laut.de-Kritik

Ein netter Titel rechtfertigt noch keine Laudatio.

Review von

Im vorab veröffentlichten Opener "Drei" glänzt die Band immerhin mit Einfallsreichtum. Sie assoziiert alles nur Erdenkliche mit der zugehörigen Zahl. Die amüsante Darbietung unterlegt sie mit Akustikgitarren-Klassiksound und Off-Beat, der ab der Hälfte im Powerchordgeschrubbe verschwimmt. "Heilige Drei Könige"? Selbstreferenz, nein danke.

Meine Ohren rebellieren bereits und teilen mir mit Pfeiftönen ihre unfreiwillige Selbstaufgabe mit. Wild collagiert das Trio schwachen Metal, Adoleszenz-Punk und den popularitätssteigernden Einsatz für eine bessere Welt. Mit jeder weiteren CD-Umdrehung zermürben die Killerpilze meinen Kopf.

Die Bayern kokettieren süßlich mit Pop ("Halbromantisch"), da krabbeln dann achtelgeschlagene Powerchords den Gitarrenhals entlang und versumpfen im Nanana-Refrain. Immerhin folgt die prophezeite Ballade erst in Song fünf. Mit "Raus" fordert die CD in meinem Laufwerk immer energischer selbiges.

Nur ein Lied weiter kulminiert die Propaganda des schlechten Geschmacks in 52 Sekunden inszeniertem Lo-Fi-Getrommel am Set und einer Selbst-Persiflage: "Ich bin nicht abgehoben, ich heb nur gerne ab. Ich spiel in einer Bank-Band." Meinem Kopf entsteigen große Fragezeichen.

Auch sonst verweigern die Killerpilze beratungsresistent jede sprachlich gehobene oder zumindest muttersprachliche Darbietung ihrer 'Ideen': "Ob ich alleine noch ich selber bin", "warum sollten wir denn denken wenn's schon jemand andres für uns tut."

Stimmt schon, denn da zeichnet sich nicht nur das evidente Abschreiben bei anderen Kapellen ab, sondern auch die unverblümten Übernahme von Akkordfolgen. Mit kläglichem Resonanzraum singen die Verantwortlichen mehrspurig neben den Tönen her, die es zu treffen gilt.

"Lautonom" verleitet trotz nettem Titel zum Kulturpessimismus. Man möchte aufspringen und skandieren, "die Musikindustrie steckt in der Krise." Dabei festigen die Killerpilze den Eindruck von Drittplatzierten eines Scorpions-Nachwuchsbandcontests, gefärbt mit adoleszentem Neo-Pubertieren und Talentfreiheit.

"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten." (Oscar Wilde)

Trackliste

  1. 1. Drei
  2. 2. Es Geht Auch Um Dich
  3. 3. Halbromantisch
  4. 4. Rendezvous
  5. 5. Am Meer
  6. 6. Raus
  7. 7. Bankband
  8. 8. Lieblingssong
  9. 9. Denken
  10. 10. Ego
  11. 11. Grauer Vorhang
  12. 12. Schwarzer Kreis
  13. 13. Plastik

Preisvergleich

Shop Titel Preis Porto Gesamt
Titel bei http://www.amazon.de kaufen Killerpilze - Lautonom €14,95 €3,95 €18,90
Titel bei http://www.jpc.de kaufen Lautonom €15,99 €2,99 €18,98

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Killerpilze

Kaum aufgetaucht, handelt man die Killerpilze bereits als die Erben von Tokio Hotel. Dabei stützt sich der Vergleich weniger auf die musikalische Ausrichtung, …

33 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    ihr sucht alle talente in allen medien. ihr wollt alle, dass auch die brd talente herausbringt. ihr vertraut auf das tv, ihr vertraut darauf, dass die medien diese angeblichen talente herausbringen. was diese drei jungs mittlerweile machen ist atemberaubend gut. aber nein, das wird vom gekauften laut.de kritiker heruntergekocht. ich finde das absolut erschreckend. was wollt ihr denn bitte hören? ich bin fassunglos diesen jungen menschen 1 von 5 sternen zu eben. und seit heute weiß ich: shcon 0 von 5 sterne von laut.de sind grandios. denn ihr habt es euch angehört, ihr gekauften kritiker....

  • Vor einem Jahr

    Da sucht man Talente in allen Medien. Ihr wollt alle, dass auch die BRD Talente herausbringt. Ihr vertraut auf das TV, ihr vertraut darauf, dass die Medien diese angeblichen Talente herausbringen. Was diese drei Jungs mittlerweile machen ist atemberaubend gut. Aber nein, das wird vom gekauften laut.de Kritiker heruntergekocht. Ich finde das absolut erschreckend. Was wollt ihr denn bitte hören? Ich bin fassunglos diesen jungen Menschen, die absolut über dem Talent heraus agieren 1 von 5 sternen zu geben. Und seit heute weiß ich: schon 0 von 5 sterne von laut.de sind grandios. Denn ihr habt es euch angehört, ihr gekauften Kritiker....

  • Vor einem Jahr

    @djkuechenmasta (« Da sucht man Talente in allen Medien. Ihr wollt alle, dass auch die BRD Talente herausbringt. Ihr vertraut auf das TV, ihr vertraut darauf, dass die Medien diese angeblichen Talente herausbringen. Was diese drei Jungs mittlerweile machen ist atemberaubend gut. Aber nein, das wird vom gekauften laut.de Kritiker heruntergekocht. Ich finde das absolut erschreckend. Was wollt ihr denn bitte hören? Ich bin fassunglos diesen jungen Menschen, die absolut über dem Talent heraus agieren 1 von 5 sternen zu geben. Und seit heute weiß ich: schon 0 von 5 sterne von laut.de sind grandios. Denn ihr habt es euch angehört, ihr gekauften Kritiker.... »):

    Mimimi.