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Sie stürmen allerorten die Charts, die jungen Damen, die gerade einmal legal in einer Bar ein Bier bestellen dürfen, ohne dass die Polizei sie flugs zu Mama und Papa nach Hause fährt. Unter diesen blutjungen Frolleins tummeln sich ungeschliffene Rohdiamanten wie Joss Stone, Jojo oder Annett Louisan, aber auch eher belanglose Interpretinnen wie Maria Mena.
Aus ihren bislang in Norwegen erschienenen zwei Alben ("Another Phase", "Mellow") destilliert die Plattenfirma recht uninspiriert zwölf Songs, die Äonen entfernt von der Schmerzgrenze ihre Banalitätskreise ziehen. Menas naiver Charme beruht - neben ihrem ansehnlichen Äußeren - hauptsächlich auf ihrer sanft gehauchten Stimme. Zehn Minuten kann man an dieser Art zu singen sicherlich Gefallen finden, auf Albumlänge hingegen lullt die immer wieder gleiche Art der Intonation gefährlich ein. Die fehlende Abwechslung auf stimmlicher Eben findet ihre Entsprechung im Songwriting. Die Kompositionen sind mit gutem Willen bestenfalls noch als nett zu bezeichnen, zumal eigene, interessante Ideen kaum zu finden sind.
In "You're The Only One" liefert sich Maria ein beeindruckendes Duell mit Alanis Morissette, wie viele Silben man in eine einzige Zeile quetschen kann. So holpert und stolpert sie sich durch die Strophen, für den Gott sei Dank immer wieder erlösenden Refrain muss man ihr sehr dankbar sein. Jugendfrei richtet sie ihre Worte an den Geliebten.
"I hope you can forgive me for that time when I put my hand between your legs and said it was small, 'cause it's not - at all"
Ha, Pulleralarm! Ihr Vorbild Morissette hätte wenigstens das Wort Schwanz in den Mund genommen, aber was nicht ist, wird ja vielleicht noch, inklusive plakativer "Peeps" in den dazugehörigen Videos.
Die Geschichtenerzählerin Mena behandelt die übliche Durchschnittskost; sie bietet beides, Liebe und Teenage-Angst. Ergreifend ist jedoch anders. "Lullaby", eine Abrechnung mit ihrer Mutter, die sich von ihrem Vater hat scheiden lassen, kann in Ansätzen noch über die Enttäuschende emotionale Mittelmäßigkeit von "White Turns Blue" hinweg helfen.
Eines gewissen Talents kann sich Maria Mena sicher sein. Ihr harmloser Poprock wirkt aber derart nivelliert, dass sämtliche (eventuell einmal vorhandenen) Spannungsmomente zugunsten eines hundertmal gehörten MOR-Schlonzes geopfert wurde. Kein Wunder, dass ausgerechnet Amiland anscheinend ganz angetan ist von dem, was da aus Norwegen tönt. Formatmucke für ebensolches Radio.
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