laut.de-Kritik

Keiner spuckt seine Reime arroganter und desinteressierter.

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"Und die Fanboys sie sagen/ Mach mal ein Album – Ich mach 'ne EP." Mit "Futureshit" schickt Lance Butters ein Jahr nach "Selfish" schon seine zweite EP ins Rennen. Der altbewährte Mitstreiter Benett On steht wieder an den Reglern für die 6-Track starke Platte. Geändert hat sich nur ihr Umfeld, denn die beiden Durchstarter haben im Mai beim Berliner Label FOUR Music gesignt. Der Promo wegen werden es die beiden nicht gemacht haben, diese ging nämlich gegen null und spiegelt die charakteristische Ignoranz des Ulmers wider. "Der Scheiß verteilt sich von alleine wie Grippe."

Auch sonst hat sich nicht allzu viel getan. Der ehemalige VBT-Rapper macht den Scheiß immer noch fürs Geld und genau daraus auch keinen Hehl: "Doch bin weg wenn's was gibt, in dem ich mehr verdien." Themenspektrum: Grünes Kraut, Weiber, Cash. Message? Fehlanzeige. "Während Kritiker nach Messages suchen mach ich Geld mit dem Movement". Verdammt, aber recht hat Lance damit tatsächlich.

Der Maskenmann macht zwar keinen Rap, den man sich rund um die Uhr anhört, sondern einfach Battlerap mit der extra XXL-Portion Style. Doch genau damit hat er im Deutschrap eine Sparte gefunden, in der er unangefochten thront. Keiner spuckt seine Reime arroganter, desinteressierter und ignoranter. Perfekt darauf abgestimmt sind die elektronisch-synthetischen Beats von Benett On, die zwar stets glänzen, den Rapper aber zu keiner Zeit einengen.

So bewegt sich Lance zum Großteil der EP auf der gewohnten Schiene mit seinem unverkennbaren Flow, seiner mit größtmöglicher Lässigkeit ausgetragenen Ignoranz und den schönen Dingen des Lebens. Zum Anderen macht er sich auf "Locals" aber mächtig Luft gegenüber Kleinstadt-MCs, die nicht über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind und nicht verstehen wollen, dass ihnen der große Durchbruch verwehrt bleiben wird. Der abschließende Track "Alles Goody" reflektiert seinen bisherigen Werdegang und erste Eindrücke aus der Szene, zu der er eigentlich gar nicht gehören will. "Alle falsch, bis auf drei, vier."

"Futureshit" klingt dennoch wie ein zweiter Teil von "Selfish". Lance battlet sich weiterhin durch imaginäre Gegnerscharen, unterlegt von grandiosen Produktionen von Benett On. Auf Dauer wird dieses Prinzip wohl kaum Substanz haben. Vielleicht stellt der Abschlusstrack "Alles Goody" die Brücke zum zu erwartenden Album dar, mit dem Lance sein Themenfeld erweitert. Vielleicht macht er aber auch wieder nur 'ne EP.

Trackliste

  1. 1. Futureshit
  2. 2. Verschätzt
  3. 3. Kitty Pitty
  4. 4. Locals
  5. 5. Marshmellow
  6. 6. Alles Goody

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