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Ein starkes Comeback - dabei sind die qualitativen Hürden, die die Bristol-Crew stets überspringen muss, nicht gerade die niedrigsten. Massive Attack klingen nach sieben Jahren Albumpause immer noch nach Massive, aber ganz schön abwechslungsreich. Das hat mit den zahlreichen Gästen, bevorzugt im Vocalbereich, zu tun.
Sie geben sich aber auch wieder mehr down to earth. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass 3D und Daddy G diesmal nicht den technischen Aufwand von "100th Window" betreiben wollten.
Jedes Instrument sollte "offensichtlich" gemacht werden: Was real eingespielt war, sollte auch so klingen (etwa der Livebass von "Babel"). Und was aus der Kiste kam, sollte dort auch verortet bleiben, gab Robert im Vorfeld zu Protokoll.
So klingen sie anno 2010 klar definiert, respektive entschlackt, ohne dafür auf Deepness oder komplexe Studioarbeit verzichtet zu haben. Allein die ersten vier Tracks stehen für besagte stilistische Bandbreite - und sind nebenbei exzellent gelungen.
"Babel" weist ein recht raues, fast im Uptempo-Bereich angesiedeltes Drum-Pattern auf. "Pray For Rain" gibt sich als Opener düster und warm zugleich. Auf das dubbig verzögerte "Splitting The Atom" dürfte man wohl den Begriff Trip Hop anwenden, während "Girl I Love You" mit dichter Livebassline, mächtigen Bläsereinsätzen und recht unkompliziertem Rockbeat an "Mezzanine" erinnert.
"Psyche" kommt im Anschluss als luftig gelooptes, nahezu beatfreies Gelände daher. Experimentell orientiert und etwas verstört geht es auf "Flat Of The Blade" zu: Es zierpt und flattert und moduliert von vorne bis hinten. Mit dem butterweichen, stressfreien "Paradise Circus" hält dann der typische Massive Attack-Groove wieder Einkehr.
"Saturday Come Slow", dem Damon Albarn seine Stimme leiht, ist ein gemächlich und doch optimistisch wirkender, überwiegend bandorientierter Song. "Atlas Air" gibt den mächtig treibenden und sphärischen Abschluss - coole Keys, cooler Beat.
Was die zahlreichen Gaststimmen angeht, bilden Horace Andy, D und G den bandeigenen notwendigen Link in die Vergangenheit. Ansonsten klingt jede Kollabo für sich wie aus einem Guss und fügt sich doch ins Gesamte ein, ob Damen wie Hope Sandoval und Martina Topley-Bird oder ein Guy Garvey und Tunde Adebimpe: die Tracks entstanden hörbar im gegenseitigen Einverständnis.
Am Ende des Tages bleibt die Platte dann doch typisch Massive Attack - im positivsten Sinne. "If a thing's worth doing, it's worth doing slowly": Dieser Wahlspruch prägt noch immer das unverkennbar einzigartige Sounddesign und auch die Live-Auftritte der Mannschaft aus Bristol.
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