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Die West Memphis Three sind endlich frei und Corey Taylor macht den Spongebob.
Outer Space (edy) - Früher war alles besser! Wissen wir alle. Die Sommer waren länger und sonniger, die Winter irgendwie weißer und schneeiger, der Papst katholischer und das Bier hat schneller in den Kopp gehauen. Da wird nix romantisiert, so isses einfach. Dass man damals noch mit Pickeln und der ein oder anderen Zahnspange in der Fresse rumgerannt ist, wird dabei
Und wenn wir schon am kramen in alten Erinnerungen sind, dann können wir doch gleich mal so ne uralte Sache wie Crossover ausgraben. Das war gaaaanz früher – also als sich Kollege Schuh noch nicht mal den Rücken rasieren musste – ne Musikform, in der sich unterschiedliche Genres überschnitten haben. Anthrax und Public Enemy waren damals so etwas wie die Urväter. "Bring The Noise": ein Knaller der sowohl Hip Hop-, als auch Metalfans auf der Tanzfläche vereinte, was mitunter recht lustig aussah. Und weil die Jungs heute noch genauso cool sind wie damals, war es höchste Zeit für eine Wiederholung auf dem Sunset Strip Music Festival in Hollywood:
Wenn wir gerade in der Vergangenheit weilen, können wir auch gleich noch dieses Fass hier aufmachen: Nach 18 (!!) Jahren sind endlich die drei Männer, die in den USA nur als 'West Memphis Three' bekannt sind, frei gekommen. Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley, Jr. wurden 1993 als Teenager angeklagt, drei Achtjährige in West Memphis ermordet zu haben. Die Beweisführung war damals mehr als mangelhaft, viele Indizien sprachen gegen eine Schuld der drei Jugendlichen. Die Tatsache, dass ihnen zur Last gelegt wurde, schwarze Klamotten zu tragen und Metallica zu hören, spricht eigentlich für sich selbst.
Aber im Bibel Belt der USA, zu dem Arkansas nun einmal zählt, ist so etwas fast schon an der Tagesordnung. Das führte dazu, das Echols zum Tode und die beiden anderen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Zahlreiche Musiker, u.a. Henry Rollins, Eddie Vedder, Trent Reznor oder James Hetfield, halfen schließlich, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die die Verteidigung der drei Häftlinge übernahm. Letzten Freitag wurden sie endlich frei gesprochen, mussten sich aber in einer Farce von einem Gerichtsurteil schuldig bekennen, um gleichzeitig für unschuldig erklärt zu werden. Der einzige Sinn dieser Gerichtsfolklore: auf diese Art können sie den Staat Arkansas nicht dafür verklagen, 18 Jahre lang unschuldig hinter Gittern gesessen zu haben. Wie sangen schon The Exploited: FUCK THE USA! Die Review zum Rise Above-Album findet ihr hier
Ähnlich dämlich stellen sich einige Knilche in Polen an. Im Herkunftsland des letzten Papstes (ja, da gab es schon mal einen, vor dem Ratzinger) hatten sie nichts besseres zu tun, als den Behemoth-Fronter Nergal (der erst vor kurzem von Leukämie genesen ist) wegen Zerreißens einer Bibel auf der Bühne anzuklagen. Eigentlich war die Sache schon fast vom Tisch, aber ein paar von Gottes heiligsten Kindern mussten natürlich Einspruch einlegen, der aber nun ebenfalls von einem Richter vom Tisch gefegt wurde. Ob Nergal zur Feier ein Bibel-Feuerchen entfacht hat, ist allerdings nicht bekannt.
James Hetfield hat in letzter Zeit nicht nur für die Freilassung der West Memphis Three demonstriert, sondern betätigte sich mal wieder musikalisch. Das Ergebnis wird wohl ähnlich kontrovers aufgenommen werden, wie alle Scheiben seit "Master Of Puppets" … Der erste Streich, den Lou Reed und die Metallicats aufgenommen haben, ließ ja nicht unbedingt auf Großes schließen. Wenn die Scheibe mit dem Titel "Lulu" daher kommt, lässt mich das eher an 'lala' oder 'leck mich doch' denken. Im November wissen wir aber mehr.
Musikalisch vielleicht nicht unbedingt wertvoller, dafür aber zumindest humorvoller zeigt sich mal wieder Corey Taylor. Anstatt mit Slipknot das Aggressionslevel zu steigern oder mit Stone Sour durch die Gegend zu rocken, trat er auf der jährlich stattfindenden It Takes A Community Foundation nur mit der Akustikgitarre bewaffnet auf und spielte – die Titelmelodie von Spongebob! Und als wäre das nicht schon knorke genug, haben geschätzte 98% des Publikums mitgesungen. Die Stiftung geht auf das Engagement des Staind-Sängers Aaron Lewis zurück und soll ländlichen Kommunen in der Umgebung von New England helfen.
Zum Abschluss hier noch der kulturell mindestens ebenso wertvolle Hinweis darauf, dass auch Dänemark im Animationsfilmgenre eine gute Rolle spielt. Das Studio Einstein Film hat einen Streifen namens "Ronal The Barbarian" produziert, der in Skandinavien Ende September in die Kinos kommt. Den sollte man sich nicht nur als Manowar-Fan anschauen. Ob die Stimmverteilung in der deutschen Synchronisation ebenfalls metallastig ausfallen wird, ist eher fraglich. Für die Amis steht jedenfalls Dee Snider von Twisted Sister mit im Synchronisationsstudio.
Nochn Teaser
Sinnloses, Hirnverbranntes und/oder Wissenswertes aus der Welt der harten Rockmusik. Kommentiert, komplettiert und frittiert by eddy@laut.de. Andere Meinungen oder ehrliche Kritik werden genauso strikt ignoriert wie herzhafte Beleidigungen begrüßt.
Metallica sind nur noch ein Schatten ihrer Selbst, auch wenn Death Magnetic echt ein Schritt in die richtige Richtung war. Letztendlich sind die Mannen nur noch alt, fett und satt. Da lob ich mir doch Iron Maiden, die es immer verstanden haben sich musikalisch treu zu bleiben, selbst dann wenn sie ihren Sound veränderten. Lou Reed in allen Ehren, aber ich glaube das wird höchst unbrauchbar.
Ich kann Metallica nur empfehlen sich wieder auf die Hard-Rock-Schiene zu konzentrieren. Thrash ist abgeackert. "St. Angus" sollte wohl eine Vision werden, derweil war es ein Schiss in die Hose. "Death Magnetic" war dann ein versöhnliches Comeback. Die Band hat ihren Sound wieder gefunden, jetzt geht es auch darum, dass man das endlich mal ausreichend in Musik umwandelt, was man sich bei Load Co. noch vorgenommen hat. Ansonsten bleiben Metallica eben eine Thrash-Band, die mal den "Soft Metal" erfunden hat, aber zu den ganz großen gehört man imo nur, wenn man nachlegt. Wie besagte "Iron Maiden" - Trademarks da, aber neuen Sound und Progression fordert die Zeit.
Versteh ich dich richtig? Die Band soll nachdem sie ihren Sound wieder gefunden hat diesen weiterführen, gleichzeitig aber sich auf Hardrock Marke LOAD/Re-LOAD besinnen?
Ich möchte dich dafür knutschen, mr ed, dass du hier nochmals die wm3 aufs silbertablett gepackt hast.
ganz schlimmer justizskandal, der sogar in der - hieran nicht gerade armutszeugnisfreien - us-rechtsgeschichte einfach locker in die top 5 gehört.
nichts gelernt bis heute, das fundamentalistische hurengericht in arkansas.
ohne governor clinton sind die immer provinzieller geworden in den letzten 20 jahren.
......aber........
wer spricht hier über metallica....pffff.....die aktuelle backingband des heavy metal(sister ray)/alternative(white light/white heat)/rap-erfinders(walk o.t.wild side) wird es an der gebührend kurzen leine evtl schaffen, nicht komplett zu versagen.
hast er bei den killers auch geschafft.
ihr müsst mir das ja nicht glauben.....aber es wird passieren.
Ich muss auch mal eine Lanze für das "Load" Album brechen.
Klar hat Metallica zu der zeit Stilbruch begangen, aber das Album war einfach top produziert, Es war sehr abwechslungsreich, es war "musikalisch" (blöde Umschreibung) und die Spielzeit war maximal ausgereizt.
Zudem waren auf dem Album mit aint my bitch, the house jack built, hero of the day, mama said, until it sleeps und dem überlangen the outlaw torn mindestens 6 RICHTIGE Knaller dabei.
Sowas machen und können die nicht mehr. Und daran sind teilweise die erzkonservativen 80er Jahre Metal-Betonkopf-Fans dran schuld.
Ja, endlich beweisen Leute mal Mut und machen die zwei Spätneunziger nicht runter. Wer Master Of Puppets 2 erwartete, wurde eh bereits mit dem SChwarzen und sogar Justice enttäuscht. Ich persönlich finde beide Alben musikalisch hochwertig, besonders Outlaw Torn, Attitude, Bleeding Me, FiXXXer und Where The Wild Things Are sind wirklich grandiose Songs.
@JaDeVin: Mir persönlich würde es reichen, wenn Metallica konsequent gute Musik machen würden. St. Angela war das jedenfalls damals nicht. Aber das mit Lou Reed....? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Warum soll Metallica mit Lou Reed schlecht werden? Ich denke eher, dass wird ziemlich gut.
Ich stehe der ganzen Sache noch etwas skeptisch gegenüber... Nichts gegen Lou Reed, aber Metallica waren immer eine Band, die sich nicht auf solche Features einlassen wollten (Marianne Faitful mal ausgenommen) und sogar Nebenprojekte ablehnten (bzw. immer verboten haben, wenn man Jason Newsted betrachtet). Ich kann mir Metallica einfach nur als vier Männer vorstellen. Ein Gast in ein, zwei Songs ist okay, aber ein ganzes Album?
@ Sancho: Also echt ich bin empört!!!
. Aber stimmt schon. Mir gehen diese Leute hier im Forum seit 5 Jahren auf den Sack^^.
Ich kanns nur immer wieder sagen. Jede Newcomer Band wäre mit Load/Reload durchgestartet. Und nur weils von Metallica ist, ist es automatisch schlecht. Na ja hier läuft ja grad eh kein trve Spacken rum von daher.

@dudi+labbi:
völlig richtig mit der einordnung beider alben.
aber das war ja vom ersten tag an schwierig, den typischen anti-tellerand-pöbel zuzuhören.
jeder zweite metaltyp hat das damals als 'verpoppt' bezeichnet.
...verpoppt....
und du erwähnstz ja selbst die faithful.
allein diese kollabo hätte den kretins doch zu denken geben müssen? ('"wer ist denn die alte frau"
)
nun ist queen mary doch aber mindestens so sehr die mutterfür metallica wie lou der vater.
der kreis schließt sich.
Mir haben Load/Reload von Anfang an gefallen. Scheiß doch drauf, ob eine Band sich die Haare abschneidet oder bekackt aufgestylte Bilder von sich ins Booklet basteln. Da einzige was zählt ist die Mucke, war halt kein Metal mehr, aber dafür solide Rocck/Alternative Alben..
Mir haben Load/Reload von Anfang an gefallen. Scheiß doch drauf, ob eine Band sich die Haare abschneidet oder bekackt aufgestylte Bilder von sich ins Booklet basteln. Da einzige was zählt ist die Mucke, war halt kein Metal mehr, aber dafür solide Rocck/Alternative Alben..
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