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Elektra – Königstochter einer griechischen Tragödie. Mit Elektra hat Marina And The Diamonds neuestes Werk wenig zu tun. Eher mit Trägödie. "Electra Heart", das ist so: Poppiger als Pop. Provokation mit dem Vorschlaghammer. Das ist so: Muss das sein? Brauchen wir noch so eine? Fast scheint es, als wolle die Dame mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Verluste an die Spitze der Charts. Dass sie dabei an Charakter, an Einzigartigkeit verliert, scheint sie nicht zu merken oder zu stören.
Was beim ersten Album noch spannend inszeniert wurde, ist hier Kaugummi-Pop: durchgelutscht, ausgespuckt, plattgetreten. Der Alte-Kaugummi-Vergleich stammt nicht von ungefähr. Gleich zu Beginn der Platte stellt sich Marina als "Bubblegum Bitch" vor. Mal ist sie "Homewrecker", mal ein wasserstoffblondes "Teen Idol". Ein "real fake, a virgin pure, a 21st century whore". Vielleicht sollen diese inszenierten Provokationen es reißen? Es wundert jedenfalls nicht, dass sich ein Song "Sex Yeah" schimpft und Marina eben diesen mit "Sex Sex Sex Sex" einträllert.
In "Primadonna" singt sie: "Primadonna girl, yeah. All I ever wanted was the world. I can't help that I need it all: the primadonna life, the rise, the fall." Diamandis scheint - wie schon beim Debüt - die Popwelt irgendwie auf die Schippe nehmen zu wollen, verpasst ihren Songs aber einen derart gewöhnlichen Elektrobeat und pumpende Bässe. Dabei präsentiert sie sich im Look wie Katy Perry. Auf ihrer Homepage stellt sie einige mehr oder weniger Akustik-Versionen bereit. Ohne die schrecklichen Bumm Bumm-Beats muten die Titel nur noch halb so auswechselbar an und gewinnen sogar eine gewisse Coolness.
Ob bei "Lonely Hearts Club" oder "Radioactive": das Album zeigt sich trotz der Übertreibungen bei der Produktion häufig eintönig. Noch beim ersten Album bewunderte man ihr Organ, ihre Liveauftritte machen sprachlos. Doch jetzt klingelt nur das Ohr, wenn Marina ins Mikro kreischt: "Homewrecker! Homewrecker!" Der Song selbst bietet wenigstens ein wenig Abwechslung, denn die Sängerin versucht sich im Sprechgesang. Die Ballade "Buy The Stars", die Anfänge von "Power & Control" oder der einwandfreie Pop bei "Hypocrates" sind dann doch noch ganz angenehme Überraschungen.
"Electra Heart" - leider außergewöhnlich gewöhnlich. Wenn selbst Marinas Stimme manchmal nichts mehr retten kann, sollte sie sich fragen, ob sie mit ihrer "Pick a personality for free when you feel nobody"-Einstellung wirklich eine gute Wahl getroffen hat.
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Danke, danke, danke, danke, liebe Debbie! Du sprichst mir soooo aus der Seele.
Also die Rezi scheint mir doch ein bisschen so "Ach ein Popalbum, hauen wir mal die üblichen Plastikkaugummibitchpopsprüche raus und tun so als ob wir uns wirklich mit der Platte befasst haben".
Ich find Primadonnagirl eigentlich sehr erfrischend, den Rest kenn ich noch nicht.
Ich wollte das Album wirklich mögen, weil mir der Vorgänger sehr gut gefallen hat, aber es. ging. nicht. Bis auf wenige Ausnahmen ("Primadonna" und vielleicht "Fear and Loathing"; "Radioactive" scheint ja gar nicht drauf zu sein) klingt das alles irgendwie gleich und nervig. Schade!
Ach Gott, jetzt geht das schon wieder los! Ich glaub sowas ist auch 2003 bei Jewel und ihrer 0304 Platte passiert, wo sie auch 'ne Pop-Platte voller Ironie gemacht hatte und sie Fans dafür am liebsten erschlagen wollten.
Ich finde es noch immer eins ihrer besten Alben. Und nun Marina, es steht viel Witz und Ironie dahinter, klar sie will die Nummer 1 sein. Ist ihr ja auch gelungen, wer es nicht weiß, sie ist Nr 1 UK Alben. Ich mag die Platte sehr, vor allem Radioactive, das ist übrigens nur auf der Deluxe Version drauf. Es ist melodischer, teils melancholischer, teils flippiger Dance. Wenn es Pet Shop Boys gemacht hätten oder Rufus Wainwright, wurde das hier locker 4 Punkte bekommen, aber nein es ist ja eine Tusse, igitt, igitt, igitt! Marina sagts eh am besten in Primadonna: "Fill the void up with celluloid !"
Ich hab schon weitaus vernichtendere Reviews gelesen, aber das ist bei weitem die dümmste bisher.
Kein Wort über das Konzept, kein Wort über die verschiedenen Produzenten, kein Wort über verschiedene Musikstile - nur oberflächlich runtergelallt.
Das Album ist eines der erfrischendsten und besten Pop Releases dieses Jahr bisher, nach Bubblegum Bitch als Opener sollte man doch merken das sämtliche Oberflächlichkeiten nur aufgesetzt sind und mehr als Parodie/Kritik zu nehmen sind,
ihre Songs haben wenigstens eine Message und versuchen immer irgendwas rüberzubringen im gegensatz zu vielen anderen Sirenen im Business.
Hab das jewel album ganz gerne gehört, die review überrascht mich etwas. Naja, ich werde bei gelegenheit trotzdem mal reinhören.
Entweder veränderst sich ein Künstler zu sehr verbunden mit der Kritik "Austausch geworden" "Mainstream" "Zu verrückt" oder er bleibt wie er ist mit der selben Kritik. Wie oberflächlich hier die Texte in die Waagschale geworden wurden... Bei jemandem wie Luca Hänni gibt es eine doppelt so lange Rezension, da kann man ahnen welchen Alben welche und wieviel Aufmerksamkeit geschenk wurde.

Stell dir vor, ernsthaft, wobei letzteres nur eine semipolemische Mutmaßung ist. Einmal durchhören, Klischeekiste aufmachen und in 4,5 Absätzen an der Oberfläche kratzen macht eben keine gute Rezension.
Aber auch beim ersten Album gabs ja nur 3/5 gemessen am Feedback der meisten Hörer desselbigen.
Gepflegtes Rumtrollen ist gleich viel sachlicher als eine eigene Meinung. Daumen hoch!
Noch mal unter uns. Ich verstehe das nicht. Da hätte man 1990 auch "Paintings In Yellow" von Sandra feiern können. Aber ich versteh ja auch Florence And The Roxette schon nicht. 80er Popgesülze, dass sie einem als derbsten künsterlichen Scheiß verkauft wird. Und alle tun so als hätte Kate Bush einen besonders würzigen feucht fröhlichen Pups abgelassen.
Ist Popmusik als solches schon verachtenswert bei laut.de?
Ich hasse dieses zwanghaft-alternative. Ja, poppige Kaugummisongs sind das alles. Und wisst ihr was? Man kann es hören. Springt über euren Bildungsbürgerschatten. Ihr schafft das. Ich glaube an euch.
Ansonsten gefallen mir wie immer die großartigen Texte ("Every boyfriend is the one/until otherwise proven" oder auch "Boys and their toys/and their 6 inch rockets/we're all very lovely/til we get to know each other/as we stop becoming friends and start becoming lovers" aus Homewrecker).
Für mich immer noch eine gute Kombi: Ohrwurm-Dudelpop mit anspruchsvollen Texten.
Alle anderen können ja weiterhin Vive la Fete und anderes Alternativ-Gedudel ohne Konzept hören.
Ich muss auch sagen, dass ich die Kritik hier kaum nachvollziehen kann. Gut, beim ersten Mal hören dachte ich 'oh, und darauf jetzt so lange gewartet? ist ja mal recht 08/15 und klingt ziemlich gleich'. Aber nach ein paar mal hören hört man doch deutliche Unterschiede und die Songs wachsen gewaltig. Dazu noch die teilweise wirklich tollen Lyrics.
Am liebsten hab ich im Moment Lies, Fear And Loathing und Buy The Stars
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