- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Sie trugen die Plakette 'Made In West Germany' und erwiesen sich als unser größter Exportschlager seit dem Kunstlied: Kraftwerk aus Düsseldorf. Angetrieben von "Autobahn" und "Trans Europa Express", machte der 'Kling-Klang-Apparat' deutsche Musik wieder weltumfassend salonfähig. An ihrer Ikonographie bastelten sie auf "Mensch-Maschine" am fleißigsten und nachdrücklichsten.
Als Ralf Hütter und Florian Schneider aufbrachen, um sich in die Computerwelt einzufühlen, befanden sie sich auf datentechnischem Ödland. Wie an einem Tagebau saßen Arbeiter Hütter und Handwerker Schneider an ihren Schablonen, aus deren Muster sie sorgfältig einen synthetischen Flickenteppich zusammennähten und einige wenige Worte dazu gaben. Spätestens mit dieser LP wurde die Grenzsprengung offensichtlich und Kraftwerk waren zu den Pionieren einer neuen pop-elektronischen Grundsteinlegung geworden.
Ihr Verstand war blitzgescheit und bewies, wie Konzeptkunst nach "Sgt. Pepper" aussehen konnte. Sie zimmerten "Mensch-Maschine" zu einem 'Melting-Pot' minimalistischer Tongewinnung und attraktiver Rhythmus-Bauart. Das Albumcover orientiert sich am russischen Konstruktivisten El Lissitzky: Die Gruppe zeigt sich in Erscheinung, Funktionalität und Körperstarre so, als sei die Evolutionskette in Kraftwerks Musik beim Menschen noch nicht zu Ende gekommen.
Wenn sie von den Arbeitsmaschinen singen ("Die Roboter"), dann stellen sie konsequent bei ihren Auftritten Attrappen statt ihrer selbst auf die Bühne. Die ausgeklügelte Mechanik der Songs übermannt die menschliche Gelenkigkeit und entzieht ihr jede natürlich darstellende Genehmigung – zum Wohl der Perfektion. Diese ausgearbeitete Feinheit geht so weit, dass man bei "Spacelab" glaubt, einen Platz im Klanglabor ergattert zu haben.
"Metropolis" ist wie ein Nachtrag zur modernistisch aufgeputzten Stadt aus Fritz Langs gleichnamigen Film, "Das Model" lechzte seinerzeit als aufpolierter Schlager nach den Top Of The Pops und "Neonlicht" ist gefällig, klar, leicht. Schließlich ist der Roboter-Psalm "Mensch-Maschine" ein Fingerzeig auf den Hip-Hop, wie er uns heute von Jay-Z bekannt ist.
Dieses Album gelang ganz im Erfindergeist des Thomas Alva Edison, für den Genie zu einem Prozent Inspiration und zu neunundneunzig weiteren Transpiration waren. Vielleicht war es aber bei Kraftwerk andersrum?
In der Rubrik "Meilenstein" stellen wir Albumklassiker vor, die die Musikgeschichte oder zumindest unser Leben nachhaltig verändert haben. Unabhängig von Genre-Zuordnungen soll es sich um Platten handeln, die jeder Musikfan gehört haben muss.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
![]() |
Die Mensch-Maschine (Remaster) | €16,99 | €2,99 | €19,98 |
![]() |
Die Mensch-Maschine (Remaster) | €16,99 | €3,95 | €20,94 |
![]() |
Die Mensch-Maschine (Remaster) | €19,99 | €3,00 | €22,99 |
"Die Gruppe zeigt sich in Erscheinung, Funktionalität und Körperstarre so, als sei die Evolutionskette in Kraftwerks Musik beim Menschen noch nicht zu Ende gekommen"
kann das mal bitte jemand in stein hauen!
chappeau, herr renz.
darauf nen sekt, korrekt! 
aber sag....was musstest du tun, um den heiligen reichsgeneralbeauftragten für kraftwerk-angelegenheiten - herrn alex c - diesen meilenstein zu rauben?
Schöne Serie. Gute Idee.
Was bei diesem Album wenig Erwähnung findet ist das grandiose, stilvolle Coverdesign. Komplett gegen den Strich seiner Zeit, mit dem Konzept der technokratischen Modernität auf Basis der "guten" 1920er.
Format
Homepage: