laut.de-Kritik

Mit einem kühlen Dunklen durch den Pub schunkeln.

Review von

Die neuen Fleet Foxes also? Nicht ganz. Und doch: Die Begeisterung, die einige der Stücke des ersten Albums von Mumford & Sons auszulösen vermögen, kommt der letztjährigen Freude ob der Füchse aus Seattle schon recht nahe.

Einen schwungvolleren Opener jedenfalls als "Sigh No More" durften wir schon lang nicht mehr hören. Dazu möchte man doch am liebsten sofort mit einem kühlen Dunklen in der Hand durch den nächsten Pub schunkeln. Oder sollte man lieber Saloon sagen?

Marcus Mumford (Frontmann und Gitarrist mit zwei Tamburinen an den Füßen), Ben Lovett (Keyboards), Country Winston (Banjo, Dobro, elektrische Gitarre) und Ted Dwane (Bass) würden sich nämlich auch im Wilden Westen ganz hervorragend machen. Kaum verwundern würde es daher, käme die Band aus Kalifornien, Tennesse oder Alabama und nicht aus London! Songtitel wie "Dust Bowl Dance" lassen zudem an Woody Guthrie, die Klanglandschaften hie und da an Bluegrass denken.

Bezüge zu althergebrachten Folktraditionen findet man immer wieder. Da erinnern Mumford & Söhne an so manch schottische Band, die uns unlängst erfreute (Broken Records, My Latest Novel). Ein Stück wie "Winter Winds" klingt denn auch, als hätte es schon etliche hundert Jahre auf dem Buckel und dabei doch, oh Wunder, zugleich ganz frisch. Das Sakrale, das heilige Pathos der Fleet Foxes wird man bei den Briten weniger finden. Statt in die Kirche passt diese Musik tatsächlich eher in die Kneipe. Und das sei ausdrücklich nicht abwertend gemeint. Von der Dynamik dieser CD könnten sich die Fleet Foxes durchaus das ein oder andere Scheibchen abschneiden.

Und doch bleibt zu bezweifeln, ob es Mumford & Sons in Sachen Erfolg schon mit ihrem Erstling den Fleet Foxes werden gleichtun können. Prognose: wohl noch nicht. Was dem Spaß an dieser Platte eher zuträglich sein dürfte. Es müssen ja nicht gleich alle mitfeiern. Dass im Pressetext Shakespeare als Referenzgröße bemüht wird, ist etwas arg hoch gegriffen, und so falsch dann aber doch nicht. Wie heißt es im Titelstück: "Sigh no more, no more/ One foot in sea, one in shore / My heart was never pure…" Die vierstimmigen Gesänge passen jedenfalls ganz hervorragend zu solchen Zeilen.

Wie so oft, verliert auch diese Scheibe nach hinten raus ein wenig an Spannung und Drive. Ideen wiederholen sich, die anfängliche Begeisterung lässt nach. Und doch bleibt zu konstatieren: ein tolles Debüt. Und live, da müssen die Boys aus London ohnehin ein Traum sein.

Trackliste

  1. 1. Sigh No More
  2. 2. The Cave
  3. 3. Winter Winds
  4. 4. Roll Away Your Stone
  5. 5. White Blank Page
  6. 6. I Gave You All
  7. 7. Little Lion Man
  8. 8. Timshel
  9. 9. Thistle & Weeds
  10. 10. Awake My Soul
  11. 11. Dust Bowl Dance
  12. 12. After The Storm

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