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Wurden Redakteure zu "Ein Mann Ein Wort"-Zeiten noch solide an die Wand getackert, scheint Massiv inzwischen milde gestimmt: "Scheiß auf die Kritiker, jetzt kommt endlich meine Zeit": Das tönt, verglichen mit den derben Ansagen von gestern, schon beinahe zärtlich.
Auch sonst hat sich bei dem Brocken aus der Pfalz einiges getan. Mit am auffälligsten: Der Mann hat Deutsch gelernt. Ob Palästina-Trips im Auftrag des Goethe-Instituts dazu einen Beitrag geleistet haben, sei mal dahin gestellt. Auf grobe Sprachschnitzer lauern hämische Massiv-Gegner diesmal vergebens.
Der Versuch, sich von bluttriefenden, vor Waffen und anderen Unerfreulichkeiten strotzenden Texten zu distanzieren, ist offensichtlich. Der Schuss geht zwar nicht voll nach hinten los, treibt aber doch mindestens einen Querschläger ins eigene Knie. Mit der rohen Gewalt verliert Massiv einen guten Teil dessen, das ihn, wenn schon nicht einzigartig, so doch wenigstens ein bisschen besonders machte.
Das beschworene "Gewisse Etwas" besaß Massiv einmal. Es zeigte sich immer dann, wenn seine Zeilen mit dem charakteristisch rollenden R atemlos überschnappten und einen völlig irren Eindruck hinterließen. Dann stimmte es tatsächlich: "Mein Sound sorgt für Gänsehaut, weil meine Stimme jeder fühlt." Leider nutzt er genau das nicht mehr.
Jetzt bekommen wir es also nicht mehr mit einer Dampframme, wohl aber mit dem x-ten halb-nachdenklichen Straßenjungen zu tun, der, wenn er nicht gerade zum zwanzigsten Mal seine eigene, inzwischen sattsam bekannte Geschichte - von Pirmasens nach Berlin, aus dem Nichts zur werbewirksam angeschossenen Rap-Figur mit dem Majordeal - erzählt, wenig Frisches beizutragen hat.
Zu Massivs Ehrenrettung sei gesagt: Tracks wie "Es Zählt Jede Sekunde" oder die Aneinanderreihung hässlicher Szenen in "Weil Wir Der Wahrheit Nicht Ins Auge Sehen" wirken lange nicht mehr so dümmlich, wie man es nach "Blut Gegen Blut" eigentlich für alle Zeiten erwartet hätte.
"Deutschland" lässt sich - trotz ausgelutschter Regen-Piano-Geräuschkulisse - durchaus hören. Den Aufstand, hätte ein deutscher Rapper ohne Migrationshintergrund, beispielsweise ein Fler, ein derartiges Loblied auf dieses Land angestimmt, mag ich mir allerdings gar nicht ausmalen.
Arg phrasenhaft gerät dagegen die enttäuschte Abrechnung mit dem "Blutsbruder" oder die Schlagwort-Schleuderei in "Hollyhood". "Dream" samt von Mario Winans geträllerter Hookline fährt Kerzen, Rosen, Kutschen auf: Kein einziges Kitschklischee, das nicht strapaziert würde. Zum "King Of Rap" haben sich in der Historie viele ausgerufen, und ganz andere, die von sich behaupteten "Ich Bin deutscher Hip Hop" kleben schon lange Tüten am Arsch der Hölle.
Musikalisch bleibt - solches stand zu erwarten - wenig zu kritisieren. Brisk Fingaz leistet exzellente Arbeit. Schon im "Intro" morphen hinter zusammengeschnipselten Meldungen Streicher und Synthiegewaber in amtliche Marschmusik. In "Es Zählt Jede Sekunde" finden sich hallende Bassschläge und der Gospel-beeinflusste Gesang C. J. Taylors, den so auch der Mannheims erstgeborener Sohn hätte beisteuern können.
Stockdunkle Drums von Riga & Beatgees prägen die Messias-Phantasien in "Einer Aus Dem Volk". Die "Rockballade" taugt tatsächlich zur Aufmarschmusik der Kraftpakete (auch wenn meine persönliche Ringfanfare nach wie vor The Bugs "Killer" bleibt). Derbes Gitarrengeschrappe fährt darüber hinaus das Jonny Chash Producerteam zur Rückendeckung der "Drei Löwen" Massiv, Sonic und Beirut auf.
Den in meinen Ohren dicksten Wurf landen aber einmal mehr Brisk Fingaz und Sti mit dem schweinemäßig pumpenden "MAS Techno". Neu ist auch das nicht: Chimären aus Rap, Elektrosounds und Ragga-Elementen haben bereits andere durchs Dorf getrieben. Trotzdem rockt hier ein astreiner Clubtrack, der den Unterkiefer so hart auf dem Tanzboden aufschlagen lässt, wie weiland der Mond ins Ghetto krachte.
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Der Rapper Massiv spaltet die Nation. Einerseits die (beinahe) fanatischen Anhänger, die ihr Idol bedingungslos unterstützen, andererseits die Kritiker, die Massiv neben mangelhaftem Raptalent vor allem unreflektierte und widersprüchliche Aussagen auf früheren Veröffentlichungen vorwerfen. Die Kontroverse um Wasiem Taha eskalierte Anfang vergangenen Jahres, als der Rapper bei einem wodurch auch immer motivierten Anschlag von einer Kugel am rechten Oberarm verletzt wurde.
Gut ein Jahr nach diesem dramatischen Zwischenfall erscheint mit "Meine Zeit" Massivs mittlerweile drittes Album; das erste Album, welches nach besagtem Vorfall aufgenommen wurde. Obwohl Massiv von der Plattenfirma weiterhin offensiv als "Der neue Gangstarap-Superstar" vermarktet wird, zeichnet bereits das Booklet ein anderes Bild und zeigt einen nahbaren Menschen. Das Image als quasi unverwundbare Kampfmaschine zerbröckelt. Dieser Wandel spiegelt sich dann auch auf den 18 Anspielstationen (Müller-Edition) des Albums wider. Stumpfe Ansagen weichen (halbwegs) reflektierten und glaubwürdigen Aussagen auf "Deutschland". "Meine Zeit" entwickelt sich auch dank großartigem The Royals-Instrumental zu einer wahren Hymne. Rapsoul-Barde C.J. Taylor ergänzt die authentischen Ausführungen auf "Es zählt jede Sekunde" mit einer passenden Hook. "Das gewisse Etwas" dürfte ob seiner Treffsicherheit selbst den letzten Hater zumindest für einige Sekunden zum Schweigen bringen. "Blutsbruder" weiß durch fesselnden Vortrag zu gefallen und auch die erste Video-Auskopplung zu "Hollyhood" überzeugt in bester "König von Deutschland"-Manier.
Nach wie vor beweist Massiv ein glänzendes Händchen für die musikalische Untermalung seiner Ausführungen. So liefern Brisk Fingaz & Sti, Martelli, Instrumens, Shuko & Cos, The Royals, Woroc, Johnny Chash, Riga & Beatgees, Serious Sam, Tango & Cash und Bullet Beats allesamt amtliche Produktion ab, die dank stark verbesserten verbalen Fähigkeiten des Protagonisten entgegen der bisherigen Tradition nicht ruiniert werden.
Bei all den positiven Anmerkungen soll jedoch der überflüssige Sprung auf den bereits abgefahrenen Elektro-Zug ("MAS Techno") ebenso wenig wie vor Pathos triefende Nummern wie "Hand in Hand" verschwiegen werden. Dennoch stellt "Meine Zeit" im Vergleich zu den Vorgängern einen Meilenstein in Massivs musikalischer Entwicklung dar. Verbessertes Liedschreiben, neu erworbene Rap-Fähigkeiten und eine positivere Gesamtbotschaft machen "Meine Zeit" zu einem der besseren Alben der Gangstarap-Kaste, welches dank Nummern wie "Deutschland" sogar integratives Potential besitzt. Damit verdient dieses Album trotz zweifelhafter Vorgänger eine faire Chance.
Wertung: 4/6
[url=http://herrmerkt.blogspot.com/2009/03/massiv-meine-zeit-review.html]Quelle
Massiv hat mich verloren, aber er ist ja auch gluecklicherweise nicht auf mich angewiesen. "MAS Techno" ist mit die groesste Kacke, die ich in den letzten Jahren gehoert hab', und ich war derjenige, der ihn hier am meisten gepusht hat. Auch "Hollyhood" finde ich sehr traurig. Schade, was aus der ganzen Sache geworden ist.
Hab das Album einmal durch. Die Chancen für nen zweiten Durchlauf stehen schlecht. Massiv hat das Aggressive in der Stimme fast komplett aufgegeben. Er rappt fast bei allen Liedern extrem langsam, was sie teilweise echt unhörbar macht. Außerdem sind die Texte mal echt Emo-mäßig. Dagegen war ja HMP ein total hartes Album 
Ach ja, bessere Beats hat er auch schon gehabt. Die Beats von Einer aus dem Volk, 3 Löwen und Rockballade haben mich mal kurz aufhorchen lassen, sonst hab ich mich nur gelangweilt...


ich mache keine fehler, aber du- mit der bekanntgebung deiner illegalen aktivitäten, sucker-kiga style
btw: außer einem offenem "album ist scheiße" kam von dir noch keine fundierte kritik dazu
wertung, einzelne kritik zu songs, beats, inhalt, features
ansonsten zurück ins bett, mutter wartet, sonst verkauft sie noch ihr fell. beeilung
"ich mache keine fehler,"
-ich wollte wissen wieso du absichtlich einen schreibfehler einbaust.
"aber du- mit der bekanntgebung deiner illegalen aktivitäten, sucker-kiga style"
-soweit ich weiß hörst du dir musik, zb blutsbruder, über youtube an. genauso illegal, soweit ich weiß ->sucker-kiga style.
"btw: außer einem offenem "album ist scheiße" kam von dir noch keine fundierte kritik dazu
wertung, einzelne kritik zu songs, beats, inhalt, features"
-kommt vllt noch. außerdem habe ich nicht gesagt, dass das album schice ist. nur dass ich kein geld dafür ausgeben würde, konnte man aus einem meiner posts interpretieren.
logisch hab ichs mir zuerst auf youtube angehört um den eindruck zu bekommen(in etwas dasselbe wie wenn man es sich im laden anhört, falls du mir folgen kannst) und danach gekauft oder bist du neuerdings mein nachbar
wär mir aufgefallen, wenn das seucheninstitut die lage gecheckt hätte
"Einer aus dem Volkommtkommtkommtkommtommtommt" ist grottig, "ich bin deutscher HipHop" ne Beleidigung (er wär fast verblutet auf dem Weg ins Krankenhaus.. ), "Hand in Hand" ach ne, schon kein Bock mehr.
Kultiviert wie Freundeskreis.. ich brech ab.
Was für ein Komplett-Mist.

ich hab im netz nur den titeltrack gefunden.
der text ist schon eher knuffig als abstossend. das ist irgendwie süß.
welcome in the brave new pop-world?
aber diese furchtbaren plastikstreicher aus der carpendale-konserve ziehen ja alles runter. da fallen einem ja die zähne aus.
soll das absichtlich trashig sein? peil ich das nur nicht? oder ist der producer taub?
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