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"Manche leben in Häusern, Bosse leben in Schlössern. / Underground-MCs leben unter der Erde in Löchern." So eröffnete Justus vor sieben Jahren das mittlerweile legendäre Debütalbum der Rapmeister, das nicht nur Berlin auf Deutschlands Landkarte des Sprechgesangs etablierte, es hievte auch Battlerap ins öffentliche Bewusstsein - Konkret Finn hin oder her. In Drecklöchern hausen sie noch immer, die selbst ernannten Rockstars mit "Halstattoos". Was aber ist von der kompromisslosesten und hungrigsten Rapgroßfamilie Deutschlands übrig geblieben?
Nicht viel, das vorneweg. Obwohl "Moves" mit stakkatoartigem, sphärischen Elektrobeat noch halbwegs ordentlich eröffnet, beginnt danach die ungebremste Talfahrt. "Halstattoos" und "Wir Packen's An" sind von der Grundidee her zwar witzig, aber was soll das bitte für eine Umsetzung sein? Jack Orsen, sicherlich nie mit großen Rapskills gesegnet, liegt im Clinch mit dem Beat und unterliegt dabei erschreckend oft. Big Derill Mack und Fumanschu versuchen wenigstens, ihre weitgehend sinnfreien Aussagen in technisch anspruchsvolle Reime zu verpacken. Illo, für gewöhnlich eher die graue Maus der Truppe, macht im Vergleich zu seinen Kollegen alleine deshalb eine gute Figur, weil er nichts falsch macht. Das ist doch keine Basis!
Was erlauben Justus? Der mit Abstand talentierteste Rapper der Truppe, wenn nicht einer der besten Wortakrobaten Deutschlands, bringt keinen einzigen Part, der mir selbst nach dem siebten Durchgang im Gedächtnis geblieben wäre. Möglicherweise dreht er lyrisch bei "Supermann" oder "Jump" auf? Nein, denn diese beiden Tracks waren selbst unter Zuhilfenahme einiger Mut-Schnäpse nicht vollständig hörbar. Wer zur Hölle kommt auf die Idee, ausgerechnet auf den schlechtesten Beat von Jay-Zs und R. Kellys "Best Of Both Worlds" zu rappen, geschweige denn, Van Halens überdudelte Brechreiznummer im Refrain von "Jump" auf "Spring" umzudichten?
'Öfter mal was Neues' vs. 'Schuster, bleib bei deinen Leisten'. Gegen eine Weiterentwicklung ist sicherlich nichts einzuwenden, wenn das Ergebnis seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Nur geht der Versuch vollkommen in die Hose. Obwohl die Rapper sich wirklich alle Mühe geben, werden das Album wohl ohnehin nicht genug Leute hören, um das Andenken zu ruinieren. Man muss ihnen zugute halten, dass "Simply The Best" wohl ohnehin nur konzipiert wurde, um gemeinsam mit den übrig gebliebenen Fans noch einmal ordentlich abzufeiern. Aber Rap ist eben kein Wochenendtrip ins Eurodisneyland.
Was bleibt, ist ungläubiges Kopfschütteln. Man muss schon Hardcore-Supporter sein, um diesem Kompendium von elf halbgaren Chaostracks etwas abgewinnen zu können. Lediglich "Moves", "Jeden Tag" und "Bei M.O.R." sind hörbar, damit unterbietet das Album sogar die schlechtesten Solo-Releases der einzelnen Mitglieder. Um es mit Samy zu sagen: "Ihr seid nicht Untergrund, sondern unter aller Sau." M.O.R., Westberlin Untergrund - Eure Zeit ist abgelaufen. Und bitte, bitte, bitte mit Zucker obendrauf: Versucht nie wieder, zu singen!
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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M.O.R. - Simply the best | Infos (Lieferzeit/Service) | €12,95 | €3,90 | €16,85 |












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