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Pop, Hip Hop, Metal, Festivals: Das Land an der Ostsee hat mehr zu bieten als Schmachtballaden beim ESC. Viva Polska Muzyka!
Konstanz (aml) - Von all unseren Nachbarländern ist Polen aus musikalischer Sicht ziemlich fremdes Terrain geblieben. Während französische oder holländische Bands hierzulande immer wieder für Furore sorgen, gelingt dies polnischen Künstlern so gut wie nie.
Vorwiegender Grund hierfür dürfte, ähnlich wie bei Tschechien, die Sprachbarriere sein. Obwohl die westslawischen Sprachen das lateinische anstelle des kyrillischen Alphabets verwenden, gewöhnen sich unsere Ohren nur schwer an Sprachstruktur und Klang. Einer hatte damit allerdings keine Probleme und ist daher auch seit 200 Jahren als großer polnischer Musiker bekannt: Frédéric Chopin.
Das Klavierwunderkind kam 1810 in Warschau zur Welt, zog aber schon mit 20 Jahren in Richtung Paris aus, um fernab der Heimat Karriere zu machen. Bis heute denkt man auch in der zeitgenössischen Musik vor allem an Künstler, die sich außerhalb ihrer Heimat - und damit vor unseren Augen - etablierten, etwa der polnischstämmige DJ Tomekk oder Julia Marcell. Danzig ist ja kein Pole.
Die polnische Grande Dame des elektronisch verzerrten Pop, die erstmals 2007 über das Start Up-Portal Sellaband für Aufmerksamkeit sorgte, ist allzeit für eine Überraschung gut. Denn Julia Marcell besticht nicht nur mit modische, sondern auch mit musikalischem Geschmack. Ein gewisser Marteria pries ihr Album "June" (2011) und speziell den Song "Matrioszka" als "sensationell".
Dieses Duo, bestehend aus dem polnischen Produzententalent Max Skiba und der englischen Sängerin Kathy Diamond, schwingt an der Handclap-Front eindeutig vorne mit und veröffentlicht deshalb auch auf dem Münchener Checker-Label Gomma. Einen zusätzlichen Karriereschub erhielten The KDMS nach den Remixes für WhoMadeWho und Madonna ("Give Me All Your Luvin").
Auch in Polen gab es mal die 80er. Dies beweisen seit etwa 2008 die Synthie-Popper von Kamp, auch wenn sie nicht in ihrer Muttersprache singen. Das aus Lodz stammende Trio fabriziert smarten Electro-Chillwave, der entfernt an Caribou oder MGMT erinnert.
2001 erschien ihr erstes Album, das Hip Hop mit organischen Klängen verband. Seitdem bezieht das Afro Kolektyw auch Jazz, Funk und Elektronik mit in den Sound ein und feiert damit im Nachbarland Erfolge.
Nicht jede polnische Band kann von sich behaupten, nach London eingeladen zu werden. Pink Freud schon. Vielleicht versehentlich wegen des Namens? Nein, denn ihr verspulter Mix aus polnisch-traditionellem Jazz, Rock und Electro klingt durchaus international wettbewerbsfähig.
Dieses junge Fräulein gilt als Lily Allen ihrer Heimat und serviert uns Funk-Pop mit Zuckerguss. Hier singt Iza Lach so etwas wie: "Während ich noch unter Tränen schlief, bleibe ich immer bei dir ..."
Seit über 20 Jahren sind Pidzama Porno schon am Start und erspielten sich mit ihrem mal psychedelisch, mal harten Alternative Rock eine treue Fangemeinde.
Sehr abseitige, aber durchaus charmante Chansonette. Diese fluffige Offbeat-Hasspredigt ist einem scheinbar nicht ganz so beliebten Ort gewidmet, der Titel heißt soviel wie "Fick Dich, Stadt!" Maria Peszek selbst stammt aus Breslau.
Omen est hier Nomen. Offensichtlich braucht jedes Land ein Pophaserl, dieses hier hat eine recht gewöhnungsbedürftige Stimme. Dennoch heimste Ramona Rey Vergleiche mit Kate Bush ein. In Polen ist sie ein Star.
Die Supergroup Emma Dax aus drei bereits erfolgreichen polnischen Künstlern (u.a. von Afro Kolektyw) entdecken zusammen ihre Liebe für lecker Trashpop mit ganz großem Aua-Faktor (unter anderem aufgrund der Van Halen-Keyboards aus "Jump").
Elegante polnische Weltmusik mit traditionellen Polka-Elementen und Klezmer-Einfluss. Dikanda passen nicht nur zum Tanz ums Lagerfeuer.
Über die polnischen Grenzen hinaus bekannt ist diese experimentelle Klezmer-Band, deren Sound sowohl Schreigesang der Karpaten-Berghirten, Scratching-Sounds als auch Computer-Beats und Drehleier-Klänge miteinbezieht. 2009 schaffte es die Warsaw Village Band auf den Titel des Weltmusikmagazins Folk Root.
Polnische Popmusik, wie sie auch in Malmö, Bologna oder Düsseldorf entstehen könnte. Als Solokünstlerin oder zusammen mit dem polnischen Rapper Liber zählt die erst 23-jährige Sylwia Grzeszczcak zu den erfolgreichsten Künstlern Polens. Und jetzt nochmal laut sagen: Grzeszczcak.
Am öffentlichkeitsträchtigen Eurovision Song Contest nimmt das Land erst seit 1994 teil. Den größten Erfolg, ein zweiter Platz im selben Jahr, holte Edyta Gorniak mit einem wunderschönen Kleid und einer sterbenslangweiligen Ballade. In diesem Jahr entschied der polnische Sender TVP, eine Eurovisionspause einzulegen, um sich auf die Gastgeberrolle bei der Europameisterschaft zu konzentrieren.
Eine meiner polnischen Lieblingsbands ist "Scianka" aus Sopot. http://www.youtube.com/watch?v=yoZ0eUl1BZg Reinhören!
Vor Allem die zeitgenössischen polnischen Männerchöre sollte man nicht außer Acht lassen.
http://en.rian.ru/images/17404/37/174043754.jpg
Nee, Percussion waren die hier:
http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1783599!/image/4272382696.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/4272382696.jpg
...gut dieses mal gehts um Polen und nicht um die geilsten bassisten der Welt, da kann man schon mal ein auge zudrücken wenn man eine fantastische Künstlerin wie Pati Yang vergisst/übersieht ;-)
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