laut.de-Kritik

"Viel Spaß beim entspannten Hören dieses wunderbaren Albums."

Review von

Musik, die die Welt nicht braucht oder großartige Künstlerin, das ist hier die Frage! Einerseits eröffnet Madeleine Peyroux "Bare Bones" genauso harmlos, wie sie es beendet, andererseits haut die amerikanische Chanteuse lediglich so gnadenlos in die softe Kerbe wie Norah Jones, Till Brönner, K.D. Lang, Lizz Wright, Katie Melua, Carla Bruni oder X oder Y oder Z. Wo verläuft also der schmale Grat?

Nirgends! Die Grenzen sind fließend. Wer das eine mag, wird das andere nicht hassen. Kommen wir also zu den Hard Facts: Erstmals schreibt Peyroux das gesamte Repertoire eines Albums selbst. Fluch oder Segen liegt auch hier im Ohr der Hörerschaft. In Tat und Wahrheit macht Peyroux nichts Neues, sie macht aber auch nichts falsch. Eine bunte Palette lockerer Frühlingslieder hat schließlich noch keinem langen Winter geschadet.

Damit ist auch der Titel "Bare Bones" erklärt, denn es geht Peyroux um das nackte "Wesentliche", das in ihrem Fall ein sehr entspanntes, relaxtes und insgesamt recht ungefährliches, ist. Ein paar Blue Notes hier, ein wenig Jazz dort, ein bisschen Country da. Auch im Singer/Songwriter-Business taugt, was sich verkauft - und das sind derzeit sanfte Klänge.

Und nein, dieses Mal ist ausnahmsweise nicht die Finanzkrise schuld, denn softer Singer/Songwriter-Jazz lief schon vorher wie geschnitten Brot - wenn er gut gemacht ist. Das versteht sich bei einer erfahrenen Sängerin wie Peyroux von selbst, sie weiß schließlich wo der (Oster)hase lang läuft.

Doch nicht nur der Veröffentlichungstermin ist bestens gewählt. Auch die Besetzungsliste ihrer Band liest sich hervorragend, wobei sie auf langjährige und vertraute Weggefährten wie den Produzenten & Bassisten Larry Klein und Steely Dan-Gitarrist und Songwriter Walter Becker setzt. Gemeinsam erschaffen sie ein Werk ohne Höhepunkte und Absacker.

Peyroux fachgerechtes Können steht - selbstredend - ebenfalls nicht zur Debatte. Sie beherrscht ihr künstlerisches Handwerk, weiß wie man singt und Herzen gewinnt. Das tut sie mit "Bare Bones" reihenweise. Denn, noch smoother und netter kann man sich nicht in Szene setzen und das erste komplett selbstkomponierte Album bewerben.

"To Love You All Over Again", dessen Schlusssatz "I Love You All Over Again" in den Ohren hallt, geht als Motto durch. Man darf getrost wünschen, was auch der Promoter empfiehlt: "viel Spaß beim entspannten Hören dieses wunderbaren Albums."

P.S. "To Love You All Over Again" beginnt mit den Worten: "An Empty Room Is What You Get" - Zufall, ich schwöre.

Trackliste

  1. 1. Instead
  2. 2. Bare Bones
  3. 3. Damn The Circumstances
  4. 4. River Of Tears
  5. 5. You Can't Do Me
  6. 6. Love And Treachery
  7. 7. Our Lady Of Pigalle
  8. 8. Homeless Happiness
  9. 9. To Love You All Over Again
  10. 10. I Must Be Saved
  11. 11. Somethin' Grand

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6 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    Muss es nicht "der schmale Grat" heißen, anstatt "der schmale Grad"?
    Album is nich mein Fall...

  • Vor 8 Jahren

    Ich setze jetzt nicht zu großen Erklärungen an, weshalb ich mir das Album kaufen werde. Ich krittele auch ganz sicher nicht an deinen ** oder deinem Text rum. Er ist eher "allgemein" gehalten, hätte dir das Album gefallen, hättest Du wahrscheinlich etliches mehr zu den Tracks geschrieben.
    Ich mag die Peyroux, hab ihre bisherigen Veröffentlichungen im Regal stehen und weiß, wann ich eines ihrer Alben auflegen möchte. Bei mir wirkt der satte "Dreamland"-Bonus immer noch nach, ihr Debutalbum war schon sehr sehr crémig....lang ists her. ;)
    Obwohl die Alben danach dagegen nicht anstinken konnten, bewegt sie sich wenigstens noch ungefähr auf dem Niveau der in deiner Review genannten Referenzen. Mit einer Ausnahme: Lizz Wright....gegen die bekommt sie zumindest derzeit keinen Stich. ;)

  • Vor 8 Jahren

    Naja der "schmale Grad" der zu erst in der Kritik stand. Ist mitlerweile aber schon abgeändert worden. Löblich ;)

  • Vor 8 Jahren

    hey jan,

    ich würde mich aufs heftigste gegen ein rumkritteln am text wehren *lach*

    >hätte dir das Album gefallen, hättest Du >wahrscheinlich etliches mehr zu den Tracks >geschrieben.

    :-) - zugegeben, ich wollte es nicht verheimlichen, dass mir das album nicht so wirklich gut gefällt ;-) ... ich empfehle derzeit sophie hunger, heidi happy, Amewu, Big Zis, Ziggi, Jondo ... Peyoti For President, Lura (beide kommen am 27.3.) und Smoove & Turrell ... :-)

    Träum ich, wenn ich weiß, wann du weißt, wann du eines ihrer Alben auflegen möchtest ;-)

    es kann sich nur um niedere triebe wie staubsaugen oder Romantik handeln :-)

    herzlichste grüße aus dem saukalten konstanz

    Opi Wan Kai Nobi

  • Vor 8 Jahren

    @Obi Wan KaiNobi (« hey jan,

    ich würde mich aufs heftigste gegen ein rumkritteln am text wehren *lach*

    >hätte dir das Album gefallen, hättest Du >wahrscheinlich etliches mehr zu den Tracks >geschrieben.

    :-) - zugegeben, ich wollte es nicht verheimlichen, dass mir das album nicht so wirklich gut gefällt ;-) ... ich empfehle derzeit sophie hunger, heidi happy, Amewu, Big Zis, Ziggi, Jondo ... Peyoti For President, Lura (beide kommen am 27.3.) und Smoove & Turrell ... :-)

    Träum ich, wenn ich weiß, wann du weißt, wann du eines ihrer Alben auflegen möchtest ;-)

    es kann sich nur um niedere triebe wie staubsaugen oder Romantik handeln :-)

    herzlichste grüße aus dem saukalten konstanz

    Opi Wan Kai Nobi »):

    Das kommt zu ca. 50% hin. :D
    Die übrigen 50% bzw. die restlichen 2 wirklich unterirdischen Triebe verrate ich dir nicht. :tongue:
    Jondo muss ich nochmal anhören, Sophie Hunger wird demnächst wohl in der Postbox landen. Amewu ist Rap, damit kann ich wenig bis nix anfangen.

    Aber ich warte auf Heidi Happy :cryphone: