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Über Schwund bei den Schweden, Frust bei KISS und die mögliche Ehrung von Mayhem-Gitarrist Euronymous als norwegischer Nationalheld.
Outer Space (edy) - Letzte Woche war Musikmesse: die halbe Musikwelt drängte sich bei strahlendem Sonnenschein auf der Messe Frankfurt um die viel zu spärlichen Bierstände und wurde dabei (zumindest im Innenhof) von den eher entbehrlichen musikalischen Leistungen der ...
Zumindest in den Hallen war die Welt noch einigermaßen in Ordnung, zumindest, wenn man am für die Besucher freigegebenen Wochenende nicht gerade durch Halle 3 musste. Dort darf/muss nämlich jeder mal auf jedes gottverdammte Becken dängeln oder irgendwelche anderen Percussion-Instrumente auf ihre maximale Belastbarkeit testen. Zwar denkt auch jeder Gitarrist, dass man Gitarren, Boxen, Pedale oder Verstärker nur mit irgendwelchen gniedeligen Soli antesten kann und auf keinen Fall mir anständigen Riffs, aber Saitenheinis kann man wenigstens leise drehen oder mit Kopfhörer ausstatten. So oder so, nach ein paar Stunden ist man mit den Nerven ganz schön fertig.

Fertig sind auch Sabaton und zwar nicht nur mit dem neuen Album "Carolus Rex", das am 25. Mai sowohl in englischer als auch in schwedischer Sprache in den Regalen liegen soll, sondern allem Anschein nach auch mit der aktuellen Besetzung. Die schwedische Zeitung Dalarnas Tidningar berichtet, dass Sänger und Songwriter Joakim Brodén gerade mal noch Pär Sundström zur Verfügung steht und der Rest der Truppe Fahnenflucht begangen hat. Joakim wollte das Gerücht zunächst nicht kommentieren, ließ sich aber doch zu folgender Aussage bewegen: "Ich kann nichts sagen, so lange das Band mitläuft. Aber was ich sagen kann ist, dass es sehr traurig ist, dass solche Gerüchte gestreut werden." Aha, und nu?

Nu sind wir planlos wie zuvor, haben aber wenigstens was mit Slash, Duff, Matt und allen anderen ehemaligen Gunners gemein. Die erzählen nämlich immer noch in sämtlichen Interviews, wie geil es doch wäre, bei der Aufnahme in die Rock'n'Roll Hall Of Fame im Original Line-Up aufzutreten. Soll wohl ein Wink mit dem ganzen Zaun in Richtung Axl Rose sein, der bislang zu dem ganzen Brimborium aber noch nicht mal mit dem Arsch gegrunzt hat. Die Chancen, dass sich Slash und Axl auf der Veranstaltung ordentlich die Fresse polieren, dürften deutlich größer sein, als dass man sich auf einmal in den Armen liegt und fröhlich "Sweet Child Of Mine" trällert.

Wie kaum anders zu erwarten, hat auch Schlabberbacke Gene Simmons was zu dem Event zu sagen. Schließlich wurden KISS zum 13. Mal bei der Nominierung übergangen, was zwar an sich wirklich ein Witz ist, für Simmons aber an Majestätsbeleidigung grenzt. "Das ist nur noch ein Witz. Wir haben uns darüber Gedanken gemacht und die Antwort ist einfach: Wir kaufen den Laden einfach und feuern alle", scherzt der Basser und fährt fort: "Nein, ernsthaft, für die Fans ist eine derartige Beleidigung, etwas Rock And Roll Hall Of Fame zu nennen und dann Madonna und Blondie aufzunehmen. Das beleidigt die beiden ebenfalls, denn sie sind nicht in der 'Dance Hall Of Fame', das ist es schließlich, was sie tun. Sie machen keinen Rock'n'Roll." Hat er irgendwo schon recht, der Gute.

Ob es Ministry jemals in irgendeine Hall Of Fame schaffen, ist ungewiss. Vielleicht in die 'Last Surviving Drug Addicts Rock'n'Roll Hall Of Fame', zusammen mit Motörhead, Iggy Pop, den Rolling Stones und Aerosmith. Einen kleinen Einblick in den Wahnsinn, den Al Jourgensen die ganzen Jahre ausgehalten hat, in denen der ehemaligen Freund und Anhänger von Drogenpapst Timothy Leary sich konstant auf der Grenzlinie zur Selbstzerstörung bewegte, gibt ab dem 10. April endlich der lange geplante Film "Fix: The Ministry Movie". 1996 begleitete Filmdirektor Doug Freel die Band auf ihrer 'Sphinctour', die zu dem Zeitpunkt als "next big coolest, hardest, most bad-ass thing" gehandelt wurde.

Neben den Szenen, die das Tourleben der Band in diesem Zeitraum dokumentieren, kommen auch Künstler wie Trent Reznor (Nine Inch Nails), Ogre Nivek (Skinny Puppy), Dave Navarro (Jane's Addiction) und Lemmy zu Wort. Wer sich das Ding hier ordert, bekommt zusätzlich den Soundtrack "Fix This" vom ehemaligen Ministry-Basser Paul Barker und ein Shirt dazu. Schaut euch auf der Seite die Trailer an und ihr werdet verstehen, warum der Regisseur sagt: "Es ist als ob man einen Autounfall in Zeitlupe sieht ... man kann nur kaum wegschauen."
Apropos Autounfall: So weit kam es beim ehemaligen Korn-Drummer David Silveria zum Glück noch nicht, aber der Knabe wurde letztes Wochenende mit Alkohol am Steuer von der Polizei angehalten und eingebuchtet. Damit setzt sich die Serie von Arschtritten fort, die das Leben dem Mann seit seinem Ausstieg bei Korn verabreicht. Nachdem er 13 Jahre bei Korn hinter den Drums saß, hat sich David 2006 vom Acker gemacht, um sich um seine Familie, sein Steak-House und sein Sushi-Restaurant zu kümmern. 2009 musste er das Steak-House in eine Rock- und Sportbar umbauen und seine 50%-Beteiligung des Sushi-Restaurants an seine mittlerweile Ex-Frau verkaufen. Das gleiche hat er laut Korn-Basser Munky nun auch mit seinen Drums getan: "Ich hörte, er besitzt nicht mal mehr einen einzigen Drumstick."

Ebenfalls als Griff ins Klo erwies sich die Idee der norwegischen Airline Norwegian Air Shuttle ASA, einen Online-Wettbewerb zu starten, bei dem darüber abgestimmt werden konnte, welcher Nationalheld durch sein Konterfei auf dem Heck ihrer Flugzeuge geehrt werden solle. An sich kein schlechter Einfall, nur führt bislang Øystein Aarseth, besser bekannt als früherer Mayhem-Gitarrist Euronymous, die Liste an. Dass der Knabe aus Schädelknochen eines ehemaligen Kumpels, der sich selbst die Rübe weggeblasen hat, gern Ketten anfertigte und 1993 von Varg Vikerness ebenfalls über den Jordan geschickt wurde, macht die Sache für die Fluglinie kaum besser.

So fotogen der Kerl auch war, kommen wir nun zu einer neuen, hoffentlich noch oft wiederholten Rubrik namens "Bandfotos, die man nie hätte schießen dürfen". Neulich erreicht mich die Kunde, dass die portugiesischen Gothen-Uhus namens Enchantya bei Massacre Records unterschrieben haben. Deren Debüt "Dark Rising" soll zwar erst im September erscheinen, aber offensichtlich wollte man die Dame und die Herren schon jetzt einmal vorstellen. An sich ja kein schlechter Gedanke, allerdings hätte man die Scheune besser verdunkelt. Oder man hätte der guten Rute Fevereiro sagen sollen, dass sie ihren Mantel zwar lüften kann, ihn sich aber noch besser über das Gesicht hätte ziehen sollen.

Sinnloses, Hirnverbranntes und/oder Wissenswertes aus der Welt der harten Rockmusik. Kommentiert, komplettiert und frittiert by eddy@laut.de. Andere Meinungen oder ehrliche Kritik werden genauso strikt ignoriert wie herzhafte Beleidigungen begrüßt.
Das mit der Musikmesse stimmt aber echt. Wenn man da in der Halle 3 war, bekam man irgendwann den Wunsch, dem nächsten Typen, der irgendwelche Drums ausprobiert, seine Sticks möglichst gewaltsam rektal zu verabreichen.
worüber regt simmons sich auf? scheiße mit kiss-logo zu verhökern ist nicht sonderlich rock'n'roll. ok, blondie auch nicht... 
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