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Der Veröffentlichungsweg von Lady GaGas Debütalbum "The Fame" ist mit allerlei Anekdoten gepflastert. Da ist nicht nur eine weitere Sängerin, die hastig ins Showgeschäft geschubst wird. Nein, diese Dame verfügt über einen etwas anderen Hintergrund.
Vor ihrem Erstling schreibt die Lady für die Pussycat Dolls, macht sich mit exaltierten Live-Auftritten einen Namen, und textet und komponiert ihre Songs sogar selbst. Als ihr hauptsächlicher Produzent fungiert RedOne (New Kids On The Block, Shakira, Brandy).
Von mangelndem Selbstbewusstsein kann bei der 22-jährigen Künstlerin also keine Rede sein. Leise geht es auf "The Fame" ebenfalls nicht zu: Punktgenaue Attacken auf den Dancefloor sind angesagt, unterstützt von Rock-Elementen. Bei der ersten Single "Just Dance" ist der Titel natürlich Programm: Kräftige Beats treffen auf wuppernde Synthies, und Black Music-Star Akon hat helfend seine Finger im Spiel. Die Nummer enterte unter anderem in Kanada und den USA bereits Top-Chartsplätze.
Das darauf folgende "LoveGame" wildert im selben Garten und erfreut mit doppeldeutigen Lyrics wie "Let's have some fun / This beat is sick / I wanna take a ride on your disco stick." Tempo und eingängige Hooks werden groß geschrieben, von allzu aalglatter Produktion hält die Künstlerin sich fern. Somit finden sich mehr Ecken und Kanten als bei gleichaltrigen Kolleginnen wie etwa Rihanna - und mehr Originalität.
Balladen bleiben die Ausnahme, doch mit "Brown Eyes" beweist Lady GaGa auch in diesem Bereich ein annehmbares Händchen. In "The Fame" kommt erneut ein kräftiger Rock-Anstrich zum Tragen, auf "Eh, Eh (Nothing Else I Can Say)" verbrät die Sängerin gelegentlich Reggae-Elemente. Der "Paparazzi" setzt sich eingängig im Ohr fest.
Doch nicht nur glänzendes Song-Gold findet sich auf dem Album: Ein Titel wie "Poker Face" rauscht ohne besonderen Wiedererkennungswert vorbei. Die Anzahl der gelungenen Tracks überwiegt hingegen, und eine Handvoll mehr als nur geglückter Nummern heben das Album angenehm über den Durchschnitt hinaus. Der vorhandene Glam-Faktor der Interpretin gereicht ihrem musikalischen Output ebenfalls sicher nicht zum Nachteil.
Natürlich erfindet Lady GaGa mit ihrem Debüt den Bereich des tanzbaren Pops und Rocks nicht neu. Über weite Strecken bietet sie allerdings pfiffige eigene Ideen, garniert mit Lust zum Trash und dann und wann einer Anleihe bei etablierten Größen wie Gwen Stefani.
Eine Menge Saft steckt in den Songs, wenn auch keine allzu überdrehte Tiefgründigkeit. Das mindert aber nicht den Spaß an der Sache: Auf dem Dancefloor sollst du nicht philosophische Gedanken definieren, sondern Bauch und Beine zu ihrem Recht kommen lassen. Das klappt prächtig.
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