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In 'Black Metal Man' fliehen Dunkelheimer vor dem Licht. Sich einer fairen Verhandlung stellen will dagegen Lamb Of God-Fronter Randy Blythe.
Outer Space (edy) - So Kinners, Wacken is rum, aber wer kurz vor sechs ZDFKultur einschaltet, kann sich immer noch ne Stunde lang diverse Shows vom Wochenende reinpfeifen. Wenn ihr das hier lest, bin ich vermutlich an einem besseren Ort. Also nicht im Jenseits, aber – wenn die Götter es gnädig mit uns meinen und uns nicht auf der A3 versauern lassen – bereits auf dem Metalcamp in Slowenien. Deswegen auch nur kurz meine Liebeserklärung an euch und die Redaktion:
Die große Freundschaft wird es zwischen Tschechien und Lamb Of God vermutlich auch nicht mehr geben. Randy Blythe, Fronter der Band aus Richmond, Virginia, ist seit letztem Donnerstag wieder auf freiem Fuß und seit Freitag auch wieder daheim bei seiner Familie. Randy saß trotz bezahlter Kaution mehr als einen Monat im tschechischen Knast, weil er den Tod eines Fans verschuldet haben soll, der sich vermutlich nach einem Sturz auf einem Lamb Of God-Konzert 2010 eine Gehirnblutung zuzog, an welcher er später verstarb. Insgesamt wurden 400.000 Dollar Kaution gezahlt, doch erst letzte Woche wurde Blythe aus der Haft entlassen.
Blythe zeigt sich in einen Statement sowohl mit den Gerichten als auch mit der Familie des Verstorbenen solidarisch: "Ich möchte klar stellen, dass ich weder von den Behörden, noch den Insassen misshandelt wurde. Ich bekam keine Sonderbehandlung, wurde aber von den Wachen fair und von den Insassen freundlich behandelt", schreibt der Sänger. Über die Familie des Verstorbenen sagt er folgendes: "Während ich dies schreibe, leidet die Familie eines Fans unter dem unbeschreiblich schweren Verlust ihres Sohnes. Während die Anklage gegen mich lächerlich und unhaltbar ist, existiert der Vorwurf nach wie vor und für die Familie des jungen Mannes bleiben viele Fragen immer noch offen. Der größte vorstellbare Schmerz bleibt nach wie vor."
Die Anteilnahme am Schmerz der Familie hat durchaus seinen Grund: "Viele Fans meiner Band wissen, dass ich ebenfalls schon ein Kind verloren habe. Ich weiß also nur zu gut, mit welchem Verlust die Familie zu kämpfen hat." Sollte es die Verhandlung verlangen, will sich Randy erneut nach Prag begeben, um sich der Anklage und der Urteilsverkündung stellen, anstatt sich darauf zu verlassen, dass die US-Behörden eine Auslieferung verweigern könnten. "I am a man. Ich wurde dazu erzogen, meine Probleme mit erhobenem Haupt anzugehen und nicht wie ein launisches Kind, davor wegzurennen."

Doch auch befreundete Bands ziehen ihre Konsequenzen aus den Vorfällen. Terror haben ihre Gigs in Tschechien abgesagt, um sich mit dem Sänger solidarisch zu zeigen. Vermutlich werden auch andere Bands einen großen Bogen um das Land machen, da der Vorfall mit dem Pantera/Damageplan-Gitarristen Dimebag Darrell bereits für manches Live-Trauma sorgte und ein Vorfall wie dieser nicht unbedingt zum Wohlbehagen der Musiker auf der Bühne beiträgt. "Wir lieben unsere tschechischen Fans sehr und hatten dort großartige Shows, aber wir müssen zu unserem Freund Randy Blythe halten" heißt es in einer Erklärung von Terror.
So, damit erst mal genug der ernsten Themen, kommen wir zum gewohnt sinnlosen Teil dieser Kolumne. Dass die Skandinavier gern einen an der Klatsche haben, ist ja nix neues. SinSquid, ein Ein-Mann-Unternehmen aus Trondheim in Norwegen, hat nun eine App namens "Black Metal Man" für das iPhone veröffentlicht. Der Entwickler des jump'n'run-Games Knut Erik Overjord meint dazu: "Ich fand heraus, dass es einen Mangel an Games für Metaller im App Store gab. Also hab ich mal Bass und Gitarre eingestöpselt, ein bisschen brutale Musik gespielt und ein Game mit einem Black Metal-Typen gemacht, der vor dem Licht fliehen muss." Das Ding gibt es natürlich im App Store.
Black Metal geht eigentlich immer. Das haben auch die Macher hinter dem aktuellen Werbespot von FedEx erkannt. Nachdem selbst der ehemalige Gorgoroth-Sänger Gaahl zum Rotwein süffelnden, Frauenklamotten-Entwerfer verkommen ist, lassen sich die ganz harten Jungs auch in den Extrem-Genres nur noch schwer finden.
Wenn wir schon bei sinnlosen Videos sind, dann darf auch der neueste, inoffizielle Streich zu "Lucky Animals" von Devin Townsend nicht fehlen. Wenn der Kerl tatsächlich keine Drogen mehr nimmt, würde mich mal interessieren, welche Kaffeebohne er röstet und wie die sich auf seinen Geisteszustand auswirkt. Musikalisch ist der Knabe nach wie vor over the top und das nächste Album "Epicloud" so gut wie im Kasten.
Auf die Titten der Woche wollen wir natürlich auch nicht verzichten, dieses Mal in Form von Scum Of The Earths "The Devil Made Me Do It III". Musikalisch nicht ganz so gut wie die beiden Vorgänger, aber warten wir mal ab, was die komplette, dritte CD "The Devil Made Me Do It" Ende August zu bieten hat.
Sinnloses, Hirnverbranntes und/oder Wissenswertes aus der Welt der harten Rockmusik. Kommentiert, komplettiert und frittiert by eddy@laut.de. Andere Meinungen oder ehrliche Kritik werden genauso strikt ignoriert wie herzhafte Beleidigungen begrüßt.
Was für Idioten, diese Typen von Terror. Im Grunde ists doch ganz einfach. Einfach der lokalen Security klare Anweisungen geben, dass niemand auf die Bühne zu lassen ist (und das vor Beginn der Show auch dem Publikum zu sagen) und wenn es mal ein Fan auf die Bühne schafft, nicht selber Hand anlegen.
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