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"Ich liebe Metallica, seit ich ein Kind bin", verkündet Lou Reed im lakonischen Stil Woody Allens, dem zweiten personifizierten Mr. New York. Vorhang auf für die bereits Monate vor Erscheinen umstrittenste Platte des Jahres. Die häppchenweise gestaltete Veröffentlichungspolitik mit Songausschnitten erhöhte die Spannung aufs große Ganze nur noch.
Für "Lulu" (altpreußische Kurzform für 'Luise') konzentriert Reed die Essenz all seiner zuletzt grundverschiedenen Aufnahmen, etwa die John Zorn-Kollabo "The Stone Issue Three" oder eine auf natürlichen Körper-Geist-Zyklen beruhende Tai Chi-Musik. Heraus kommt ein echtes Rockalbum, doch so verstörend direkt in Inhalt und Form, wie es in den Staaten höchstens noch Steve Albini mit Big Black oder Shellac geglückt ist. Nun ist der schweflige Zankapfel auf der Welt und selbige brandmarkt ihn vorab gewohnt kurzsichtig als tendenziell eher verwirrt denn inspiriert.
Der sensitive, 69-jährige Long Islander ist es gewohnt, künstlerisch in der jeweiligen Gegenwart eher unverstanden zu bleiben. Egal ob Velvet Underground, "Berlin" oder "Metal Machine Music": Kübelweise entleeren sich die medialen Pecheimer, sobald Lou (nebenbei auch künstlerischer Entdecker von Antony Hegarty) den Rahmen rockiger Gefälligkeit zaghaft verlässt, nur um jeweils nach ca. 20 Jahren gen Canossa zu Kreuze zu kriechen. "I thought you were listening / Hallucination!"
Bei näherer Betrachtung entpuppt sich nämlich das gänzlich andere Bild einer Doppel-LP, die für die Biographie von Loutallica zur fast zwingenden Fusion wurde. Ein Album so umfassend, aber auch so hässlich wie New York und Berlin zusammen. Das Drama selbst ist ein von Reed und Spezi Robert Wilson (u.a. auch Vorlagen zu Tom Waits' "Black Rider", "Alice") entworfenes Theaterprojekt. Es gastiert derzeit als Adaption vom gleichnamigen Fünfakter des großen Berliner Literatur-Piraten Frank Wedekind, in dem er 1913 seine brillianten Schockdramen "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora" zusammenfasste.
Eine Vorlage, wie geschaffen für den Erfinder des Rocktextes als dichterische Shortstory auf literarischem Niveau. Hier der sprechgesanglich gleichgültig abgestumpfte Beobachter einer urbanen 'Scene of sex and crime'. Dort Wedekind als älterer Bruder im Geiste: Radikaler Punkrocker, Satiriker und Chronist spießiger Scheinethik, Destruktivität und Gefühlskälte. Ein Mann, der für seine vom wilhelminischen System gefürchtete Kunst sogar in den Knast ging.
Wer jetzt ein lahmes "Nothing Else Matters But A Walk On The Wild Side"-Aufkochen mit schönem Gesang und Tralala-Melodien erwartet, kann einpacken. Den Hörer erwartet stattdessen ein ebenso forderndes wie erfrischendes Erlebnis. Avantgarde, Noise und Jazzfragmente im exquisiten Spannungsbogen stehen auf dem Plan.
Menschen? Für die Allermeisten unwichtige Objekte, die man fickt. "Some kind of a table / You can rest your feet on (...) I am the table!" Die Zeilen geraten stumpf wie eine gerichtsmedizinische Akte auf dem Krematoriumstisch, indes gerade deshalb schockierend realistisch in Text und Vortrag.
Erzählperspektive und innerer Monolog wechseln zwischen Dokumentation und freudianischer Deutung. Täter und Opfer sind nicht länger unterscheidbar. Die Protagonisten sehnen sich zeitweise nach Liebe und verharren doch in Metallicas bewusst stotterndem Dieselmotor-Interruptus zwischen Impotenz und Vergewaltigung.
Ein leider echter Spiegel zur Seele der Menschheit, kein Disney-Zerrspiegel. Reed interpretiert Wedekind wenig überraschend, dafür mit der inhaltlichen Treffsicherheit des alten Fuchses. Berlin wird amerikanisiert und in den grimmen Händen Lous zum psychoanalytisch fein austarierten Bastard aus Hubert Selby, Burroughs und der dentalbohrenden Präzision eines Hemingway. Sadomasochismus, Egoismus, Vergewaltigung, Kälte, Verführung, Sinnlichkeit, Tod, Ekel und ein kleines Tröpfchen Liebe. Der Mensch als Abschaum der Schöpfung. Schön klingt das in der Tat zu Anfang nicht.
Doch Lou ist wie Miles. Wiederholungen kommen nicht in die Tüte. Was fehlte? Metallicas bewährte Knochenmühle, die den Reedschen Kosmos mittels einer Art Eiter kotzenden Metalbrei samt spitzer Widerhaken auf ein neues Level treibt.
Die Rolle des Shouters Hetfield ist jedoch nur auf den ersten Blick undankbar. Lous rhythmisch gesprochene Gleichgültigkeitsorgie niederzuschreien wäre künstlerisch desaströs. Ein ruhigerer Widerpart wird dramaturgisch nicht gebraucht. Salomonisch daher, wie ihn das ungleiche Produzentenduo Hal Wilner (u.a. Gavin Friday) und Greg Fidelman (u.a. Johnny Cash) einfach in die zweite Reihe schiebt, ohne das räudige Organ zu degradieren.
Als wütend bellender Zerberus illlustriert Hetfield trefflich Lous gefühlskalte Höllenszenarien. Ohnehin gelingt beiden Soundmagiern die selten gewordene Kür, bloß die Aura der Musik angemessen roh und Lo-Fi klingen zu lassen, nicht jedoch dabei die tatsächliche Soundqualität zu mindern. Glückwunsch zur Quadratur des Kreises.
Bemerkenswert: Der vor allem in Metalkreisen bisweilen arg kritisierte Lars Ulrich hat zumindest in meinen Ohren noch nie einen derart entfesselten Eindruck verströmt. Befreit vom inzwischen konventionellen Metal-Korsett der eigenen (Mit-)Erfindung gibt er sich ganz und gar dem Sog des freieren Konzepts hin, um letzterem zwischendurch den rhythmischen Metallica-Ass-Kick nach vorn zu verpassen. Selten hatte man bislang den Eindruck, dass der 'danske Trommeslager' aus Gentofte dermaßen viel Spaß am eigenen Projekt hatte.
Ulrichs Taufpate war eben Sax-God und Hard Bop-Urgestein Long Tall Dexter Gordon, von seinem jazzy Vater Torben ganz zu schweigen. So scheint es, dass der liebe Onkel Lou den guten Lars zu den Ursprüngen zurückführt und damit endgültig von allen Dämonen erlöst.
Toller Effekt wie ein roter Faden durch das Labyrinth: Ruhigere, eher textlich orientierte Passagen wechseln in eruptiv-dunkle Metalfiguren, deren Anmut zwischen all dem Mörtel erst nach und nach zu Tage tritt. Wer mir das so gar nicht glauben mag, höre nur einmal "Pumping Blood" nach 3:15 Minuten oder "Frustration" um dessen Fixpunkt bei 3:33 Minuten. Für traditionellere Reed-Fans gibt es mittenmang das eingängige "Iced Honey" als rotzigen Garagenklopper. Unter dem ganzen Krawall ähnlich eingängig und hypnotisch wie "Average Guy" (von "The Blue Mask") oder "Big Sky" (von "Ecstasy"). "Cheat On Me" verkörpert dagegen sehr viel Metallica-Spirit mit Hetfield als punktgenau schreienden Schraubenzieher. Der gelegentliche Viola-Schock ist als repetitives Selbstzitat (dank Cale) durchaus gelungen.
Fazit: Das gegenläufige Konzept eines schmerzhaft fotorealistischen Textes in abstrakt musikalischem Mantel irritiert zunächst. Wer dies jedoch als Geschenk begreift, erhält einen faszinierend schillernden Appell an Menschlichkeit und echte Liebe frisch aus dem Herzen der Verdammnis. Oder ist am Ende doch alles ganz anders? Krönen Loutallica Warhols spöttische Pop-Art-Variante angemessen und verkaufen das Geschmeide dem Volk als Dornenkrone zurück? Diese Review schlussendlich nur als potemkinsche Tarnung für des NYC-Kaisers neue Kleidung? Die Antwort lautet einmal mehr: "Gee Darling, peel slowly and see!"
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Ich sehe das alles etwas anders. Meine Review: http://klangkino.blogspot.com/2011/10/musik-review-zu-lou-reed-metallica-lulu.html
Also Ulf, nachdem ich die Punkte gesehen habe dachte ich nur "Och nööö das hat er jetzt nciht wirklich getan" 
Nach dem ich die Review gelesen habe muss ich mir das Album allerdings mal anhören sonst kann ich nichts zu sagen.
Nur eine Frage hab ich. Ist die Punktevorgabe für die Leserwertung am Anfang von der Lautwertung abhängig oder warum hat das Album direkt 4 PunktE?
Sehr schöne Rezension. Hab schon beim ersten Hören von "The View" aber befürchtet, daß der Großteil der Metallica-Hörerschaft intellektuell nicht verstehen wird, worum es hier geht. So neugierig und offen wie Reed-Fans gezwungen sind zu sein, sind nur die allerwenigsten Metal-Hörer. Wenn Hetfield und Co. mit Lou Reed arbeiten, müssen sie nicht nur mit den eigenen Maßstäben der Vergangenheit zurechtkommen, sondern auch noch das wohl weit verbreitete Unverständnis für Lou Reeds Werk mittragen.
Tja, wer die ohnehin in Ungnade gefallenen Metallica in einer 2.0-Version erwartet, ist wohl bescheuert oder schlicht uninformiert. 08/15-Metal-Schablonen kann man von einem Querkopf wie Reed einfach nicht erwarten. Hat man das Prinzip der wohlwollenden Auffassungsgabe (phil. principle of charity) nicht verinnerlicht, wird die Genialität dieses Werks einfach an einem vorbeigehen. Sehr viel mehr als einen krächzenden alten Mann mit Metal-Hintergrundmusik wird man dann nicht erfassen können.
Ich jedenfalls bin sehr angetan. Metaller möchten meistens, daß sich ein Werk in erster Linie am eigenen, meist engen Geschmack orientiert. Hier sollte man jedoch den umgekehrten Weg gehen: Sich selbst auf das unbestreitbar brilliante Gesamtkonzept einlassen. Denn hier wird einem nichts Offensichtliches um die Ohren gehauen. Man selbst ist gefordert!
Herrlich, wie man immer gern als blöder Metaller hingestellt wird, weil man dieses Machwerk hier 'nicht versteht'. Was anscheinend einige nicht verstehen, ist die Tatsache, dass ich von Musik unterhalten, angesprochen, inspiriert werden möchte und das ist bei "Lulu" schlicht und ergreifend nicht der Fall. Nichts gegen Lous Texte, aber das kann man als Gedichtband machen und nicht als schlecht vertontes wasweißichdenn.
@Ulf: es wundert mich nicht, dass du dir das Ding tatsächlich noch schön gehört hast
Kann deiner wortschwelgerischen Euphorie allerdings in den seltensten Fällen folgen und sie nachvollziehen ...
Das Hauptproblem am Album ist, dass die hintergründige Instrumentierung absolut belanglos ist und die plastischen exte streckenweise an der Grenze zur Lächerlichkeit umher wandern. Es ist kein LOU REED und erst Recht KEIN METALLICA Album. Damit tun sich beide Parteien absolut keinen gefallen. Viel Potenzial einfach so verschenkt. Geislte ist ja eh, dass die Musik meißt nicht zu den streckenweise drastischen Texten passt.
Ich hätte auch den Großteil der Anhängerschaft einer anderen Musikrichtung nennen können. Für mich ist nur sicher, daß die wenigsten Menschen dieses Werk verstehen möchten. Am meisten Hass gibts im Moment aus der konservativen Metal-Ecke, also habe ich auch die angesprochen.
Wie eddy schon treffend gezeigt hat, MÖCHTEN die meisten ganz einfach nicht verstehen, was die Intention dieses Werkes ist. Wenns nicht nach dem eigenen Geschmack ist - wunderbar! Aber Kritik ist nicht ausschließlich persönliche Meinung, sondern auch Auseinandersetzung mit der Absicht und Struktur eines Werkes. Der Rezensent hat dies offensichtlich getan und ist nicht umhin gekommen, dieses Album positiv zu bewerten. Er hat ja nicht so etwas geschrieben wie: Boaaaah, Metallica sind ja sowas von lahm, und dieser Lou Reed, wer ist das eigentlich? Scheiß Album!
ich fand das sputnik review war eines der lustigsten, was ich seit langem gelesen habe:
http://sputnikmusic.com/review/46170/Lou-Reed-and-Metallica-Lulu/
ob es treffend ist, das weiß ich noch nicht. ich fand the view vom instrumentalen recht durchschnittlich aber nicht schlecht. textlich höchst fragwürdig. das album muss ich mir jedoch erst einmal in seiner ganzen pracht geben, da ich als metalhead nicht wirklich viel von von lou reeds poetischen versen wie "I am the table" verstehe. ist das metaphorisch gemeint? lou der tisch, der auf der verbrannten erde (= metallica) steht?
EDIT: ach der ulf, hätte ich das review mal ganz lesen sollen. da wird ja sogar die hookline des jahres erklärt.
@Ragism: Keine Ahnung, wo du da Hass rausliest. Warum sollte ich etwas hassen, was mich nicht interessiert oder berührt? Ich glaube du hast eher den Drang, dich als großen Musikversteher zu profilieren. Intention und Struktur von "Lulu" versteh ich durchaus. Trotzdem wird es deswegen kein gute, oder gar ein wegweisendes Album, auf das man in Jahren zurück blickt und sagt: "Määänsch, der Lou und Metallica. Die haben da echt was geleistet ...." Und da bin ich einfach bereit, sogar meine Eier drauf zu verwetten.
Ich habe das Album noch nicht gehört, aber ich bin sicher, dass es mir wahrscheinlich nicht zusagen wird.
Aber davon abgesehen, finde ich das Review ausgesprochen vorbildlich und gelungen!
Endlich mal jemand, der sich VIEL Mühe gegeben hat ein Album wirklich INTENSIV unter die Lupe zu nehmen. Sowas liest man wirklich selten.
Gratulation Ulf!
Ich mag sowas jedenfalls lieber als Eddys pseudohumoristische Floskeln. Sorry Eddy, nichts gegen Dich. Aber ich brauche eben etwas konstruktiveres, was ich aus einem Review heraussaugen kann.
Denn im Grunde geht es ja in einem Review für jeden darum zu erkennen, ist das ein Album für mich oder nicht?
Und Ulf hat hier das Album wirklich sehr schön und ausführlich auf allen Ebenen beschrieben.
Eben das fehlende Interesse ist der entscheidende Punkt. Das hier fließt einem nicht wie Honigmilch in die Ohren. Viele Alben kann man mal eben als Scheiße abtun, weil sie einem nicht gefallen und darüber hinaus auch keinen tieferen Inhalt besitzen.
Bei diesem Werk sagen die Leute ganz schnell Scheiße, beweisen dann aber nach wenigen Sätzen schon, daß sie nicht das nötige Grundverständnis dafür mitbringen. Ähnlich wie schon bei "Metal Machine Music" oder ähnlichen Reed-Werken. Hätten Metallica ein Album mit Lady Gaga gemacht - höchstwahrscheinlich wäre es tatsächlich ein Haufen Müll. Nicht, daß der Name Reed prinzipiell für Qualität steht. Diese und so manche weitere Rezensionen zeigen aber, daß es hier weitaus mehr zu hören gibt, als das desinteressierte und vorurteilsbehaftete Ohr vielleicht zu erfassen vermag.
Die meiste bisher vorgetragene Kritik zeigt eher, daß die Hörer nicht versuchen MÖCHTEN, auf das Werk genauer einzugehen. Sie sagt also mehr über die eigene Voreingenommenheit als über die wirkliche Musik aus.
@oelke: no offense taken. Ich weiß ja auch, wie der Ulf gern in Worten schwelgt und schätze ihn dafür auch sehr. Da aber bekannt sein dürfte, dass er Lou Reed eben auch wegen seiner lyrischen Seite sehr schätzt und ihm dieser mit "Lulu" eben quasi die Vorlage für eine entsprechend erschöpfende und absolut interessante Review gegeben hat, war ich eben über die Punktzahl und das Fazit nicht wirklich erstaunt ... und doch eben ein wenig enttäuscht, falls du verstehst, was ich meine.
ich muss sagen nach dem lesen ist es wohl gar nicht schlecht, dass ich mir außer "the view" noch nichts vom album angehört habe. zumindest meine einstellung diesem machwerk gegenüber wurde geöffnet nachdem ich jetzt die intention kenne, vorher nichts über den konzeptcharakter wusste und mich ehrlich gesagt auch nicht über den hintergrund erkundigt hätte. mal sehen wie das komplette album dann wirkt.
Wenigstens ist die Bandgeschichte von Metallica jetzt wieder einmal um einen weiteren Schwachsinnspunkt bereichert worden. 
Was man aber nicht vernachlässigen sollte, ist der Comedy Aspekt
Zumindest hab' ICH da mehr zu lachen gehabt, als bei J.B.O denn das Werk hier ist in seiner ganzen künstlerischen Überambitioniertheit derart ins total lächerliche gekippt, ohne dass es die Beteiligten anscheindend gemerkt haben.
Da kann man vermutlich nur noch als Rotweinsaufender,Camembertessender Feuilletonleser einen ernsthaften Zugang "erzwingen". Meinereiner hält das dagegen für metallische Satire und kauft sich am Freitag die neue Megadeth.
"Lulu" kommt natürlich auch noch dran. Aber erst später wenn es billiger ist und ich es als Rezept gegen aufkommende Winterdepressionen vom Hausarzt verschrieben bekomme.

Ich hab mir den Mist mal komplett im Stream angehört da muss man an einigen Stellen tatsächlich lachen, so absurd und unglaublich surreal abgrundtief schlecht ist das Album. Ich kann nicht anders als zu vermuten das wir hier alle mächtig verarscht werden während Lou Reed und die Metallicats die Euronen und Dollars zählen und sich halb tot lachen über die Idioten die sich den Mist kaufen und mit einem Gläschen Rotwein avantgardistisch schön saufen wollen.
Also ich hab das Album gehört. Es hat echt nette Stellen, aber ganz wird es nie mein Fall sein. Irgendwie mag ich die Stimme und den Einsatz von Lou Reed nicht. Was mir aber nicht gefällt, kann aber anderen wohl sehr gut gefallen. Von daher kriegt das Album aus meiner persönlichen Sicht nur 2 Punkte, kann aber verstehen, wenn andere das vergöttern und 4 Punkte geben. Es ist einfach eine Frage des Geschmacks und dieses Album ist auf jeden Fall geschmackssache.
Das Album hat zwar ein gutes Konzept, jedoch stellt sich dabei raus das Reeds Stimme auf einem Metallica Album nicht unangemessener sein kann,
die Riffs erinnern mich ein bisschen an St Anger und Death Magnetic was ich eigentlich gar nicht so ganz schlecht finde jedoch ist das mir allerdings viel zu planlos dahin gerotzt als ob ReedMetallica beschlossen hätten unbedingt ein Album für dieses Jahr auszunehmen, obwohl ich jedoch bezweifle das,das Album nach längerer Aufnahmezeit besser wäre
Was wollten die Erzeuger des Albums mit nämlichen erreichen? Provozieren? Polarisieren? Sich Lächerlich machen? Literatur- und Liebhabern von bestenfalls unzugänglicher Musik eine Freude machen? Dafür bräucht ich zumindest ne Erklärung.
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Aber hey, ich kann auch nix mit Porcupine Tree anfangen, also was solls, vielleicht gibt die Zeit dem Anwalt Recht...
Nein ernsthaft, Instrumental wirklich gut...aber dieser "Gesang" dazu, wie kreativ und intelektuell er immer sein mag ist nicht zu ertragen.
Frustration ab minute 2:30 ist das beste Beispiel!
Okay, ich höre mir gerne "The Velvet Underground and Nico" an, danach "... And Justice For All", und wegen mir les' ich auch Wedekind (gibt's für lau für den Kindle) - aber dieses Machwerk ist einfach ganz fürchterlich peinlicher Rotz. Sorry Anwalt, aber wie Du's geschafft hast, Dir DAS schönzusaufen, wird mir ein Rätsel bleiben.
Die meisten Leute würden mich wahrscheinlich als musikalisch schmerzfrei bezeichnen; neben den Metallica-Scheiben (außer "Death Magnetic", die find ich einfach scheiße) und n Haufen Metal- und Punkkrams befinden sich in meiner stolzen Plattensammlung (naja, es sind CDs) unter anderem die ersten beiden Scooter-Alben, n paar Thunderdomes, Genesis usw, auch HipHop kann ich mir durchaus mal geben ebenso wie Das Grind oder Pyrosis...
Auch finde ich ich es keinesfalls verwerflich, wenn eine Band nach 20 Jahren Krach "Re-/Load" aufnimmt... 20 Jahre, Mann!!! Musik sollte der Spielplatz bleiben, der sie ist... alles ist und sollte erlaubt sein, solang es auch nur einem Zuhörer etwas gibt. Von der Perspektive aus kann ich der "Lulu"-Sache nix Schlechtes abgewinnen...
...außer beim Hören der Scheibe!
Boaah, endlose Rückkkopplungs- und rückwärts abgespielte Sounds, dazu ein bald 70-Jähriger, der Texte nölt, für die jeder andere Senior in die Geschlossene käme oder zumindest Protestaktionen der elterlichen Nachbarschaft nach sich ziehen würden inklusive einer musikalischen Untermalung, die weder überraschend oder gar innovativ klingt, sondern 08/15 wie nix. Ein James Hetfield, der speziell in "Cheat on me" eine Gesangsleistung abliefert, die weder aggressiv noch sonstwie wertvoll, sondern schlicht überfordert wirkt. Gitarren, die wie durch ein nasses Handtuch aufgenommen klingen... wirklich selten langweiligere Musik gehört.
Metallica haben arrangiertechnisch in meinen Augen einfach alles verloren, was sie mal hatten (Unforgiven III war eine einzige musikalische Frechheit) und Gott noch eins, konnten die mal toll arrangieren.
Übrig bleibt ein Album, dessen Existenz allein dadurch gerechtfertigt ist, dass es 1+ Leute gibt, denen es wohl gefällt. Jeder anderen Schülerband-Combo würde dieses Album jedoch links und rechts um die Ohren gehauen gehören, wenn es nicht so gnadenlos überproduziert wäre.
Was soll das sein? "Künstler", wenn sie meinen, die Welt mit ihrer Geschmacklosigkeit zu beglücken. Lou Reed ist wohl eine Legende - mag sein - für einige hier könnte der sogar auf dem Klopapier tröten und einige würden das feiern. Das schlimme ist, dass das bißchen Metallica durch dieses Gesabbel von Hr. Reed entgültig den Bach heruntergeht. Das ist wirklich der größte Mist, den ich jemals zu Ohren bekommen habe. Unfassbare Grütze.
Ja, hab schon vermutet, daß Reeds Stimme zur Sprache kommt. Wenn man ihr aufmerksam zuhört, so beschreibt er eine wirklich finstere, triste und verkommene Welt. Sein "Gesang" ist eher verstörend als harmonisch.
Höre ich aber seine poetischen Worte, die Art des Vortrags und Metallicas düster-aggressive Klanglandschaften, so entstehen entrückende und finstere Bilder in meinem Kopf wie ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Auch "bösere" Musikrichtungen mit tighten Sängern, viel Abwechslung und ordentlich Onanie an den Instrumenten konnten das für mich kaum mehr erreichen.
Vielleicht werde ich in meinem jungen Alter schon so alt, aber das Theatralische, Ambitionierte, Verzückende und Poetische finde ich nur sehr selten in der Kunst. Das hier ist einfach nicht zugänglich verpackt oder mit herkömmlichen Hörgewohnheiten erfassbar. Vielleicht haben es die meisten lieber direkt und klar verständlich, aber mich hat das Album an einer Stelle erwischt, an der ich es auf keinen Fall vorher erwartet hätte. Ich kann nur jeden dazu ermunten, nicht die Einzelteile dieses Werkes zu bewerten, sondern aufmerksam zuzuhören. Dann wird zunehmend klar, wie sehr zunächst der Eindruck der Mangelhaftigkeit falsch eingeordnet wurde, denn jede Entrücktheit, jeder Stilbruch und alles Unpassende ist genau da, wo es sein sollte.
"Die Zeilen geraten stumpf wie eine gerichtsmedizinische Akte auf dem Krematoriumstisch, indes gerade deshalb schockierend realistisch in Text und Vortrag."
Komm, lass bleiben, Junge.
Super düster und brutal dreckiger Sound.
So gut haben Metallica seit Load nicht mehr geklungen.
Top!
(Das ist Musik für richtige Männer)
Kann deiner wortschwelgerischen Euphorie allerdings in den seltensten Fällen folgen und sie nachvollziehen ...
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