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"Don't Think About Me" bittet Deutschlands neuer "Superstar" in seinem Siegertitel. Lässt sich machen, versprachen wir bereits bei seiner Inthronisation am Ende der drögsten DSDS-Staffel aller Zeiten. Viel, über das man nachdenken könnte, hat der kleine Schweizer im Rahmen der Casting-Show schließlich nicht geboten.
Ein freundlicher Junge präsentierte sich da, hinreichend niedlich, um seiner minderjährigen Bravo-Klientel feuchte Träume zu bescheren. Neben Ecken und Kanten gehen ihm dummerweise auch Wiedererkennungswert und Stimmvolumen völlig ab.
Kaum gehört, schon vergessen - diesen Nicht-Eindruck hinterließ Luca Hänni Woche für Woche. Sein in inzwischen altvertrauter, deswegen aber nicht minder ärgerlicher Manier zusammengeschusterter Erstling verpufft ähnlich wirkungslos.
Als "Debüt-Album" mag man die hastig und entsprechend lieblos hingeschluderte Compilation gar nicht bezeichnen. Zum Gewinner-Song gesellen sich fünf bewährte Hits, die Luca Im Verlauf der Mottoshows bereits zum Besten gab.
Produktionen von Bohlens Fließband füllen die Trackliste auf die offenbar obligatorischen zwölf Nummern auf. Hallelujah. Über allgegenwärtige billige 90er-Jahre-Synthie-Beats, mutloses Akustikgitarrengeklampfe oder das immer gleiche Chimes-Klingeling, kaum dass der Weg in Richtung Ballade führt, kann man sich nicht mehr wirklich wundern, sobald der Warnhinweis "Produced by Dieter Bohlen" irgendwo zu lesen steht.
Die schlichten bis lächerlichen Texte zu kritisieren, fühlt sich im Jahr 2012 ebenfalls langsam an, als kicke man den Kadaver eines vor vier Tagen verstorbenen alten Hundes quer über die staubige Dorfstraße. Dass Bohlen seine lyrischen Ergüsse aus einem knapp hundert Vokabeln Schulbuch-Englisch umfassenden Wortschatz speist, wissen wir längst.
Rätselhaft bleibt, wie er es fertig bringt, ungebrochen night auf tight, heart auf apart zu reimen und abgeschmackte Floskeln der Marke "I love you more than words can say" (denn, "baby you are my destiny", nämlich!) in die Welt zu entsenden, ohne dass ihn die Scham in den Erdboden rammt. "I will die for you, I will cry for you."
Träumen, ganz feste glauben, endlos lieben und verlassen muss Luca ein halb Dutzend Mal, Hektoliter Blut wringen die Zeilen aus seinem unschuldigen Eidgenossenherz. Schade, dass man davon überhaupt nichts spürt: Lediglich sein unüberhörbarer Alpen-Akzent verleiht seiner aseptischen Darbietung die Spur einer eigenen Note - und die fällt nicht unbedingt positiv ins Gewicht.
In den vergangenen Jahren - den Totalausfall Pietro Lombardi einmal außen vor gelassen - gebar DSDS wenigstens Gewinner, die doch zumindest ihrer Stimme wegen Beachtung verdienten. Luca Hänni hat - ohne jetzt allzu gemein sein zu wollen - nichts. Keine Ausstrahlung, kein Alleinstellungsmerkmal. Nichts! Für ihn müsste man das Attribut "nett" erfinden, gäbe es das nicht schon. Und jeder weiß, wessen kleine Schwester das ist.
So mildern diesmal auch die nicht aus Bohlens Feder stammenden Nummern die Mühsal wenig, überbieten sie sich doch gegenseitig an Ödnis. Schnarchpop von Ed Sheeran ("The A Team") oder den Kings Of Leon ("Use Somebody"), Justin Biebers Träller-Liedchen "Baby" oder "Allein, Allein" von Polarkreis 18 - ein Stück langweiliger als das nächste.
Selbst Philipp Poisels "Eiserner Steg" landet ohne die Knautschigkeit in der Stimme des Original-Interpreten endgültig in der Zweidimensionalität des Popschlagers. In "I Will Die For You" scheinen dann - "Oh, eh, oh, eh, ah!" - folgerichtig auch noch Dschingis Khan um die Ecke zu keuchen. Die Grandprix-Truppe, nicht der Mongolen-Boss. In einem Land, das sich dieses Machwerk als "Musik" andrehen lässt, muss man das vermutlich explizit dazuschreiben.
Am Ende bleibt dank des offensichtlich gedankenlos gewählten Albumtitels ein Ohrwurm - von Suzanne Vega. Wie deren Luka fühlt man sich nach dem Konsum dieser Platte auch: geprügelt - und unendlich müde.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
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My name is Luca | €13,23 | €3,95 | €17,18 |
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My name is Luca | €19,99 | €3,00 | €22,99 |
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"Die schlichten bis lächerlichen Texte zu kritisieren, fühlt sich im Jahr 2012 ebenfalls langsam an, als kicke man den Kadaver eines vor vier Tagen verstorbenen alten Hundes quer über die staubige Dorfstraße."
"In den vergangenen Jahren - den Totalausfall Pietro Lombardi einmal außen vor gelassen - gebar DSDS wenigstens Gewinner, die doch zumindest ihrer Stimme wegen Beachtung verdienten."
nicht das ich als Schweizer jetzt da besonders reinschiessen will, aber komm schon. DSDS ...? das ist jetzt schöngeredet.
Wie kann man nur so eine Kritik schreiben, traurig, traurig und nochmals traurig. Ich gehöre mit meinen 50 Jahren wohl kaum zu der von Ihnen beschriebenen Klientel. Oder doch, na ja 12 und 50 liegen ja nahe beisammen nicht? Ich habe die CD nun schon dutzendemal gehört und finde die meisten Songs echt stark. Luca hat wirklich eine tolle Stimme, falls Sie dies nicht hören wollen oder können, ist dies schade und wird dem Sänger nicht gerecht.
Schreiben Sie doch weiterhin 'so tolle' Kritiken, nur zu ....
@Fear_Of_Music
Du findest die CD offenbar auch nicht gut. Ok, kein Problem, aber Kritik sollte schon sachlich und fundiert sein. Dies ist jedoch bei dieser Kritik klar nicht der Fall. Jeder soll doch das hören was ihm gefällt oder? Falls die Songs nicht gefallen, muss man die CD auch nicht kaufen. Solche Verrisse sind absolut unnötig.
Ich glaube, den Versuch, dieses Album so zu beleuchten, wie Musicfan4 es sich wünscht fände ich schon tausendmal lustiger als den eigentlichen Verriss. Und Dani gibs zu, dass du dich doch jedes Jahr drauf freust, den neusten Silberling aus der DSDS Schmiede runter zu machen!
Sancho, so etwa (das beste was ich auf amazon.de gefunden habe) meiner meinung nach hat luca hänni die gerade beendete dsds-staffel zurecht gewonnen. es gibt sicher sänger die vielfältiger und reifer klingen, aber luca bietet ein gutes gesamtpaket: er sieht wirklich gut aus, kommt sympathisch rüber und er hat einen hohen wiedererkennungswert. er hat eine ganz spezielle englisch-aussprache und hat so wind in der stimme, wie dieter bohlen sagt. so ein zarter schmelz... ich kann es nicht genau beschreiben, aber mir gefällt seine stimme richtig gut.
wie schon nach der letzten staffel setzt produzent dieter bohlen beim siegeralbum auf einen mischung aus coverversionen, der von luca bei dsds vorgetragenen songs, und eigenkompositionen.
mit "a-team" und "allein, allein" hat man die beiden besten nummern für das album ausgewählt. beide songs passen sehr gut zu lucas stimmklangfarbe. schade, dass es "wonderful life" und "fields of gold" nicht auf das album geschafft haben...
die eigenkompositionen gefallen mir- im gegensatz zum letztjährigen siegeralbum- viel besser. neben den klassischen dsds-balladen, die durch lucas schmelz in der stimme besonders gut rüberkommen, gibt es auch zwei echte powerpop-songs, die auch der klassischen bohlen-klientel gefallen dürften. und die letztgenannten titel finde ich auch richtig stark- zwei echte ohrwürmer. "i believe" wäre die bessere wahl als siegertitel gewesen und "i will die for you" klingt wie eine modern talking-nummer mit aktuellen soundelementen. von den balladen gefallen mir "do you want to know a secret" und "i'l be there" (lucas beste stimmliche leistung auf der cd) am besten.
fazit: das ist nicht die neuerfindung der popmusik, aber ein solides popalbum mit einer zimlich bunten mischung von titeln- unterschiedliche sounds, deutsche und englische texte. dadurch klingt "my name is luca" nicht so gleichförmig wie manch anderes dsds-siegeralbum der vergangenen jahre. wer luca bei dsds mochte, liegt hier richtig und wird sicher gefallen an dem album finden. wer gerne den klassischen sound von dieter bohlen mag, wird hier eher fündig werden als bei daniel schumacher, merzad marashi oder pietro lombardi.
ich drücke luca die daumen, dass er es schafft sich am deutschen musikmarkt zu etablieren und seine karriere länger hält als die der meisten seiner vorgänger als dsds-sieger. hopp luca!
Ich hör zwar immer nur verdammt wenig von den jeweiligen "Künstlern", die bei DSDS gewinnen, halt wenn ich mal zum Radiohören genötigt werde, aber ich hab so das Gefühl, dass man so gut wie sämtliche Gewinnersongs der letzten Jahre von einer Person einsingen lassen könnte und ein Außenstehender würde nicht darauf kommen, dass sie zu unterschiedlichen Sängern gehören. Die "Individualität" entwickelt sich ja eher aus der schlechten Aussprache oder Schnappatmung des jeweiligen Sängers. Aber die Masse kauft und das ist das Ziel. Nur schade, dass das auf Kosten einer so schönen Sache wie der Musik passieren muss...
Musicfan4 ist wohl oomphies neueste Inkarnation? Früher gab's mal einen (bei den Tokio Hotel-Rezis) der hatte den tollen Namen "Adonis Adipositas", der war auch gut erdacht.
Ja, ich weiß... laut.de verpflichtet sich auch musikalischem Rotz. Das ist ok, mit Musik abseits des Mainstreams lässt es sich nicht so leicht existieren, aber: muß denn wirklich jede Castingtröte ein Profil und eine Rezension erhalten?
Ich habe jetzt hier mal reingehört, weil ich nicht einmal 5 Sekunden dieser Staffel angesehen habe, aber was man da hören kann, verursacht doch körperliche Schmerzen. Diese Kids sind so egal, deren Alben noch viel egaler, zumindest was das öffentliche Interesse angeht.
Ich finde es unterste Schublade dass man den Jungen so runter macht.
Seine Stimme hat einen Wiedererkennungswert und er hat die Songs bei DsdS super vorgetragen.
Und hallo ich gehöre nicht zu seinen jungen Fans ich hab erwachsene Kinder
Ich hoffe für Luca dass er ganz lange Erfolg haben wird
@michimarco
Wen wundert das denn? Da werden junge Leute ins Rampenlicht geprügelt, ihnen wird Erfolg und Berühmtheit versprochen und wenn die Staffel rum ist, werden Sie fallengelassen, alleingelassen, weil der nächste Honk schon in den Startlöchern steht (wenn wohl auch auf Zeit). Von den Schattenseiten spricht aber keiner. Hassmails, Anti-Homepages, Internetpranger... Nur: wir haben das Jahr 2012 und jeder, der es verwerflich findet, wie mit diesen Leuten umgegangen wird, sollte mittlerweile wissen, was das Fernsehen anrichtet und jeder, der dies verwerflich findet, egal, ob dort Menschen vor einem Millionenpublikum bloßgestellt werden oder durch Erfolg-Berühmtheit-Neiddebatten währenddessen oder im Nachhinein schlecht- und kaputtgeredet werden, soll die Finger davon lassen. Nicht einschalten, keine CD-Käufe, dann könnte zumindest das soziale Gewissen rein bleiben. Wer sich trotzdem diese ganze Castingscheiße reinzieht, macht mit bei diesem Spektakel.
"abgeschmackte Floskeln der Marke "I love you more than words can say" (denn, "baby you are my destiny", nämlich!)"
im gefühlten jahr 100 nach der ersten rotzstaffel noch so eine bombe zu schreiben, beschämt die sterblichen, dani. 
@Musicfan4
Bitte anschauen:
http://fernsehkritik.tv/folge-88/Start/#jump:1-69
heiheihei. Ist doch oke wenn hier jemand diese Muke gut findet (hi). Das ist auch jedem gegönnt.
das da aber nicht viel dahintersteckt ist aber keine Subjektive Meinung des "Autors" oder der Comm hier, das ihr meint "der kann echt viel" ... das zeugt eigentlich nur von einem etwas speziellen Musikhorizont.
Wie wärs wenn der Musikschrott gar nicht oder erst Wochen später hier auftaucht z.B. in der Gruselecke... Rezensiert erst mal ordentliche Musik verehrte Laut-Redakteure z.B. von Hot Water Music oder Lee Ranaldo!
Leute, was die Zielgruppe des hier rezensierten Produktes (warum immer gleich von "Kunst" sprechen) angeht, liegt Ihr völlig falsch:
Das ist gar nicht für präpubertäre Kids (13 und jünger), das ist zur Beschallung von Altersheimen, spart die Kosten von Tranquilizern.
@musicfan4, michimarco: seid Ihr schon sooo alt oder geht es schneller, wenn man sowas (freiwillig?) anhört?
Mein Gott. Es ist doch so einfach. Reviews sind Meinungen. Man kann zu jedem Album die Meinung die man haben mag online oder am Kiosk finden, man muss nur im richtigem Umfeld suchen. Wenn ich zu Luca was feines lesen mag, sollte ich eben nicht bei laut.de nachschauen, sondern mir die neue Popcorn kaufen. Wenn ich mich aber aufregen will, werde ich auch meine Ecken finden. Am Ende ist es doch egal, Hauptsache die Kritik ist gut geschrieben, selbst wenn sie nicht meine Meinung widerspiegelt. Das dieser Herr Fromm hier flüssige, grade Sätze mit Humor verbinden kann, dass sollte selbst dem letzten Dummbatz aufgegangen sein. Aber wahrscheilich ist dann wieder die Empörung zu groß, um dies zu erkennen. Und jetzt alle!!!! "Kritiker, wir wissen wo dein Auto steht, fahr' Bus und Bahn, fahr' Bus und Bahn."
"My name is Luca / I live on the second floor / I live upstairs from you / I think I must have seen you before." (Suzanne Vega)
Schande! Bohlen hat auch vor nichts Respekt.
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