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Killerpilze, ja, das ist die Band mit dem kleinen Drummer. Mittlerweile sind die Burschen aber halbwegs erwachsen, alle zwischen Anfang und Mitte Zwanzig. Ach, wie doch die Zeit vergeht. "Es ist schon krass, wir sind echt keine Kinder mehr" singen sie denn auch auf "Die Stadt klingt immer noch nach uns". In diesem Fall heißt das, dass die kindliche Rebellenphase überwunden wurde und man nun ohne schlechtes Gewissen Pop-Songs schreibt. Erwachsenwerden ist das durchgängige Motiv der Platte, die sie übrigens in Eigenregie produziert haben. Ach, wie selbstständig sie doch sind.
Der Opener "Jäger (Das kann doch nicht alles sein Pt.1)" startet mit einer spacigen Geräuschkulisse. Macht zunächst neugierig, enttäuscht jedoch, wenn er sich zu einem durchschnittlichen Pop-Rock-Song aufbaut. "Unsicherheit versteckt sich hinter Ironie bis sie uns zerreißt, dann gibt Pflastersteine zum Schleuderpreis" schmettern die Pilze dem Hörer entgegen. Ob man die Jungs am ersten Mai wohl auch Steine werfen sieht?
"Studieren" handelt von dem weit verbreiteten Problem der Jugend, die nicht weiß, was sie studieren soll oder ob ein Studium überhaupt die richtige Wahl ist. Mit Zeilen wie "Ich will nur noch ein bisschen Zeit, im warmen Schoss der Orientierungslosigkeit" sprechen sie bestimmt einigen Kids aus der Seele.
Überhaupt hat sich das Songwriting der Killerpilze stark verändert. Es ist zwar schön, wenn sie mit Hilfe des Rappers Curse Texte schreiben, die direkt aus ihrem Leben gegriffen scheinen. Wenn es sich dabei aber um das Leben von Teenagern handelt, kann das trotzdem recht schnell langweilen, sofern man alt genug ist sich ein Radler an der Tanke zu kaufen.
Mit dem Track "Lauf (Das kann doch nicht alles sein Pt.2)" bringen die Pilze noch mal etwas Punk auf die Platte, und sogar ein paar Metal-Riffs haben sich hier versteckt. Die wirken aber leider fehl am Platz, da tanzbare Pop-Songs und emotionale Balladen auf dem Album jedoch in der Überhand sind.
Das Prelude des dreiteiligen Songs "Himmel" besteht aus Pianogeklimper, bis im zweiten Teil noch etwas Herzschmerz-Gesäusel dazukommt. Im dritten Abschnitt und somit dem Closer des Albums nimmt die Nummer an Geschwindigkeit auf, und auch Drums und Gitarre zeigen zum Finale, dass sie rocken können. Eine epische Schnulze eben, aber irgendwie doch das Highlight der Platte.
Von denen hatte ich glaube ich sogar mal ein Album vor Ewigkeiten. Wie schnell die Zeit doch vergeht.
Es ist faszinierend, wie laut.de es schafft, ein Album 1. nach einem Mal hören zu verreißen (denn bei so oberflächlichem Gerede, das uns Hr. Thorben Schülke hier präsentiert, kann es nicht anders sein) und dabei 2. das einzige Musik-Format/Musik-Plattform ist, die die Platte mit Kalkül schlechter bewertet, als sie definitiv ist. Die Süddeutsche Zeitung spricht von einem "tollen Album", der Rolling Stone schreibt "wirkt trotzig und rockt bodenständig als müssten sie die Vita von bewährten Revoluzzern ala Joe Strummer verteidigen", die Intro berichtet von einem "erwachsenen Album" und selbst das Punk-Magazin SLAM featured die Jungs wohlwollend.
Nicht den Geschmack eines Rezensenten zu treffen ist das eine, aber seinen eigenen Geschmack ungefiltert und nur aufgrund von Vorurteilen (die man hier rauslesen kann "Ach, wie selbstständig sie doch sind.") an die breite und so super kritische laut.de-Leserschaft zeugt von der Engstirnigkeit der Redaktion. Seid ehrlich, die Band könnte klingen wie Matthes E. White und ihr würdet sie aufgrund des Namens verurteilen.
Den abschließenden Song "Himmel", der an den verstorbenen Vater zweier Bandmitglieder als "Pianogeklimper" zu bezeichnen zeugt einfach nur von "nicht hinhören".
Whatever, die Band macht alles richtig auf eigenem Label. Wer tatsächlich überrascht werden will, sollte es sich anhören. Definitiv auch eine Platte für ältere Leute. Definitiv ein großer Schritt nach vorne.
Oder wie Rapper Curse es bezeichnet hat "ein fucking Rohdiamant Meisterwerk einer jungen, aufstrebenden Band, die noch viel vor sich hat."
Hut ab, Killerpilze!
@Firmenphilosophie: Als aufgeklärter, fortschrittlicher und moderner Mensch fühle ich mich nicht mal beleidigt, obwohl diese "Beleidigung" nicht auf mich zutrifft.
Aber Du darfst Dich trotzdem stark und cool fühlen - hey, Du hast es geschafft, eine Dir vollkommen unbekannte Person zu beleidigen.
Sag' mal, wie langweilig ist Dein Leben eigentlich, dass Du sowas nötig hast?
Ich würde der Band einen Namenswechsel vorschlagen. Musikalisch sind sie gereift, aber irgendwo sehe ich immer noch die Käsehochs, die sich mit "Nazis raus" und sonstigen dämmlichen Parolen aufgespielt haben. Im pubertären Alter wirkt sowas einfach nur peinlich, aber das liegt Jahre zurück.
@JaDeVin: Muss ich jetzt so einen dämlichen "Deine-Mudda-Spruch" bringen, damit ich auch offiziell fohl kuhl und so bin? Oder noch besser, so einen Chuck Norris-Witz?
warum sind die killerpilze eigentlich auf einmal in aller augen 'gereift'? weil sie ein paar foo fighters alben gehört haben und die mehr schlecht als recht kopieren? leute, lasst die messstange lieber ein bisschen weiter oben hängen; nur weil die killerpilze nicht mehr _so_ beschissen wie früher sind, sind sie noch lange nicht gut. lob bitte nur, wem lob gebührt.
Dass sie ihren "vorbelasteten" Namen trotz der zu erwartenden Häme behalten, finde ich eigentlich ganz sympatisch. Aber mehr als 2 oder mit viel gutem Willen auch 3 Punkte würde ich dem Album nun auch nicht gegeben. Ziemlich langweiliger Pop-Rock. Tut nicht weh in den Ohren, wird aber so oder so ähnlich von jeder zweiten Dorfband gespielt.
@whiskeyclone wo hörst du denn da die foo fighters? und wenn einer band, die sich album für album kontinuierlich steigert kein lob gebührt, wem denn dann? hinhören, leute! hinhören! nicht einen song nebenbei mal schnell bei spotify laufen lassen und hier irgendwas hinrotzen.
interessehalber, whiskey: was ist denn für dich eine gute deutsche band?
Wer sich einst von der Bravo hat hochjubeln lassen, sollte sich nicht über der ewigen Schatten der Skepsis und der Vorurteile wundern...icke nenn mich ja auch bigfoofightersfan und bepiss mich ständig über die Güllekommentare von diversen Luschen, die mir ein Dauerverhältniss mit einem sogenannten Dave G. andeuten wollen...wie kommen die nur darauf *kopfschüttel* den Nick behalte ich trotzdem...genauso wie den Foo Fighters Schrein und das ganze andere Zeug
@morpho: ja, solltest du meiner meinung nach tun.
@whiskeyclone: beatsteaks, außer frage. aber ich meinte deutschSPRACHIG. dass die ärzte aber seit jahren nur noch grütze, sowohl textlich (bis auf songs wie Junge, großartig!) als auch auf weiten strecken musikalisch produzieren, wird immer nur vor dem angesicht dessen verschwiegen, weil sie eine Institution sind.
und wenn man sogar einen vergleich bemühen möchte: ein song wie "studieren" könnte problemlos auch im ärzte-kosmos funktionieren.
die killerpilze sind nicht tocotronic, keine frage. aber ich finde trotzdem, dass die geschichte dieser band gepaart mit der entwicklung ziemlich einzigartig ist. ich glaube, dass da noch viel kommen kann.
@bigfoofightersfan: ich glaube, die jungs selbst wundern sich nicht. geben sie auch ganz offen in allen interviews zu, aber mit 16 macht jeder andere sachen als mit mitte 20. distanzieren ist kein weg, tun sie auch nicht, aber schritt für schritt eine entwicklung zuzugestehen, tut keinem von euch weh 
Kante finde ich sowohl textlich als auch musikalisch ansprechend.
jawoll, ignorant und vielleicht auch altmodisch trifft es dann in dem fall ganz gut.
oh scheiße, ertappt. nicht.

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