Porträt

laut.de-Biographie

Killa Instinct

"The obliteration terminates all legal followers in any situation commonly organised" - als Crewname erscheint dieses Satzungetüm dann doch ein bisschen sperrig. Zusammen gezogen wirkt die Sache schon griffiger: Total Fiasco.

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Doubletime Jung, brutal, eingeschnappt
Farid Bang ist beleidigt. Haftbefehl erzählt Märchen. Britcore-Legenden kehren zurück. Method Man kocht Crystal Meth. Zugabe: Joshi Mizu antwortet.

Unter diesem Banner finden Ende der 80er Jahre die beiden Emcees Demon Child und Mark H, DJ Snypa und DJ Geta an den Plattentellern sowie Drummer Image zusammen. Snypa, Geta und Image lärmten zuvor bereis gemeinsam in den Reihen von SDL.

Total Fiasco nehmen 1989 "Method To The Madness" auf und entlassen davon gerade einmal 500 White Label-Copies in die Welt, ehe sie sich wieder trennen. Demon Child, der später unter dem Namen Bandog operiert, und die beiden Turntablisten setzen den eingeschlagenen Weg alleine fort und nennen sich fortan Onslaught.

Gleich der erste Track tritt Türen ein: "The Bambi Murders" gibt 1990 die Richtung vor. Harte Beats, irre Scratches, zahllose, gerne aus Horror-B-Movies entliehene Samples und Rap in rasendem Tempo kennzeichnen den Sound. Hard, harder, the hardest hardcore kommt fraglos aus England.

Als Simon Harris vom Londoner Label Music of Life das DAT-Band von "The Bambi Murders" in die Finger bekommt, ist ihm klar: Diese Crew muss er haben - allerdings nicht unter dem Banner Onslaught: In den USA existiert bereits eine Band dieses Namens. Nach der Umbenennung in Killa Instinct steht dem Siegeszug jedoch nichts mehr im Wege.

"The Bambi Murders" katapultiert Killa Instinct ohne Umwege an die Spitze der brachialen Britcore-Bewegung, die insbesondere in Deutschland auf offene Ohren stößt. Sie touren folglich nicht nur emsig im Vereinigten Königreich, sondern statten immer wieder dem Festland Besuche ab. Auch John Peel findet Gefallen am Haudrauf-Hardcore-Hip Hop und bringt Killa Instinct in seinen Sessions unter.

Die Zusammenarbeit mit Music of Life entpuppt sich allerdings als mühsam: Die Auffassungen, wohin die Reise - menschlich wie musikalisch - führen soll, fallen schlicht zu unterschiedlich aus. 1992 trennen sich Bandog, Snypa und Geta von ihrem Label. Mit neuem Manager, der auch die Kollegen von Gunshot betreut, brechen Killa Instinct zu neuen Ufern auf.

Killa Instinct - Hellmonica Aktuelles Album
Killa Instinct Hellmonica
... und der Teufel bläst die Blues Harp dazu.

Zwei EPs, "Whispers Of Hatred" und "Escapism" und zahllose Touren später nimmt 1994 Roger Bailey alias DJ Snypa seinen Hut. Geta und Bandog dagegen bleiben am Ball und legen die nächste EP "Penultimate Sacrfifice" nach. Als sie 1997 endlich ein Album in voller Länge in Angriff nehmen, dient der Name Killa Instinct längst als Synonym für britischen Hardcore-Rap.

Fünf Monate lang schrauben sie am Longplayer-Debüt "All Hell Breaks Lose". Danach scheint jedoch erst einmal die Luft raus zu sein: Killa Instinct verabschieden sich 1998 in eine kreative Pause von unbekannter Dauer. Erst 2002 verdichten sich die Anzeichen, dass Bandog und Geta erneut gemeinsame Sache machen. Das Resultat "Dead Breed" erscheint noch im gleichen Jahr bei UK Rap Records.

Sowohl Bandog, mit bürgerlichem Namen Chris Tucker, als auch Craig 'DJ Geta' Purkis sind über die Jahre in diversen anderen Formationen aktiv. Schlappe zehn Jahre nach "Dead Breed" wollen es Killa Instinct aber noch einmal wissen. Erstmals marschiert neben Bandog ein weiterer Rapper auf: MC Falasha geht das aberwitzige Tempo tatsächlich mit. Inzwischen beim Hamburger Label Naked Ape Records untergekommen, veröffentlicht die Crew 2012 "Hellmonica".

Wieder rufen Killa Instinct in Erinnerung, was Britcore ausmacht: Hip Hop der härtesten Gangart, der mühelos auch Punk- und Hardcore-Jünger abholt. Ruhe sanft, Bambi!

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