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Das muss man ihr lassen: Die dauerbesoffene Fanschar abzuzocken, das haben Kesha und Konsorten, die im Hintergrund die Marketing-Strippen ziehen, wahrhaftig drauf. Zum Hit verkauft man Grütze auf Albumlänge. Was eigentlich als Bonus-Material gedacht war, wird zum vollen Preis nachgeschoben - und jetzt kackt man hurtig noch ein Remix-Album obendruff. Schnell, schnell. Es könnte ja jemand ausnüchtern.
Das allerdings wäre wahrhaft fatal: Auf klaren Verstand dürfte sich dieses Machwerk gar übel auswirken. "I Am The Dance Commander + I Command You To Dance: The Remix Album" - wie griffig, und wie gar nicht blasiert, wieder! Noch abstoßender als Keshas Trailerpark-Billignutten-Aufmachung wirkt eigentlich nur ihre stetig zur Schau getragene offensichtlich schwer gestörte Selbstwahrnehmung.
"I Command You To Dance". Meine Fresse. Mit diesem schwindsüchtigen Stimmchen kommandierst du nix und niemanden, Herzchen. Im Gegenteil: Selbst an Stellen, an denen ein Remix wirklich gelingt, hört der Spaß sofort auf, sobald Keshas unerträgliches Geseiere ins Spiel kommt.
Warum, frage ich mich schon bei der Eröffnungsnummer, lässt man, wenn der Fokus nur mehr auf stampfender Tanzbodentauglichkeit liegt, den ... nein, alles in mir sträubt sich dagegen, das als "Gesang" zu bezeichnen ... die Vocals nicht gleich ganz weg? "This place's about to blow." Blow? Von wegen. Angesichts der gebotenen Inhaltsleere ist bestenfalls mit einer Implosion zu rechnen.
In einer Instrumental-Version ginge zumindest der Untold-Mix von "Tik Tok" als echte Granate durch. Ohne Kesha, deren effektverkleisterte Anwesenheit jedem Track jedes Leben aussaugt, bekäme man es mit einem sich in finsteren Tiefen windenden Bass-Monster zu tun. Aber die Schlampe ist ja da, sie ist einfach immer da und kotzt direkt ins bloßliegende Hirn.
"The beat's so fat, gonna make me come." Wenn Kesha ihr Maul gehalten hätte, hätte es in "The Sleazy Remix" vielleicht sogar funktioniert. Sobald sie allerdings ihrem über die Maßen dummen, pubertären, unangenehm wichtigtuerischen, überspannten Gewäsch freien Lauf lässt, nimmt jeder aufkeimende Spaß ein jähes Ende - und das passiert auf "The Dance Commander" zehn Mal.
Gut nur, dass die Momente, in denen Kesha damit einen wirklich guten Beat ruiniert, rar bleiben. Der Großteil der Produzenten scheint einen Remix-Auftrag als Aufforderung zu mittelmäßig motiviertem Bassrausreindreh-Spielchen misszuvertsehen, die hie und da noch ein bisschen die gerade ach so angesagte "Tron"-Welle reiten. Über weite Strecken bietet der vermeintliche "Dance Commander" nichts als seit den 90ern wohlvertrauten Autoscooter-Bummbumm. Einfallsreichtum ist bei Fickmusik für den Durchschnitts-Karussellbremser eh nicht gefragt.
Wird, wie in der vorliegenden Fassung von "Animal" zudem das Tempo gedrosselt, zieht sich die Qual unerträglich in die Länge. Mehr schmerzt eigentlich nur noch, wenn Kesha zu rappen versucht und "friends" auf "dia-monds" reimt. Warum sich ein Andre 3000 für einen solchen Rotz hergibt, möchte ich gar nicht verstehen, auch, wenn die Nummer eine gute Portion Dirty South atmet.
"Fuck him, he's a DJ." Dieser wenig subtilen Aufforderung möchte ich mich mit einem Zusatz anschließen: "Fuck him, he's a DJ" - und wenn er Kesha spielt, dann nutzt zu diesem Behufe getrost ein Nudelholz.
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"Über weite Strecken bietet der vermeintliche "Dance Commander" nichts als seit den 90ern wohlvertrauten Autoscooter-Bummbumm. Einfallsreichtum ist bei Fickmusik für den Durchschnitts-Karussellbremser eh nicht gefragt."
Wenn Freddy so ausfallend wird muss es eucht übel sein.
Bleibt die Frage, warum Untold und Andre 3000 sich für sowas hergeben.
Also so wie sich die Verfasserin dieses Textes beim anhören des Albums gefühlt hat so habe ich mich beim lesen dieser Kritik gefühlt. Du arbeitest für eine Plattform die mit Schlagzeilen über Nazi-Scooter Klicks erwirbt und biderst dich über die Vermarktungsstrategien der Plattenfirmen an?
Und das Kesha nicht singen kann wissen sowieso alle.
Dani, ich liebe dich.
@ Yellow Mellow: Das Kesha-Bashing wird öde? Das Ohren-Bashing, dass ich jedes Mal erleben muss, wenn irgendeiner das anmacht, was man heutzutage "Musik" nennt wird NIE aufhören. Solange es noch so viele Trottel gibt, die sowas hören, kann man das meiner Meinung nach bashen, wie man will.
Die Kritik ist genauso assi wie Kesha selbst, die perfekte Symbiose!
es ist immer wieder amüsant
Da ich sonst noch nie eine Kritik zu einem Remix-Album von einem Pop-Album bei laut.de gesehen habe, muss man wohl davon ausgehen, dass hier lediglich jemand Dampf ablassen wollte.
Oder das Sommerloch ist früh dran dieses Jahr.
@SillyWalk Von Pop-Künstlern? Dann nehme ich die Aussage natürlich zurück.

Wird das jetzt hier Trend, dass sich das Niveau der Rezension dem Objekt derselben anpasst? Ich finde das ehrlich gesagt eher peinlich als unterhaltsam.
Der beste 1-Punkte-Verriss auf laut.de ist und bleibt der Text zu Simple Plan's "Still Not Getting Any...". Genialer könnte man so einen durchkalkulierte Poppunk-Abklatsch nicht beschreiben.
Dass man eben solche Alben mit Stil und Niveau kritisiert, vermisse ich ja in letzter Zeit.

Natürlich nervt Kesha, aber die Remixe hier sind wirklich gut muss im Gegensatz zu den ungemixten Songs auf ihren normalen Alben.
Wiso LAUT dieses Album überhaupt reviewt frag ich mich. Da wollte wohl mal wieder jemand einfach ein bisschen Frust abbauen 



@sancho
Das neue Milow Album ist super, habs schon gehört! Aber ein gutes "Mainstream"-Album gibt es für LAUT ja nicht, werden in den nächsten tagen bestimmt die 2 Punkte Review von ihnen sehen. 



während die hunde bellen, übersehen sie - wie so oft
- den teufel im detail.
ich ganz persönlich danke ihnen, frau fromm f d deutlichen und fachlich begründeten worte und am meisten für:
Angesichts der gebotenen Inhaltsleere ist bestenfalls mit einer Implosion zu rechnen.
großer satz; bin neidisch. chappeau! 
sicherlich hab ich auch nicht alles von ihm gehört. nur diverse singleveröffentlichungen. und die haben mich nicht sonderlich angemacht. und ich gebe offen zu - nicht bei jedem artist höre ich mir die kompletten alben an, wenn mir die songs die ich kenne nicht zusagen.

das ist unglaublich, ihr diskutiert über Milow´s Musik in einer Album-Kritik von Kesha 
wenn es jetzt von intelligenz zeugen soll, oder modern ist oder sonstwas, fremde frauen/mädchen schlampe zu nennen, mach ich doch glatt mit und sage: danke für die review, schlampe!
ach ja und für laut.de arbeiten und sich über niveaulosigkeit beschweren, ja nee is klar

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