Porträt

laut.de-Biographie

Lady

"Gemeinsam ist man weniger allein", so lautet der Titel eines französischen Films mit Audrey "Amélie" Tautou aus dem Jahr 2007. Das dachten sich zwei Jahre später auch Terri Walker und Nicole Wray - und gründen Lady. Beide verbindet die Liebe zum Soul der späten 1960er und frühen 1970er.

Ihre transatlantische Partnerschaft (Wray stammt aus Virgina, Walker aus London) findet im Produzententeam Leon Michels und Jeff Silverman Unterstützung. Bekannt als Truth & Soul arbeiteten diese zuvor mit Adele, Aloe Blacc und Lee Fields. Zu Fields "Faithful Man" trägt Wray bereits ihre Vocals bei.

Gemeinsam lassen die vier auf dem 2013 veröffentlichten Debüt "Lady" den ehrwürdigen Sound von Motown, Stax und Atlantic auferstehen. "In unserer Musik überführen wir viele kleine Versatzstücke aus unserer Vergangenheit in die Gegenwart. Truth & Soul produzieren diesen funky Sound, für den sie bekannt sind, und wir bringen die Melodien, den Spaß, die Energie und die Geschichten", erklärt Wray im Interview mit Bayern 2.

Dass sich jemand, der am 14. April 1979 in Wimbledon mit dem unaussprechlichen Nachnamen Gstettenbauer geboren wird, einen Künstlernamen zulegt, scheint unausweichlich. So zieht Chanelle unter dem Pseudonym Terri Walker in die große weite Welt. Zwischen ihrem vierten und siebzehnten Lebensjahr lebt sie in Regensburg, begibt sich dann aber zurück nach London.

Dort beginnt sie, Oper zu studieren, ihr Herz bleibt aber dem Soul und R'n'B versprochen. 2003 veröffentlicht sie in Großbritannien "Untitled", ihr erstes von vier Solo-Alben. Sie wird für den Mercury Prize nominiert, arbeitet mit Mos Def, Fergie und T. Williams und gilt als englische Antwort auf US-Stars wie Mary J. Blige und Jill Scott. Aber der ganz große Erfolg bleibt aus.

Diesen hat Nicole Wray, geboren am 2. Mai 1981, zu diesem Zeitpunkt bereits mit ihrem Top-5-Hit "Make It Hot", der in Zusammenarbeit mit Missy Elliot und Timbaland im Jahr 1998 entsteht, hinter sich. Die gerade einmal
Achtzehnjährige ist bereits ein Jahr vorher auf Missy Elliots "Supa Dupa Fly" zu hören.

Im selben Jahr veröffentlicht sie ihr Debüt "Make It Hot". Doch bevor 2001 der Nachfolger "Electric Blue" erscheinen kann, trennt sie sich von Missy und ihrem The Goldmind-Label. Der Longplayer landet in der Tonne. Die nächsten Jahre verbringt Wray mit Q-Tip, Kid Cudi, Lee Fields, den Black Keys und deren Nebenprojekt Blakroc im Studio.

Für Lady verbindet sich die kehlige Gewalt in Walkers Gesang mit Wrays kratziger Stimme über der knurrenden Energie der Truth & Soul-Band. Dabei wechseln die beiden Damen ansatzlos von Solo- zu makellosen Harmonie-Gesängen.

"Auf jeder Toilettentür steht Ladies – wir sind aber 'Lady'. Wenn du dir die Platte anhörst, wirst du merken, dass wir ohnehin eher wie eine einzige Person funktionieren. Wir verstehen uns blind, wenn es um Musik geht, und verkörpern sozusagen zusammen eine Lady."

Alben

Lady - Lady: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2013 Lady

Kritik von Sven Kabelitz

Motown-Soul mit schönen Stimmen und prägnanten Bläsern. (0 Kommentare)

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