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Vom Ende von Nevermore und unbelehrbaren Haarspray-Helden, mit Kostproben von Brainstorm, Cradle und Purify.
Outer Space (edy) - Schön, wenn auf die Kollegen Verlass ist. Kollegin Fromm hat mich gestern würdig vertreten und auf die Schnelle ihre Doubletime runtergerissen, um euch ein ungewohnt würdiges Mittwochs-Entertainment zu bieten.
Wie sie korrekt vermerkte, wächst mir mein Terminkalender gerade über den Kopf und den Rücken runter. Ist halt blöd, wenn man gleichzeitig den Rockstar spielen will, andere Rockstars als Redakteur verunglimpft, aus Gräben heraus fotografiert und seit ein paar Monaten auch noch Bühnen für so manchen Musiker auf- und abbaut. Jetzt noch 'n Job als Manager und Booker, und ich hab im Musicbiz alles durch ... [Beschäftigungsangebote an eddy@laut.de. Der Mann macht offenbar alles, d. Red.]
Ich wage aber jetzt schon zu behaupten, dass die ehrlichsten Leute ...
AUF der Bühne stehen dann so Geschichtenerzähler wie Scott Ian von Anthrax, die sich mit dem eher mittelmäßigen "Worship Music" nicht wirklich herausragend zurück gemeldet haben. Es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Joey Belladonna wieder auf dem Schleudersitz Platz nimmt. Drummer Charlie Benante und der Rest der Band dürften aber zumindest in den Staaten kaum Grund zur Klage haben: Besagte Scheibe stieg in den Billboard-Charts direkt auf Platz 12 ein, während sich der Trommler die Freizeit gerade mit nicht weniger spaßigeren Dingen vertrieb: Er saß erst kürzlich im Rahmen der Big4 noch im Yankees Stadium hinter den Drums. Ein paar Tage später ging es mit Chicago Cubs als Pitcher auf das legendäre Wrigley Field in Chicago. Dort half der Mann, Milwaukee in die Wüste zu schicken, und bekam, kaum vom Feld, die freudige Nachricht über die Chartplatzierung. Yadnikcufecin – nice fuckin' day!
Wenig Freudiges gab es die letzten Monate aus dem Hause Nevermore zu berichten. Vor allem Sänger Warrel Dane ließ das ein oder andere harsche Statement ab. Nun meldet sich auch Ex-Gitarrist Jeff Loomis in einem Interview mit MetalSucks zu Wort. Laut dem Blondschopf hatten er und Drummer Van Williams bereits nach der letzten Tour mit Symphony X den Gedanken, Nevermore zu verlassen: "Van und ich sprachen mit Warrel und sagten ihm, dass wir mit der nächsten Symphony X-Tour in den Staaten nicht weiter machen wollten", so der Gitarrist. "Wir wollten lieber eine Auszeit nehmen und auf Jim warten, der sich von seiner Gehirn-OP erholte", fährt Loomis fort. "Warrel gefiel die Idee nicht sonderlich." Nachdem es dann hieß, Jeff und Van hätten mit einer Klage zu rechnen, war der Ofen endgültig aus. Einmal mehr – schade um eine außergewöhnliche Band.
Irgendwie außergewöhnlich sind auch Steel Panther aus Los Angeles. Hier in Europa kennt die Jungs noch kaum jemand, doch drüber in den Staaten ist die Band der absolute Hit. So kultig und überzogen hat noch keine andere Band die Hair Metal-Szene der 80er in L.A. auf die Schippe genommen. Irgendwo zwischen Spinal Tap und Wayne's World scherbeln Sänger Michael Starr, Gitarrist Satchel, Basser Lexxi Foxxx und Drummer Stix Zadinia bereits ihr zweites Album namens "Balls Out" in die Läden. Das Debüt "Feel The Steel" erschien bereits 2009 und verschaffte, den Haarspray-Helden zusammen mit ihren glorreichen Auftritten den Titel 'Best Tribute Band in the Universe' Auf der Plakette dürfte allerdings irgendwo noch zu lesen sein: "Diese Auszeichnung könnte Übertreibungen beinhalten und manch einem zu Kopf steigen …"
Der Band selbst vermutlich weniger. Die bleiben konstant in ihrer Dumpfbacken-Rolle und geben sich auch in Interviews keine Blöße. Auf die Frage, was sie von ihrem Debüt gelernt hätten, gab Gitarrist Satchel zu Protokoll:
"Wir haben nichts gelernt. Für uns ist 'Balls Out' unser zweites Debüt. Viele Bands versuchen, auf ihrem zweiten Album etwas zu verbessern, aber wir konnten gar nicht mehr besser werden. Unser erstes Album war großartig, also haben wir uns dazu entschlossen, einfach das gleiche Album nochmal zu machen – nur besser", faselt der Klampfenmeister.
Wo andere Musiker gerne im Trüben fischen, spricht der Mann klare Worte: "Wir haben uns als Songwriter nicht wirklich weiter entwickelt. Auch nicht als Musiker. Ehrlich gesagt, ich glaube ich bin ein bisschen schlechter geworden …" So viel Ehrlichkeit kommt selten vor. Aber so viel Geschwurbel hört man allerdings auch eher selten. Wer noch mehr braucht, bitte hier:
Zum Abschluss gibts noch ein wenig von in Bälde erscheinenden Veröffentlichungen auf die Ohren. Zum einen hätten wir da Brainstorm, die sich am 30. September mit "On The Spur Of The Moment" zurück melden. Im Gegensatz zu Steel Panther ist das neue Album natürlich auf einem ganz anderen Level und viel besser, toller, schöner und eben einfach mehr. Zu hören gibbet "Where Your Actions Lead You To Live":
Zum anderen legen Cradle Of Filth mit der EP "Evermore Darkly" nach, die an das Album "Darkly, Darkly, Venus Aversa" anschließt. Neben neuen Tracks wird es ein paar Raritäten, eine On-The-Road-Doku und ein paar Videos zu sehen geben. Der akustische Vorgeschmack kommt in Form des Titeltracks:
Und um den Werbebogen für das am morgigen Freitag, den 23. September erscheinende Purify-Album "Hellophile" abzuschließen, gibt es hier noch das grenzgeniale Video zu "Why? " [Feature dich selbst wie die Hölle. Recht so.]
Sinnloses, Hirnverbranntes und/oder Wissenswertes aus der Welt der harten Rockmusik. Kommentiert, komplettiert und frittiert by eddy@laut.de. Andere Meinungen oder ehrliche Kritik werden genauso strikt ignoriert wie herzhafte Beleidigungen begrüßt.
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