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Obwohl die Presse die fünf Chemnitzer schon lange im Voraus als potenzielle Newcomer des Jahres und neue Crossover-Helden feiert, machen sich Kraftklub auf ihrem Debüt eine sympathische Portion Bescheidenheit zum Markenzeichen.
Gleich zu Beginn des schmissigen Eröffnungstracks "Eure Mädchen" stellt Frontmann Felix klar: "Kredibilität liegt immer noch in weiter Ferne / Wir sind nicht Tocotronic und wir sind auch nicht Die Sterne / Wir sind, wie wir sind, klingen, wie wir klingen / auch wenn die Indie-Polizei-Sirene blinkt."
Die Zurückhaltung steht ihnen fürs erste sehr gut, denn eine musikalische Revolution treten Kraftklub trotz der durchaus geglückten Fusion aus Rap und Rock nicht los. Die treibenden, schnörkellosen Instrumentals geraten zwar stets launig und tanzbar, bedienen sich aber vor allem beim klassischen, geradlinigen Indie-Rock und bewegen sich zwischen den Hives, Bloc Party und Mando Diao.
Immerhin sind sich Kraftklub der mangelnden Eigenständigkeit scheinbar durchaus bewusst und kontern mit Selbstironie: "Ihr müsst uns glauben / Wir setzen die Trends / denn bei uns klauen alle diese schwedischen Bands."
Auch Felix Kummer glänzt nicht mit überwältigenden Rap-Skills, böse Zungen werfen ihm gar eine auffällig Nähe zu K.I.Z. vor. In Kombination mit den durchweg humorvollen Lyrics und den von Gitarrist Karl beigesteuerten Gesangsparts macht er als Frontmann dennoch eine souveräne Figur. Obwohl er nach eigenen Angaben "Zu Jung" für Rock'n'Roll ist, fügen sich die gesprochen Strophen einwandfrei ins krachige Klangbild ein.
Recht schnell wird deutlich, dass Kraftklub musikalisch nicht allzu viel Neues zu bieten haben. Viel mehr besteht ihr Konzept daraus, altbekannte Trademarks zu fusionieren und damit etwas im positiven Sinne Eigenartiges zu erschaffen. Dieses Konzept bringt Erfolg, schließlich genossen Kraftklub zumindest in der aktuellen deutschen Musiklandschaft schon vor dem Debüt einen Ausnahmestatus zwischen Hip-Hop-Act und festivaltauglicher Indie-Band.
Gleich für den ersten großen Karriereschritt ergatterten die Jungspunde einen Vertrag beim Major-Riesen Universal, der ihrem Sound alles andere als gut tut. Die Instrumentals klingen über weite Strecken viel zu glattgebügelt und einheitlich, so dass die Stücke trotz des kurzweiligen Songwritings auf Dauer eintönig wirken. Mit wesentlich ungeschliffenerem und vor allem differenzierterem Sounddesign hätte "Mit K" dagegen zur Top-Platte heranwachsen können, schließlich gibt es durchaus Positives zu berichten.
Sowohl textlich als auch musikalisch halten Kraftklub den Unterhaltungswert fast durchgehend hoch, den einzigen Durchhänger erlebt man bei der arg kitschig geratenen Ballade "Kein Liebeslied". Mit wenig filigranen, aber stets intensiven Arrangements halten die vier Instrumentalisten ihrem MC den Rücken frei, während dieser entfesselt und vor allem zynisch über "Liebe", "Melancholie" und Hyperaktivität ("Ritalin/Medikinet") philosophiert.
Anstatt sich selbst ernst zu nehmen, erzählt Felix meist völlig selbstironisch aus seinem offenbar leicht verkorksten Leben ("Dein Leben läuft gut, mein Leben läuft Amok"). Allzu tiefgründige Lyrics wären in Verbindung mit dem rotzigen Feiersound ohnehin recht unpassend, viel lieber konzentriert sich der Fronter darauf, den Zuhörer zum Schmunzeln zu verleiten.
Mit dem großartigen "Ich Will Nicht Nach Berlin" überraschten Kraftklub bereits Ende September beim Bundesvision Song Contest, sodass man die Hipster-Schmähhymne knappe vier Monate später allmählich nicht mehr hören kann. Doch wer sich völlig glaubwürdig als unspektakulär und bodenständig inszeniert, hat definitiv das Recht, sich derartig über die abgehobene Großstadtkultur lustig zu machen. "Ich komm aus Karl-Marl-Marx Stadt / bin ein Verlierer, Baby / original Ostler", heißt es in "Karl-Marx-Stadt", das zugleich Abgesang und Lobeshymne auf die geliebte Heimatstadt Chemnitz darstellt.
Letztendlich hinterlassen Kraftklub mit ihrem lange erwarteten Debüt gemischte Gefühle. Einerseits überzeugt die "Jungsmusik für Mädchen", die die fünf Chemnitzer nach eigenen Angaben spielen wollen, mit hohem Unterhaltungswert und Spaßfaktor. Spätestens mit dem vorliegenden Erstling scheint es also besiegelt, dass sich die Newcomer mit ihrem live-tauglichen Sound innerhalb kürzester Zeit zur festen Größe etablieren werden. Demgegenüber steht die Tatsache, dass die 13 Songs in Tempo und Charakter einfach zu einheitlich daherkommen, um ein wirklich zeitloses und spannendes Album zu bilden.
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3 sterne 
ok ich gebe zu. die aelter version von "zu jung" fand ich um einiges besser. aber das ist auch schon der einzigste wermutstropfen an der scheibe. nichtsdestotrotz ist das album gut. 4 sterne waeren auch drinne gewesen !
Stimmige Review, der Sound von den Snippets war nich so prall, das Geld für das Album spar ich mir für ne Live-Platte. Auf der ist dann hoffentlich auch Randale drauf.
Aber das mit der Ähnlichkeit der Songs liegt doch zu 80% am Songwriting und nicht nur an der Produktion, oder?
Teilweise zu viele Effekte aufm Gesang (Sie sing' halt bisschen schief, das wird aber komplett glattgebügelt oder wie bei KM-Stadt, zu weit getrieben) und generell eine zu große Betonung der Vocals, lässt die Musik im Hintergrund zurück, das Wechselspiel zwischen Rap und Gesang funktioniert live irgendwie auch besser.
'ne Live-Platte oder Konzertkarten sind mir auf jeden Fall lieber als das Album hier.
Ich find den Sound im Vergleich zu "Adonis Maximus" auch zu glatt - die älteren Versionen der Songs, die auf beiden CDs drauf sind, gefallen mir allesamt besser. Dennoch sind Kraftklub meine Band des Jahres (ok, 2011 eigentlich) und ich liebe sie sehr.
gutes Album für eine Band die sowieso eher auf die Bühne gehört als ins Studio. Live gehören sie für mich zu den besten Acts der letzten Jahre.
Bei Kraftklub würde ich es wie bei den Subways halten, solide 3/5.
@valle
in der naechsten visions ist eine exklusive kraftklub live-cd dabei.
Das größte Verbrechen auf dem Album ist die "neue" Version von Liebe!
Wer die EP Adonis Maximus kennt wird die Albumversion hassen, viel zu glattgebügelt und ein paar wichtige Elemente rausgenommen, wie das Geheule.
Ansonsten wurd ja schon alles gesagt.
Sehr gute Rezession. Dennoch meiner Meinung nach eine gute CD. Und die Idee mit der weißen Vinyl ist schon derbe genial. Textlich auch zum Teil sehr gute Einfälle. Meine Meinung 4/5.
Bin gespannt wie die so live drauf sind...
@sancho
schreib dich nicht ab 
@valle
auf der ep sind 5 songs
eure maedchen
ich will nicht nach berlin
liebe
zu jung
scheissindiedisko
Man kann die neueste Kraftclub-News nicht kommentieren, also hier:
Blödes GEseier von Kraftclub - sollen sie den Echo boykottieren weil es eine schwule Kack-Veranstaltung der Kommmerzwichser ist, aber doch nicht um sich so pseudobehindert von freiwild abzugrenzen. Penner.
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