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Joe Satriani macht sich zum Affen, Guns N' Roses erhalten eine Straße und Behemoth haben wieder Kirchen-Beef.
Outer Space (edy) - Ich gebe es ungern zu, aber es lohnt sich doch, auch Kollege Schuhs Plattler zu lesen. Wo hätte ich sonst erfahren, dass Paul Weller gerne mal mit dem Ohr am Arsch seines ehemaligen Roadies lauscht? Und ich dachte, die wirklich schrägen Hobbys ...
Und da heute passenderweise Halloween ist, verzeihe ich dem Kollegen sogar mal sein Aussehen, denn gegen GWAR stinkt der Mann doch ab. Die wurden, passend zum heutigen Verkleidungsspektakel, von Fuse losgeschickt, um am furchtbarsten und schauerlichsten Ort dieses Planeten an Haustüren zu klingeln und nach Süßigkeiten zu fragen: New Jersey! Dem Anlass entsprechend verkleideten sich auch GWAR. Und zwar als Prinzessin, Cowboy und Barack Obama. Gegen ein Rudel Bananen haben sie allerdings keine Chance ...
Keine Chance gegen religiöse Hirnlosigkeit hat Behemoths Nergal, der früher ja gern mal live Bibeln zerlegt hat. Also jetzt nicht so in einem, wie annodazumal irgendein Horst bei "Wetten, dass..?" die Telefonbücher, sondern mehr so Seite für Seite. Das ist eigentlich schon lange her und wurde an dieser Stelle breit getreten. Aber nun wollte der Oberste Gerichtshof in Polen wohl beweisen, dass das Land in Religionsfragen noch ein wenig im Mittelalter steht, denn laut diesem beging Nergal eine Straftat, als er bei einer Liveshow im September 2007 die Katholische Kirche den "mörderischsten Kult auf diesem Planeten" nannte, bevor er besagte Bibel rippte.
Die Sache war eigentlich schon vom Tisch, nachdem ein Richter 2011 den Vorfall als künstlerische Aussage der Band auf der Bühne abgetan hatte. Doch Ryszard Nowak, der Behemoth kurz nach dem Auftritt wegen Befürwortung von Satanismus anzeigte, kann die Sache wohl nicht ruhen lassen. Allerdings scheint das außer besagtem Herrn niemanden zu kratzen, weswegen die Anzeige zunächst abgewiesen wurde. Laut polnischem Recht müssen mindestens zwei Kläger vorhanden sein, um eine Anklage zuzulassen. Dennoch wird nun ein anderes Gericht entscheiden, ob Adam 'Nergal' Darski schuldig gesprochen wird und im Extremfall für zwei Jahre hinter Gitter muss.

Einbuchten könnte man auch Joe Satriani. Nicht etwa, weil er irgendwelche Bücher zerreißt (bei den Muskeln wäre er vermutlich schon mit einem Yps-Heft überfordert), sondern weil er sich einen Futtersack für Pferde auf die Gitarrenglatze schraubt und behauptet, einen Hut zu tragen. Zum ersten Mal seit 21 Jahren (ja, so lange ist das schon her) habe ich ein anderes Bild vor Augen, wenn ich von Bruce Willis in "The Last Boy Scout" den Spruch höre: "Sie sagte mein Mann sieht aus wie ein abgefuckter Crack-Nigger mit Hut!". Da hilft es kaum, dass der Mann dieses Jahr noch mit den Aufnahmen zu einem neuen Album beginnen will.

Geschmacklosigkeit in Sachen Styling kennt man auch von Guns N' Roses - ich erinnere da nur mal an das Interview bei Jimmy Kimmel - doch es gibt auch Menschen, die etwas stilsicherer sind. Das Hard Rock Hotel & Casino Las Vegas und Clark County haben beschlossen, die Paradise Road in Paradise City Road umzubenennen, um den legendären Hit der Gunners entsprechend zu würdigen. Ebenfalls ausschlaggebend für diesen Entschluss dürfte die Tatsache sein, dass Axl und Co. vom 31. Oktober bis zum 24. November insgesamt zwölf Shows unter dem Titel "Appetite For Democracy" im The Joint in Las Vegas spielen (wollen).

Man gönnt sich ja sonst nix. Dachten sich Nonexist, die Band um den ehemaligen Arch Enemy-Fronter Johan Liiva, und zerlegte auf ihrem diesen Freitag erscheinenden Album "From My Cold Dead Hands" den Megadeth-Track "In My Darkest Hour". Ob Megadave darüber so amused sein wird, sei mal dahin gestellt. Im Notfall wird er es aber als terroristischen Akt verurteilen und einfach Obama in die Schuhe schieben. Kennt man ja von ihm ...
Was man quasi kaum mehr kennt, ist ein Devin Townsend, der ein paar Strapping Young Lad-Nummern zockt. Dazu holte er sich gar seinen alten Spezi Jed Simon auf die Bühne, der mit HevyDevy "Love?" und "Detox" in die Menge prügelte. In besserer Auflösung und mit besserem Sound wird es die komplette Show auf einer DVD zu sehen und hören geben, die 2013 auf den Markt kommen soll. Those were the days!
Und bevor wieder einer heult, erfüllen wir auch diese Woche den Lehrauftrag. Allerdings eher mit Retro-Titten oder zumindest nem Retro-Busch. Passt ja auch, schließlich zocken Mammoth Mammoth auf "Vol.III Hell's Likely" zünftigen, staubigen Heavy Rock.

Sinnloses, Hirnverbranntes und/oder Wissenswertes aus der Welt der harten Rockmusik. Kommentiert, komplettiert und frittiert by eddy@laut.de. Andere Meinungen oder ehrliche Kritik werden genauso strikt ignoriert wie herzhafte Beleidigungen begrüßt.
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