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Es gibt anlässlich des neuen Albums von Max Herre Presse-Fotos, auf denen trägt der Musiker Halstuch, Hut und Bart, hat die Gitarre auf den Rücken geschnallt und wandert die Straße entlang. Doch der Freundeskreis-Gründer sieht im Jahre 2009 nicht nur aus wie ein typischer Singer/Songwriter, er klingt auch wie einer.
An die Stelle von Beats, Elektronik und Sprechgesang treten bei "Ein Geschenkter Tag" Schlagzeug, Bass, Gitarre, ein Klavier und manchmal auch eine Mundharmonika - eine klassische Folk-Instrumentierung, die auf den ersten Blick vielleicht verwundern mag, sich aber als einzig logische Besetzung für die neuen, ehrlich-authentischen Lieder Max Herres erweist.
Tatssächlich schon fast dylanesk, wie dieser im Titelsong seine Lyrik vorträgt, aus Freundeskreis-Zeiten stammen hier jedenfalls nur noch die sozialkritischen Inhalte, die nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern stets satirisch verpackt werden. "Und Sie wollen seine Anschrift / Sie sagen: 'Bitte füllen Sie's aus' / Er nimmt sich 'nen roten Buntstift / Und malt ihnen das schönste Haus", erzählt Herre vom Besuch auf dem Arbeitsamt.
Erzählt von der schönen Idee, wie mitten im September ganz unverhofft ein geschenkter Tag aus dem Kalender fällt, und von Tagedieben, die durch die Gegend ziehen. Genauso unbändig und ungestüm poltert das Schlagzeug vor sich hin, die Gitarre schrammelt Lagerfeuer-Rhythmen und dank der Chöre im Refrain fühlt man sich vielleicht auch mal an "Sympathy For The Devil" von den Stones erinnert. Clueso, der mit Herre für einige Songs im Studio war, ist hier zu hören, und auch seinen Einfluss meint man immer wieder deutlich zu spüren.
Manch einer hätte vielleicht weniger muntere Klänge erwartet, schrieb Herre doch bereits seit fünf Jahren an dem Album - also auch während und nach der Trennung von seiner damaligen Frau Joy Denalane. Doch auch nachdenkliche und rückblickende Gedanken formuliert Herre, wie beispielsweise in "Scherben":
"Les' die Scherben von gestern auf / Und merkst, sie gehn nich mehr zusammen / [...] Vielleicht verstehen wir's irgendwann". Bei aller Sehnsucht und Wehmut pflegt der Sänger jedoch stets ein altes Prinzip, das Prinzip der Hoffnung, und sei es auch nur die winzigste. "Scherben" gibt sich musikalisch zerbrechlich, wohin gegen Songs wie "Alles Da" und "Er-Sagt-Sie-Sagt" unheimlich grooven, was sie nicht zuletzt dem Bass von Christian Diener zu verdanken haben.
"Wo Rennen Wir Hin?" thematisiert die Hektik in Beruf und Alltag, und auch an Herrn Herre ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbeigegangen. Müde Rezessions-Phrasen zitiert er jedoch auf seine Art und Weise: "Er hat die Ärmel hochgekrempelt / Bis er ohne Hemd dastand / Und nach 20 Jahren Stempeln / Gibt's den Stempel auf dem Amt."
Bei aller Ernsthaftigkeit beweist Herre aber, dass ihm sein Sinn für Humor nicht verloren gegangen ist: mit "Baby Mama Rag" gelingt dem Stuttgarter eine musikalisch anspruchsvolle und gleichzeitig witzige Hommage an den Ragtime-Stil.
Hinter "Wir Wollen Doch Einfach Nur Zusammen Sein" verbirgt sich eine Cover-Version von Udo Lindenbergs "Mädchen Aus Ostberlin", mit dem Herre bereits als Mitglied im Freundeskreis zusammenarbeitete.
"Nehm mir 'n Stift und Papier / Und schreib 'n Rhyme", beschrieb er damals im Song "Nebelschwadenbilder" seine Arbeitsweise, und so scheint auch diesmal ein Großteil der Songs entstanden zu sein. Mit Stift und Papier geschrieben, mit Gitarre und Gesang inszeniert, mehr brauchen diese Lieder eigentlich nicht.
Manchmal darf die Band auch aufspielen und zeigen, dass es allesamt versierte Musiker sind, mit denen Herre da im Studio war, die aber an anderer Stelle genug Gespür beweisen, um sich dem Song hinten anzustellen. Und obwohl sich hier Folk, Funk und Soul abwechseln, ist "Ein Geschenkter Tag" weitaus homogener geworden als Max Herres 2004 erschienenes, erstes Solo-Album.
Es scheint, als habe Herre sich frei gemacht von den Zwängen, im Hip Hop als Leitfigur fungieren und mit jedem neuen Album den nächsten Schritt vorgeben zu müssen. Er sei kein Leader oder so, er könne nur Lieder schreiben, hat Max Herre an anderer Stelle mal über sich gesagt. Er schreibt mit die besten deutschsprachigen Lieder dieses Jahres.
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Als ob man das alles nicht tun könnte, ohne sofort bei belangloser Gitarrenmusik zu landen. So ein Schund
Als ob man das alles nicht tun könnte, ohne sofort bei belangloser Gitarrenmusik zu landen. So ein SchundInNo, in dieser Thematik ist Dein Hate-Faktor zu berücksichtigen.
Erstmal ist es keine belanglose Gitarrenmusik, das empfindest Du so, viele andere nicht.
Zum zweiten will man natürlich DIESE Künstler haben, denn die lyrischen Ergüsse von Herre, Curse, Clueso, Lisk, Delay, etc gefallen den Leuten ja schon seit ca. 10 Jahren - klar das man die lieb gewonnen hat und auch heute hören will wie sich dieser Mensch heute präsentiert. Ein Max Herre fängt ja nicht plötzlich an schlechte Texte zu schreiben, nur weil er sie jetzt singt und nicht mehr rappt.
Einfach open minded sein, dann passt das schon, muss Dir ja nicht gefallen - aber es ist auch rein gar nichts dabei um schlechtes interpretieren zu können.
ja also innovativ kann man die entwicklung von hiphop zu acoustic oder mit band nich mehr bezeichnen, das ist ja jetzt irgendwie trend, siehe dennis lisk, samy deluxe, clueso und jetzt max herre (naja ok vlt nen bisschen arg jetzt übern kamm geschert), aber trotzdem macht das max herre sehr gut, mir macht das album spaß
Clueso muss man, denke ich, wohl schon ein wenig außen vor betrachten, er war wirklich schon immer, spätestens seit "Text und Ton" so musikalisch unterwegs und hat es auch einfach echt drauf.
Was Curse angeht, "Freiheit" ging ja auch schon mehr in die Richtung und hat nicht sehr überzeugt.
Auf den Rest vom Herre-Album hab ich schon gar kein Bock mehr..
Bei manchen sag ich schon: Ey, ihr Penner, rappt doch mal wieder.
Hab das Album jetzt mal durchgehört und denke, dass es genau die 3 Punkte verdient, die die Userwertung momentan widerspiegelt.
Ab und zu verleitet die Musik zum Wippen des Fusses, aber ein tiefergehender Flash ist nicht zu sehen...
Textlich finde ich das alles nicht so prall; der Subtext schreit: "alles wird gut." Kopfkino ist anders, aber wack, scheisse usw ist es auch nicht. (Wenn man sich mal vom Rap2.0=Singer/Songwriter löst...)
Udo Lindenberg scheint wohl wieder modern zu werden, das werd ich nie verstehen, dass ist das schwächste Lied der Platte...
wenn er und clueso söhne haben würden, hätten diese keinen hoden.
belanglos.
Herre hat auf seiner bald rauskommenden Single "Scherben" einen Track mit Udo Lindenberg aufgenommen.
Finde "Wir wollen doch einfach nur zusammen sein" auf "Ein geschenkter Tag" ohne Udo drauf schon nice. Wie gut muss bitte das Ding mit den 2 besten und prägnantesten Sängern Deutschlands sein, im Duett!?!
ick freu ma
Sodhahn wieder zurück oder warum wird jetzt dieser Thread befeuert?
Es ist nicht wo du bist, es ist was du machst.
0711 war früher halt doch nicht nur eine Vorwahl :-)
Dieser Thread wird ja nur aus Ermangelung eines wirklich passenden Threads missbraucht. Dieses Album hier (ein geschenkter Tag) ist wirklich ziemlich mau - aber das kommende, da bin ich sicher, wird so ca. an Esperanto-Stil anknüpfen, meine Einschätzung.
Am 24.08.12 kommt das Herre Album "Hallo Welt", vorzubestellen hier: http://shop.mzee.com/bin/shop.php?prog=searchSucheintrag=Max%20Herrenurint=1campaign=mzee/de/affil/other/ (natürlich ist Herre bereits wohlhabend, uknowwhatImean)
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