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Kylie ist wieder da. Und was besonders wichtig ist: gesund. Als Außenstehender lässt sich nur unvollkommen erahnen, was in einer bis dato erfolgsverwöhnten jungen Frau vorgehen mag, der die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs mitgeteilt wird. Die zierliche Australierin nahm den Kampf an und gewann ihn. So ist ihr nun erscheinendes Album "X" fraglos von vornherein mit großen Sympathien begleitet.
Schon oft hat sich Kylie Minogue als Kämpferin erwiesen und entkam so einem Dasein als abgehaktes Pop-Püppchen in den Musik-Annalen. Die Kylie-Alben der letzten Jahre waren nicht immer auf voller Länge überzeugend. Auch "X" enthält so manch Füllsel-Stoff. Doch selten gab es einen Longplayer, der die Australierin derart überzeugend in Szene setzt.
Als Opener fungiert der bereits vorab als Single veröffentlichte Track "2 Hearts": Ein äußerst schmackhafter, beatbetonter Pop-Happen, der angenehme Reminiszenzen an das famose "Love Blonde" von Eighties-Ikone Kim Wilde weckt. "Like A Drug" überzeugt als streichelnder, in dieser Form fast schlichter Ausflug auf den Dancefloor der achtziger Jahre. "In My Arms" hinterlässt zwiespältige Eindrücke: Die hier eingesetzten Sound-Gimmicks sind des Guten zu viel und wirken leicht angezickt. Auf "Speakerphone" ist dann der Songtitel Programm: Kylies Stimme wird kräftig durch den Vocoder gejagt und verbindet sich harmonisch mit den vorherrschenden, sphärischen House-Klängen. In ähnlichem Fahrwasser, wenn auch nicht ganz so überzeugend, bewegt sich das anschließende "Sensitized" - eine Komposition von Guy Chambers, bei der mich das Gefühl nicht los lässt, dass der gute Bursch' heimlich erheblich bessere Stücke in seinem Song-Versteck liegen hat - hoffentlich für Robbie gedacht, denn der kann die wirklich brauchen.
"Heart Beat Rock" macht wieder mehr Laune: Auf toughe Beats gelegt und mit Sound-Effekten drapiert, gibt Kylie hier den kühl-lasziven Electro-Vamp. "The One" begeistert als eines der ultimativen Alben-Highlights - wenn man die Stock/Aitken/Waterman-Phase noch immer gern im Ohr hat. Nach dem "Better The Devil You Know" zitierenden Intro steht der Song absolut auf eigenen Füßen. Vorwärtstreibende Drums, ein farbiges, flirrendes Soundkostüm, kombiniert mit hymnischem, unwiderstehlichen Refrain - dieser Song ist eine höchst charmante Reise durch den Time Tunnel der Pop-History.
"Love Me / Love Me / Love Me / I'm the One" intoniert Kylie, und ich will verdammt sein, wenn sie's denn nicht tatsächlich ist. Wer mag einer solchen Aufforderung widerstehen? "No More Rain" fällt gegen diesen Kracher dann kräftig ab: Ein nicht unangenehmes, aber doch allzu druckloses, allzu luftiges Song-Nichts tänzelt hier durch Kylies Musik-Kosmos. Doch "X" zeigt sich als Ganzes weiterhin gut austariert: Denn schon mit "All I See" serviert die Australierin ihre nächste, äußerst leckere Song-Praline - mitsamt eleganten Beats, effektivem Arrangement und gelungenem Aufbau. Minogue hier mit Sprechgesang agieren zu lassen, verleiht der Nummer eine zusätzliche Würze. Wunderbare Club-Momente für den frühen Sonntagmorgen!
"Wow" entpuppt sich als verspielt gleißende Disco-Kugel und ist in manchem Part erneut eine Hommage an die frühen Tage. Beattechnisch mehr auf schwebende Akzente ausgerichtet, werden Sound-Effekte hier sehr songdienlich eingesetzt. "I like it", haucht Kylie verführerisch zu Beginn von "Nu-di-ty", einem spannenden und nahezu experimentell anmutenden Track, vollgepackt mit Breaks und schrägen Tönen. Stimmlich war/ist die Minogue bekanntermaßen nicht das achte Weltwunder, kompensiert dies aber mit Verve und einzigartigem Charme.
"X" - das ist spielerisch anmutendes Parlieren durch die eigenen Karriere-Jahrzehnte mit Blick nach vorn, veredelt mit der Klasse der Mitstreiter in/hinter den Kulissen (u. a. die bewährte und großartige Cathy Dennis als Songwriterin sowie neben Cutfather, Greg Kurstin (Lily Allen) und Bloodshy & Avant (Madonna) als Produzenten). Kylie Minogue 2007 ist nach wie vor eine unwiderstehliche, zeitlose, glamouröse Pop-Prinzessin, mit wundervoll funkelndem Song-Glitter.
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ich habe die single zwar noch nicht sehr oft gehört, aber irgendwie erinnert mich das vom sound her sehr stark an goldfrapp.
Hallo Leute... Pop ist immer noch keine Krankheit und Kylie immer noch nach Madonna (Was ich nicht nachvollziehen kann) die Pop.Diva schlecht hin...
Wie die Bewertung schon zeigt, ist X ein echt gutes Album... Und so schnell macht Kylie niemand vor wie der Hase im Business läuft...
alle bisher erschienen singles sind recht überzeugend,
allen voran natürlich "two hearts" mit seinen rhythmischen klaviereinlagen (bezeichnet man das als stakkato?) und dem tollen, energischen refrain.
die beiden restlichen singles "in my arms" und "wow" sind elektronischer ausgefallen. ersterer hat den besseren beat, zweiterer wieder so einen hitverdächtigen refrain à la "spinning around".
damit hat "x" sein pulver aber auch schon verschossen, denn unter den restlichen songs gibt es nicht mehr viel, das sich zu veröffentlichen lohnt.
aber chapeau, kylie.
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