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Zyniker sind bereits schnell mit hämischen Kommentaren ob der verloren gegangenen Vorreiterposition innerhalb der elektronischen Musik zur Hand. Simplizismen greifen bei den Düsseldorfer Mensch Maschinen jedoch nicht. Das hat auch die Fangemeinde erfahren müssen, die Jahre lang nach neuen Tönen aus dem Kling Klang-Studio dürstete, ohne dass sie von den medienscheuen Protagonisten erhört worden wären. Nun berauben Hütter, Schneider, Schmitz und Hilpert die Musikjournaille einer ihrer besten Pointen und veröffentlichen mit einem seltsam gedämpften und unspektakulären Pardauz! "Tour De France Soundtracks".
Seit den Siebzigern bis in die frühen Achtziger hinein weihten ihnen allerorten Musik-Schaffende wie -Hörer einen Altar nach dem anderen. Nicht wenige stießen sie in der Folgezeit fast genauso begeistert vom Thron und mokierten sich über die Unproduktivität der vier. Den Masterminds geht das selbstverfreilich am virtuellen Hintern vorbei, und Recht haben sie. Während viele nicht weniger als die abermalige Umwälzung und Erschütterung der elektronischen Musik erwarten, entwerfen Kraftwerk ein minimalistisch-geniales Stück Musik, das keinen Vergleich zu scheuen braucht.
Unvergleichlich gut deshalb, weil immer noch weit und breit niemand in Sicht ist, der aus so wenig so viel zu Wege bringt. Rhythmik, Struktur und Effekte der einzelnen Songs setzen in ihrer Perfektion wieder einmal Maßstäbe. "Vitamin" und "Aero Dynamik" gehören zur Speerspitze des elektronischen Pops. Trockene Beats, Robotnik-Computerstimmen und die altbekannten Reime in Slogan-Form reduzieren alles auf die Quintessenz dessen, was Kraftwerk-Kompositionen ausmachen: weniger ist mehr.
Diese Einschätzung mag durchaus seinen Ursprung im devoten Unterwürfigkeitsreflex des Rezensenten haben. Sicher ist aber, dass das Raumschiff Kraftwerk nach wie vor den Überblick behält. Zogen die Düsseldorfer dereinst aus, um in Galaxien vorzudringen, die noch nie ein Musiker zuvor gesehen hatte, sind die "elektronischen Beatles" nun da angelangt, wo sie sich Zu Hause fühlen: im minimalistischen Elektro-Kosmos, der nicht nach effekthaschender Innovationssucht geifert, sondern seine eigene Definition von Fortschritt besitzt. Die Umsetzung dieser Definition erfolgt nach altem Rezept und unter Berücksichtigung bekannter Zutaten, doch aus ebendiesen Ingredienzien entsteht mit geringer Beimischung neuer Würze ein Titanstück wie "Elektro Kardiogramm", das mit zum Besten zählt, was je aus dem Kling Klang-Studio kam.
Möge der Spott über den Autor herein brechen, die Zeit wird den Beweis erbringen, dass dieses Album zum neuen Kraftwerk-Klassiker avancieren kann: Boing Bumm Tschak!
Ich höre sie mir demnächst bei "Blöd" an....wenn sie auch nur halb so "gut" ist, wie hier behauptet, kaufe ich sie sogar....
Mach dir aber keinen Kopp, Alex.....mein Thread in Sachen Robert Cray wird in ein paar Tagen mit "0" Posts auf Seite "irgendwo" landen....
Da ham was:
Sonntagszeitung: In einem früheren Interview sagten Sie "wenn man davon ausgeht, dass jeder seine eigene Musik macht, braucht es uns nicht mehr". Diesen Zustand haben wir heute, im Zeitalter des DJ.
Ralf Hütter: Das ist richtig. Die Elektromusik, die wir sozusagen geistig mitentwickelt haben, hat dies ermöglicht. Für uns ist es allerdings kein Grund aufzuhören. Wir werden uns da nochmals voll einklinken.
nachzulesen hier:
http://kraftwerk.technopop.com.br/interview_55.php" rel="nofollow">http://kraftwerk.technopop.com.br/interview_55.php
Also ich bin doch etwas enttäuscht, obwohl ich nicht so viel erwartet hatte.
Dieser CD fehlt eines: Wärme
Von der Menschmaschine ist nur noch die Maschine übrig geblieben. Und das macht die CD schlicht und einfach langweilig. Das wird besonders deutlich, wenn man am Ende der CD nochmal das alte Tour de France hört.
Martin
Ich konnte mit Kraftwerk, Neu oder Can noch nie was anfangen und habe diese Heldenverehrung nie verstanden. Ihr Lebendwerk und ihr Ruf für deutsche Musik im Ausland ist unantastbar, aber mich habe sie Musikalisch nie angesprochen. Zu viel Kopf, wenig Herz und zu viel Kält anstatt Wärme.
Kraan oder auch Doldingers Passport sprechen mich da schon mehr an.
Wer aber auf experimentelle psycho Musik steht kommt bei den oben genannten Bans vol lauf seine kosten.
Kraftwerk wurden von Formationen wie Autechre o. Boards of Canada schon längst überholt.Die Zeit schreitet vorran, alles entwickelt sich.Kraftwerk taten und tun dies jedoch nicht, was einerseits ihren heutigen Charme ausmacht u. Nostalgie weckt, andererseits ihren Sound altbacken erscheinen lässt.Das macht die Musik natürlich nicht weniger proffessionell o. ambitioniert, der Aha-Effekt o. der gewisse Kick fehlt jedoch.Früher waren Kraftwerk revolutionär, heute sind sie nur noch gut.
Schaut man sich z.b. die neue Garde um Berliner-Labels wie Kompakt o. Morr an, wird das ganz deutlich.Das ist neue Elektronik, technisch absolut gegenwärtig, perfekt produziert und mit viel Wärme und Ideen umgesetzt.Und auch wenn hier der übrstrapazierte pop-kulturelle, teils allzu artifizielle Aspekt nerven kann, gibt einem dieses "Mehr" an Optionen und die um einiges größere Sound-Vielfalt deutlich mehr.
Kurz : Im elektronischen Sektor hat sich seit der Kraftwerk-Hochzeit so enorm viel getan, haben Acts wie FSOL o. Aphex Twin derart bahnbrechende Werke kreiert, da begeistert der kaum überarbeitete Sound von Kraftwerk nicht mehr.Man mag ihn natürlich, aufgrund des Flairs, der Eigenheit u. dieses ganz spezifischen Klanges.Aber die wirklichen Wunderwerke kommen heute von anderen.
man kann auch nicht mit jedem album das rad neu erfinden. und kraftwerk haben schon so viel für die musik getan, da kann ich nicht erwarten, dass jede platte ein neues meisterwerk wird.
den vorwurf, dass kraftwerk altbacken klingen kann ich nicht nachvollziehen. wo ist der unterschied zwischen kraftwerk und kölner acts wie the modernist. wäre "tour de france" von the modernist würden das alle gut finden. bringen kraftwerk so ein album raus, dann wird gemotzt: null innovation...
Es gehört doch zum guten Ton, das Scheiße zu finden, so wie der Spiegel in seiner Review das sehr, sehr platt getan hat. Hör dir die Perfektion des Albums an, das ist absolut on Top. Kraftwerk haben einfach da halt gemacht, wo sie hin wollten und wenn das denen, die nach "Innovation" oder sonstigem diffusem Quatsch geiern nicht passt, eben Pech gehabt. Und ein Meisterwerk ist es doch, nur, um mal hier zu widersprechen!
Hoppla...der Alex kann ja tatsächlich Emotionen zeigen. Erstaunlich!
http://kraftwerk.weltfremd.net/" rel="nofollow">http://kraftwerk.weltfremd.net/
es ist ja nicht so, dass macs sich gross um kopierschutzmechanismen kümmern

Kraftwerk steht im elektronischen Bereich meiner Meinung nach immer noch unangefochten an der Spitze, dicht gefolgt von wenigen Genies wie Aphex Twin und von mehren Einzelwerken, aber kein Künstler dieses Genres hat es geschafft konstant geniale Alben wie Kraftwerk herauszubringen.
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