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Im britischen Seebad Brighton will der Stadtrat eine Verbannung so genannter "böser Musik" aus den Clubs und Pubs der Stadt durchsetzen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Lizenzentzug.
Brighton (drei) - Die Stadtverwaltung im britischen Brighton will aggressiv gegen so genannte "Mörder-Musik" vorzugehen. Musik von Künstlern, die den Hass gegen religiöse, homosexuelle oder ausländische Minderheiten anstacheln, soll aus den Pubs und Clubs der Stadt verbannt werden. Keine Rolle spielt dabei, ob es sich um Live-Auftritte oder Musik aus dem CD-Spieler handelt. Das Verbot gilt ebenso für schaffende Kunst in Galerien, Messen oder sonstigen öffentlichen Vorführungen.
Dabei handelt es sich nicht um einen Gesetzentwurf, sondern um eine Änderung in den Richtlinien zur Vergabe von Lizenzen. So kann ein Clubbesitzer seine Lizenz verlieren, hält er sich nicht an das Gebot der Stadtverwaltung. Am 13. Dezember soll die neue Strategie vom gesamten Stadtrat abgesegnet werden.
Dee Simson, Vorsitzende des Lizenzvergabekomitees erklärte gegenüber der BBC, jeder könne fortan eine besorgniserregende Musikauswahl in den Lokalitäten melden, genauso wie bei antisozialem Verhalten oder Gewalt. Die Lizenzabteilung hätte dann nach einer Überprüfung der Vorwürfe die Möglichkeit, die Lizenz zu widerrufen oder zu sperren. Gleichzeitig fügte sie aber hinzu: "Dies wird nur in extremen Fällen angewendet, um das Spielen von "Mörder-Musik" zu verhindern".
Anstoß nahmen die Stadträte vor allem an Reggaekünstlern wie Beenie Man, Sizzla oder Buju Banton. Letzterer plädiert in Songs wie "Boom Bye Bye" dafür, Schwule zu erschießen. Sein Auftritt im Club Concorde 2 im letzten Jahr wurde gecancelt, nachdem Stadtverwaltung, Polizei und Vertreter der Schwulenszene kräftig Druck ausübten.
Peter Tatchell von der für die Rechte homo-, bi- und transsexueller Männer eintretenden Aktionsgruppe OutRage! befürwortet den Kurs der Stadt Brighton und meint, man könne der Behörde zu dieser Entscheidung nur gratulieren. Besorgnisse ob einer Einschränkung der Redefreiheit hegt er nicht: "Dieses Grundrecht bedeutet nicht, dass man für die Ermordung anderer Menschen plädieren darf".
Gerade Redefreiheitskämpfer sollen aber laut Times die Methoden des Stadtrates bereits kritisch hinterfragen. Die Zeitung beruft sich auf die Aussage von Shami Chakrabarti, Vorsitzende der Bürgerrechtsorganisation Liberty. Diese äußerte sich zum Urteil über die BBC-Parodie-Show "Jerry Springer - The Opera" folgendermaßen: "Ob es sich nun um 'Jerry die Oper' oder 'Jerry den Rapper' handelt, wir müssen sicher sein, dass wir kriminelle Vergehen verhindern, nicht bloße Ärgernisse".
Die besagte BBC-Produktion geriet nach ihrer Ausstrahlung 2005 ins Visier der Christen, da dort ein desillusionierter Gott, den Verfehlungen seines Sohnes Jesus müde, auf der Couch des US-Talkmasters Springer Platz nimmt.
Stadträtin Simson sieht die Redefreiheit durch die geplante Verbannung derweil nicht gefährdet: "Ich glaube fest an das Recht der freien Meinungsäußerung, aber ich bin gegen die Anstachelung zum Hass auf Minderheiten".





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