laut.de-Kritik
Ein guter Querschnitt ihres Gesamtwerks.
Review von Mathias Möller
Im letzten Jahr schien es zeitweise so, als würde die große Punk-Community namens Fat Wreck ihre ganze Energie darauf verwenden, das Böse in Form von Präsident Bush abzuwenden. Allen voran Label-Inhaber Fat Mike, bei dem man manchmal den Eindruck hatte, er zöge in seinen privaten Kreuzzug gegen George W.
Bush hat mit einem Grinsen die Präsidentschaftswahl im November gewonnen (diesmal scheinbar wirklich), und nachdem seine Gegner die Nachwahl-Lethargie überwunden haben, schaut man auch beim fettesten aller Punklabel wieder nach vorne. Was eignet sich da besser als ein Live-Album einer der umtriebigsten Label-Bands?
Lagwagon haben in den letzten zehn Jahren weiß Gott genügend Material angehäuft, um einen guten Querschnitt ihres Gesamtwerks live zu präsentieren. Auch in Deutschland ein Dauergast bei der Deconstruction Tour (dieses Jahr sind die fünf Kalifornier auch wieder dabei), erfreut sich die Band hierzulande einer fast unerklärlichen Beliebtheit.
Auch die siebte Folge der Fat-Wreck-Reihe "Live In A Dive" kann da nur bedingt Aufklärungsarbeit leisten. Klar gibt es Fun-Skate-Punk auf ganz hohem Level zu hören, aber unterhaltsam ist das nur für begrenzte Zeit. Den begeisterten Konzertgängern in der ehrwürdigen House Of Blues-Filiale in Hollywood scheint es immerhin gefallen zu haben.
Und so schrammeln sich die Drei-Akkord-Helden um Joey Cape durch ihre Platten und sparen zwischendurch nicht mit Blödeleien. Mit dem für sie sehr typischen "The Chemist" haben sie nur einen neuen Song zu bieten, mittlerweile sollten noch ein paar mehr dazu gekommen sein, denn dieses Album wurde bereits Mitte 2003 aufgenommen. Also: ab ins Studio, Jungs und die nächste Platte aufnehmen!