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Während sich die Brachialmetaller aus Iowa ein paar neue Gummifratzen entwerfen ließen, die anscheinend viel besser passen und wahrscheinlich aus atmungsaktiven Plysterol bestehen, haben sich Mudvayne dazu entschlossen, die Maskerade an den Nagel zu hängen. Auf "Lost And Found" zeigen die Jungs aus Illinois ihr wahres Gesicht.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes, ziert das Cover der Single "Happy?" doch das Konterfei der vier Musiker, denen das Wasser bis zum Hals steht. Sinnbildlich für ihren Stand in der (amerikanischen) Musiklandschaft, steht das jedoch nicht. Dort mischen Mudvayne schon seit ihrem Debüt "L.D. 50" ganz oben mit.
Und diese Erfolgsstory sollte auch mit "Lost And Found" nicht abreißen. Zu souverän tritt das Quartett auf seinem dritten Studioalbum auf. Schon mit dem brachial-harten Opener "Determined" rücken sie jedem Zweifler den Kopf zurecht, der nicht an eine Fortsetzung der Klangstrukturen von "The End Of All Things To Come" glauben wollte. Kurz und knapp, aber voll auf die Zwölf.
Dass sie auch anderes können, weiß man nicht erst seit gestern, und so kommt "Pushing Through" eine Spur langsamer, mit fetterem Groove und komplexeren Arrangements daher. An den technischen Fähigkeiten der Herren Musiker kann niemand ernsthaft zweifeln. Wer aber immer noch nicht glauben wollte, dass Mudvayne auch als Songwriter überzeugen und eingängiges Material komponieren, kommt bei der Single "Happy?" und bei "Fall Into Sleep" in arge Erklärungsnot.
Der Seelenstrip von Sänger Chad Gray zusammen mit seinem emotionalen Gesang und der aufwühlenden Musik lässt keinen kalt. Ob es die härteren Nummern wie "IMN", "Just" sind, das abwechslungsreiche "Pulling The String" oder eher melodische Sachen wie "Forget To Remember" und "All That You Are", irgendwas rühren die Amis in einem an.
Kernstück des Albums ist wohl das überlange "Choices", das zwar sowohl alle technischen als auch songwriterischen Qualitäten der Band in sich vereint, aber auch mit einem seltsamen Schlumpfchor für Verwirrung sorgt. Obwohl die Gitarren durchgehend braten, sorgt Sänger Chad Gray mit seiner Stimme für eine gewisse Wärme, und wer einen Bassisten wie Ryan Martinie in der Band hat, muss eh nichts fürchten.
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joa. happy? klingt verdächtig nach metallica und determined is zu eintönig irgendwie, aber fett. könnte auch von nem beliebigen album einer beliebigen durchschnitts-metalband sein. die songs scheinen nicht mehr ganz so vertrackt zu sein wie auf den vorgängern. insgesamt kann man's hören. abwarten.


)@ Fast: Auf dem ersten Album (L.D.50) schwammen sie auf der Slipknot-Welle (wurden auch von Shawn Crahan produced) und waren geschminkt - auch live.
Auf dem zweiten Ding (The End Of All Things To Come) war das plötzlich mehr Prog-Sicko als purer Sicko und die Band hielt sich für unwahrscheinlich witzig und schrieb sich selbst als drei Aliens in die Credits, mit komischen Namen mit lauter Ü's (hat das wer und kann mal nachgucken? Ich habs leider noch nicht im Original). Daher auch die Latexmasken. Live haben sie die allerdings nicht getragen.
Naja, dann gabs noch dieses "Frühe Jahre"-Ding unter dem Titel "The Beginning Of All Things To End", da müssten sie eigentlich auch ungeschminkt und unmaskiert drauf sein, das kenne ich aber nicht, von daher - just guessing.
Und jetzt eben Lost and Found.
Zusammenfassung: Mit Maske haben sie meines Wissens nach nie gespielt. Höchstens mal geschminkt.
lost and found is ganz ok, aber an l.d.50 kommen die jungs wohl einfach nicht mehr ran. nichtmal ansatzweise. trotzdem geht die neue recht gut rein, jedenfalls viel besser als the end of all things to come.

nix ironie, l.d.50 is und bleibt für mich eine der besten modernen metalplatten überhaupt. da kann lost and found nicht dagegen anstinken und teoattc gleich zweimal nicht.
LD50 hat zuviele lückenfüller und nervt irgendwo. die neuen sachen sind besser, aber immer noch sehr reinhörungsbedürftig. aktuellerweise hier mein wah-review:
http://www.worldahead.net/index.php?site=musik&sub=review&act=viewreview&id=125" rel="nofollow">http://www.worldahead.net/index.php?site=musik&sub=review&act=viewreview&id=125
@ sandman: l.d.50 = slipknot-abklatsch? das trifft vielleicht auf dig zu, auf den rest nicht wirklich... aber bitte keine genrediskussion jetzt 
falls du die band wegen dem progfaktor so gern hast, wirst du lost and found aber vielleicht trotzdem net so toll finden. is ne ziemlich eingängige (imho ZU eingängige) platte. hätte n paar mehr kracher wie pushing through oder imn vertragen können. aber erstmal selber reinhören.
Die neue hab ich immer noch nicht gehört, dammit. Bands die sich maskieren oder schminken find ich irgendwie komisch. Erinnern mich immer an Kiss...
Musikalisch sind Slipknot und Mudvayne unter keinen Umstaenden zu vergleichen, gerade "L.D. 50" sollte das doch deutlich machen. Diese voellig durchgedrehten Zeitsignaturen und jazzigen Basslaeufe sind fuer dieses Genre ja wohl wirklich einzigartig; zwar passt der Begriff "Math Metal" eher auf Bands wie Cynic, Atheist oder Spiral Architect, aber was Mudvayne einst fabrizierten, geht schon sehr in diese Richtung.
"Lost and Found" finde ich, trotz des relativen hohen Masses an Eingaengigkeit, dennoch aeusserst gelungen, vor allem Tracks wie "IMN", "Fall Into Sleep", "Rain.Sun.Gone" oder "Choices". Im Gegensatz zu dem ganzen Metalcore-Kram haben Mudvayne noch ihren eigenen Stil.

1) Was hat diese ganze Musik mit Metalcore zu tun?
2) Math Metal = Prog Metal auf neu, oder wie?
3) "Durchgedrehte Zeitsignaturen" sind ja wohl spätestens seit Meshuggah alles andere als neu. Zumal die auch auf LD50 noch nicht so stark vertreten waren wir auf The End...
1) Was weiss ich, wer hier irgendwo Metalcore erwaehnt hat.
2) Der Begriff geistert schon seit etlichen Jahren durch die "Szene", ich habe das sicherlich nicht erfunden. Da die von mir angesprochenen Bands aber tatsaechlich recht "mathematisch" ans Songwriting herangehen, finde ich ihn passend.
3) Ich meinte auch eher das Genre, in dem Mudvayne agieren, Meshuggah machen ja Techno Thrash(sorry
). TEOATC fand ich persoenlich wesentlich konventioneller.
Was darf ich mir unter mathematischem Songwriting vorstellen? Setzt sich da jemand hin und überlegt sich ein schöne Funktion im Frequenzraum, die dann das Lied darstellt oder wie? Und was unter einer Zeitsignatur (Den Begriff kenne ich nur aus der IT-Sicherheit)?
Ich denke er meint das verrückte Geaddel des Drummers, die irren Taktwechsel. Ob die jetzt wirklich Mathegenies sind und so ans Komponieren rangehen weiß ich nicht. Auf jeden Fall fällt am neuen Album schon mal negativ auf, daß Ryan Martinie weniger zu hören ist, schade. Das war bei den letzten beiden besser. Die waren auch insgesamt besser. Zumindest bis ich mich richtig reingehört hab ins neue. Das dauert bei Mudvayne schon 6-9 mal. Was aber kein schlechtes Zeichen ist.
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