Porträt

laut.de-Biographie

Lee Buddah

"An Gott kommt keiner vorbei - ausgenommen Libuda". Die Statistik sieht so aus: 264 Bundesligaspiele mit insgesamt 28 Toren bei 20 Torvorlagen. Lediglich eine rote und eine gelbe Karte hat sich Reinhard "Stan" Libuda in zwölf Spielzeiten geleistet. Respekt. Großen Respekt vor Libuda hat auch der Lünener (Lünen ist die größte Stadt im Kreis Unna, 91.000 Einwohner) Philip Stegers. Der geht sogar so weit, dass er sein Pseudonym an den ehemaligen Schalker und Dortmunder Kicker anlehnt. Lee Buddah als ballgewandter Stürmer der Musiklandschaft? Durchaus.

Nach der Jugend im provinziellen Kreis zieht es ihn nach Dortmund, wo er sich an der Uni für Jura einschreibt. Der Mann mit der charakteristischen Tolle trägt nicht zu Unrecht den Beinamen des Ruhrpott-Poeten. 1996 hebt der damalig 23-jährige Stegers die Formation Lee Buddah aus der Taufe. Erste Lebenszeichen der Band sind die Maxis "Stadtverkehr" und "Manchmal Ist Sie Seltsam". Den Anstoß selbst Musik zu machen, findet Philip beim Hip Hop.

Die Vorstellung, auch mit eingeschränkten Mitteln Mucke machen zu können, gefällt ihm und so findet eines zum anderen. Selbstredend tauchen bei den ersten Gehversuchen auch Beats und Raps auf, stehen jedoch nie derart im Mittelpunkt, als dass die Musik stilistisch im Hip Hop verortet werden könnte. Vielmehr benutzt Lee Buddah sämtliche Genres, ob Pop, Country, Funk oder was auch immer, um seine musikalischen Visionen in Töne umzusetzen.

Dass er sich dabei zwischen die Stühle der Genredünkel setzt, scheint ihm bewusst und auch gewollt zu sein. Das Debüt-Album "Halbgescheid" erregt 1997 einiges Aufsehen. Platzt die Scheibe doch mitten in die rosa Luftblase des Deutschrap-Booms. Manch einer sieht hier schon ein neues Rap-Talent am Hype-Himmel. Weit gefehlt, wie das drei Jahre später erscheinende "Primat Midi" beweist. Für die Single "Novemberhände" entsteht sogar ein Video mit dem damaligen Porno-Sternchen Gina Wild aka Michaela Schaffrath.

Philip beschränkt sich jedoch nicht alleine auf Lee Buddah, sondern betätigt sich auch als Produzent und Remixer. Bei Scheiben von Erobique, Dike, Lotte Ohm, Too Strong und Droopy hat er seine Finger im Spiel. 2000 entsteht das erste Hörspiel aus der Feder Stegers. Für den WDR schreibt er "S-Bahn-Fahr'n". Eine krude Story, bei der die S-Bahn entgleist, als die Hauptperson Ralf seine angebetete Claudia endlich anspricht. Einem größeren Publikum sind seine Arbeiten als Soundtrack-Komponist bekannt. Für Benjamin Quabecks Film "Nichts Bereuen" schreibt er 2001 zwei Songs ("Drei Wünsche", "Attheu") und steuert eine Coverversion des Hildegard Kneef-Songs "Im 80. Stockwerk" bei, die auch schon auf "Primat Midi" vertreten war.

2002 entstehen neue Songs. Bevor diese jedoch in Form eines Silberlings das Licht der Welt erblicken, kommt ein weiteres Filmprojekt dazwischen. Für "Verschwende Deine Jugend" stellt er den Soundtrack zusammen und schreibt - quasi nebenher - Songs für fiktive Bands mit knödeligen Namen wie Apollo Schwabing, Mohannett, Clockwork Electric, Ülük Froschmaske und Die Elektronischen Zwerge.

Gemeinsam mit David Nash werkelt er in der Folge wieder an neuem Material, dass die Beiden unter Mithilfe befreundeter Musiker in Philips Dachwohnnung aufnehmen. Ehe das Konzeptalbum "Frühjahrschronik" im Mai 2005 endlich erscheint, kommt noch der Soundtrack zu "Kammerflimmern" auf den Markt. Acht von 16 Songs stammen aus Lee Buddahs Feder, die restlichen aus der der Indie-Rocker Blackmail.

Ach ja, noch was: Lee Buddahs Lieblingsfarben sind schwarz und gelb und sein Hund heißt Rudi Assauer.

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