laut.de-Kritik

Hier regiert die brachiale Riffgewalt.

Review von

Lay Down Rotten sind in der nationalen Szene schon ein etablierter Act und haben sich im Laufe der Zeit auch international einen Namen gemacht. Verdientermaßen, denn "Reconquering The Pit" war und ist immer noch ein erstklassiges Album. Das gleiche trifft auch auf den neuesten Output der Herborner zu, die sich auf "Gospel Of The Wretched" zwar nicht neu erfinden, aber sich voll und ganz auf ihre Stärken konzentrieren.

Sie verstehen es, mit richtig guten Melodien zu arbeiten. Dazu haben sie sich auch noch etwas besonderes einfallen lassen, denn mit Martin Van Drunen (Hail Of Bullets/Asphyx), Marc Grewe (Ex-Morgoth) und Dan Swanö (Bloodbath) gibt es drei Gäste zu verzeichnen, die sich am Mikro die Ehre geben.

Beim Opener ist Martin van Drunen zu hören. Der zeigt sich gewohnt kräftig. Das nach wie vor einzigartige Stimmorgan von Marc Grewe lässt sich bei "Hours Of Infinity" einwandfrei identifizieren. Produzent Dan Swanö mimt bei "Altering The Whore" den Hirsch. Letztendlich ist das aber nur ein netter Bonnus, denn Lay Down Rotten können auch ohne fremde Hilfe bestehen. Schließlich wissen sie nicht nur, wie man mit Melodien arbeitet, sondern auch, wie man effektive Grooves in die Songs einbaut.

Die auftretenden Parallelen zu Amon Amarth waren ja bereits auf dem Vorgänger zu hören. Auch "Gospel Of The Wretched" hat Songs zu verzeichnen, die an die Schweden erinnern. Vor allem das sehr episch beginnende "Thy Won't Be Done" könnte direkt von den Vorzeigewikingern stammen. Dennoch kann man kaum soweit gehen, Lay Down Rotten als Plagiat zu bezeichnen, denn das Melodieverständnis der Herborner unterscheidet sich bei näherer Betrachtung erheblich von dem der Herren aus der Stockholmer Gegend.

Heißt im Klartext: Die Herborner gehen bei ihren Songs gern direkt und brutaler zur Sache. Melodien sind zwar schön und gut, aber hin und wieder regiert einfach die brachiale Riffgewalt, was Songs wie "He Who Sows Hate" oder "Where Spirits Lie Dead" ausgesprochen gut zu Gesicht steht.

Trackliste

  1. 1. Gospel Of The Wretched
  2. 2. Thy Won't Be Done
  3. 3. Hours Of Infinity
  4. 4. Altering The Whore
  5. 5. Conditioning The Weak
  6. 6. He Who Sows Hate
  7. 7. Beyond Damnation
  8. 8. When All Becomes Nothing
  9. 9. Where Spirits Lie Dead

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