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Die EP "Night Train" könnte fast als Album durchgehen, finden sich darauf doch immerhin acht neue Kompositionen. Die sind allesamt Versatzstücke aus Keanes vergangener Welttournee mit ihrem letzten Album "Perfect Symmetry" und wurden unterwegs in verschiedensten Studios aufgenommen.
Nach einem 1.30 Minuten langen, düster wirkenden Intro folgt mit dem synthie-lastigen "Back In Time" die erste souveräne Stadion-Hymne in überraschend killerscher Manier - zumindest im Refrain.
"Stop For A Minute" jedoch lässt einen zusammenzucken: Kitschigste "Oh ohs" und hypersynthetische Handclaps gleich zu Beginn, sowie ein Refrain voller "komm wir halten uns an den Händen und jauchzen im Kreise"-Schmonz verleihen der Kollabo mit K'Naan den Charme einer Werbeeinspielung während der Fußball-WM. K'Naan steuert natürlich ein paar Raps bei, die jedoch ziemlich überflüssig und fehl am Platz sind. Keane goes R'n'B oder was?
Bei "Ishin Denshin (You've Got To Help Yourself)" versucht sich die Band dann mithilfe der japanischen MC Tigarah am 80s-Electro-Pop-Klassiker von "Yellow Magic Orchestra, mit "Your Love" weidet sie dieselbe Dekade gleich nochmals aus. Bei diesem Track übernimmt jedoch Keyboarder Tim Rice-Oxley zum ersten Mal den Gesang.
Man wird nicht richtig schlau daraus, was Keane mit dieser Maxi bezwecken. "Night Train" fühlt sich so an, als hätte die Band während ihrer Tournee blind irgendwelche Kleidungsstücke aus ihrem Handgepäck gepickt und versucht, daraus ein Outfit zu basteln. Das Resultat ist zwar nicht lächerlich, wirkt aber konzept-, wenn nicht gar seelenlos.
Tatsächlich scheint es, als hätte Keane alle Abteile ihres Nachtzuges im Voraus reserviert, ohne wirklich zu wissen wohin die Reise eigentlich führt. Sie wollen überall hin und verfehlen gerade deshalb ihr Ziel. Auf ihren Zugstickets steht sowohl "schmalziger 80er-Electro-Pop", "R&B", als auch "klassische Keane-Hymne" und "schamloser Rip-Off".
In der Tat werden nicht nur "Rocky"-Liebhabern als Affront empfinden, dass dessen heroischer Soundtrack "Gonna Fly Now" von Bill Conti ohne Hemmungen als Aufhänger für einen Keane-Song missbraucht wird: Blasphemie, sowas! Einzig "Clear Skies" überzeugt mit Keane-ungewöhnlicher Gitarrenlastigkeit, Glockenspiel, einem leicht progressiven Touch und Tom Chaplins mitreißender Gesangsmelodie.
"Night Train" hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Hier wird munter aus verschiedensten Genre-Kisten zusammengeklaubt, ohne je überhaupt in die Nähe der Vorlagen zu gelangen. Keane täte daher wirklich gut daran, sich für die nächste längere Reise den Inhalt ihres musikalischen Kulturbeutels richtig zurecht zu legen - vor der Abfahrt.
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Mir scheint dass die Night Train-EP lediglich als Testimonial dient. Welches Lied am meisten runtergeladen wird, dessen Stil wird auf der nächsten Platte vorherrschen. Schade, solch eine Anbiederung haben Keane eigentlich nicht nötig. Besser wäre es gewesen, sie hätten für eine Minute inne gehalten!
Hab das Album nun ein paar mal durchgehört und muss der Rezension leider in großen Teilen zustimmen.
Es ist überhaupt nicht stimmig, wirkt bunt zusammengewürfelt.
Es ist zwar kein Lied wirklich schlecht, aber eben auch keines richtig gut.
Bin schon ein wenig enttäuscht und fühle mich als Fan ein bischen als Testkanninchen missbraucht.
Sehe das so wie SigueSigueSnev...
Ich hab bisher nicht mal angetestet. "Hopes and Fears" ist der einzige Keane-Output, den ich bisher mein Eigen nenne. Aber schon bei "Under the Iron Sea" war ich beim Antesten eher abgeneigt, "Is it any Wonder" konnte ich mir nicht mal "schönhören".
Ich hoffe sehr, dass Keane sich irgendwann auf das zurückbesinnen, was sie auf dem Debut veranstaltet haben.
naja, wenn sie das täten würden auch wieder viele schreien, dass sich die band nicht weiterentwickelt. ich finds toll, dass die 3 alben alle so unterschiedlich sind. Ich mag die EP. Das einzige was ich mir bei aller Liebe nicht anhören kann ist Ishin Denshin, schrecklich! Clear Skies ist absolut genial und Your Love find ich auch toll. Stop for a Minute und Looking Back sind auch gute Lieder. Die Rocky Melodie passt da eigentlich ganz gut meiner Meinung nach, Geschmackssache. Ach und RnB? Also bitte. Nur weil jemand rappt? Kann schon sein, dass das ganze bunt zusammengewürfelt ist, aber es ist nun mal ne EP. Ball flachhalten.
Eine nette Band mit angenehmen Liedern und melodien, auch auf dem neuen Album. Ich finds nett, v.a. im Hintergrund.
@MiGa: Wobei "Is it an wonder" wirklich das langweiligste Stück auf der Platte ist. Mir gefällt die "Iron Sea" ziemlich gut, wobei es defnitiv etwas länger gedauert hat als bei "Hopes Fears"
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