlich dynamischer und nicht ganz so verzweifelt klingt wie der Opener.
Während "The Lies I Sire" mit wunderbarem Zusammenspiel aus Gitarre und Gesang wieder ein unnachahmliches Gefühl von Verzweiflung heraufbeschwört, hat "Bring Me Victory" trotz der melodieangebenden Violine etwas recht rockiges. Mit dem sehr tiefen Sprechgesang von Aaron erinnert das Stück deutlich an Paradise Lost. Vor allem wenn das fast schon typische Greg Mackintosh-Lead gegen Ende für einem Moment aufblitzt.
"Echoes Form A Hollow Soul" baut nach einem Intro zunächst auf eine melancholische Klaviermelodie und leise Gitarrenleads. Die Gitarren werden zwar im Laufe des Songs auch mal dominanter, doch mit dem erneuten Einsatz des Klaviers im Outro bleibt auch hier, genau wie beim zurückhaltenden "Shadow Haunt" die leise Verzweiflung tonangebend.
Ähnlich, wie das durch seine eher im Death und Black Metal angesiedelten Sounds aus dem Rahmen fallende "A Chapter In Loathing", wartet auch "Santuario Di Sangue" mit einem schwerwiegenden Break in der Mitte des Songs auf. In beiden Fällen sorgt das für einen drastischen Bruch, die der Atmosphäre des jeweiligen Tracks nicht unbedingt zuträglich ist.
Den krönenden Abschluss liefert das durch ein paar Drumrolls und doppelte Gitarrenleads eingeleitete "Death Triumphant". Allein dieses Stück macht aber nochmals deutlich, dass "For Lies I Sire" selbst für eingefleischte My Dying Bride-Fans eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt. Die hat die Scheibe aber auf jeden Fall verdient.
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Dann ist es einfach nichts für Dich.
Man muss sich schon darauf einlassen können.
My Dying Bride sind eben My Dying Bride und wer in der Stimmung dazu ist und sich fallen lassen kann, der wird großartiges genießen können.
Und zum Glück ist das nicht für jeden zugänglich.
Ich finde das neue Album auf jeden Fall großartig.

solch erhabenes - ich bin fast versucht, "majestätisches" zu sagen - songwriting und umsetzen wie zb "my body, a funeral" ist einfach nicht nur überdurchschnittlich, sondern nahe dem "absoluten songwriting".
bei polarnächtenen mdb songs dieser art empfinde ich die sterbende braut immer als seelenverwandt mit den (stilistisch vollkommen anderen) madrugada oder unseren heimischen bohren und der club of gore.
die haben alle drei so etwas unabänderlich zwielichtern verzweifeltes.
Ich hab mir seit über einen Jahr keine Metalplatte mehr geholt.
Diese CD ist aber der beste Beweis, dass Metal auch intensiv und gefühlvoll sein kann. Vom Songwriting ist das hier allererste Sahne, könnte auch eine moderne Fortsetzung von "Angel And The Dark River" sein. Was für eine faustdicke Überraschung. Hab die auch live gesehen. Was die für eine Intensität und Atmosphäre die auf der Bühne vermitteln, ist der Wahnsinn. Ich werd mir die CD mal besorgen und reifen lassen, wie einen guten Rotwein.
nicht wahr? 
wie hltste es denn mit bohren und madrugada?
Von Bohren hab ich die Dolores. Vor allem das Saxophon gibt den Songs einen schönen intellektuellen Anstrich. Finds aber teilweise etwas zu sperrig. Die restlichen Platten hab ich mir noch nicht zu Gemüte geführt. Welche sind denn da zu empfehlen? Von Madrugada hab ich musikalisch leider noch nichts gehört.
PS: Zu My Dying Bride. Ich finde, dass die neue CD ein Querschnitt aus dem besten der Band ist. Kein Song fällt wirklich ab und so ein starkes Album hätte ich den Jungs gar nicht mehr zugetraut.
wie du siehst, steht das in ironisierenden anführungszeichen, um die stürmer-diskussion gleich im ansat abzuwürgen.
definieren im sinne von vorlabern will ich dir und anderen das bei diesem album aber nicht. der kick beim entdecken dieser ganz anderen sorte von metalmusic soll niemand genommen werden.
nimm bitte solang die begriffe "majstätisch" und "polarnächten"
War ausnahmsweise kein Angriff, hatte mich wirklich interessiert. Und Ironie habe ich an den Anführungszeichen auch nicht ausmachen können. Ist mir neu, dass die für Ironie stehen, aber man lernt ja nie aus. Jetzt lesen sich manche Texte auf einmal ganz anders, insbesondere in Fachzeitschriften.
Werde die Scheibe aber mal antesten, mochte ich doch früher das ein oder andere Lied sehr gerne.
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