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Kanye West als den Künstler zu fassen, für den er sich hält, stellt kein leichtes Unterfangen dar. Von an Reizüberflutung angrenzenden Videos bis hin zu ebenso ausufernden Beat-Gewalten - auch Fans schütteln zuweilen den Kopf. Trotzdem oder gerade deshalb lässt er als eine der schillerndsten Figuren im amerikanischen Rap-Zirkus die Blogs durchglühen.
Und um etwaige Umsturzpläne aus Miami zu durchkreuzen, braucht es nun offenbar auch von seiner G.O.O.D. Music-Truppe einen Label-Sampler. Doch der Grund der auch Rozays "Self Made Vol. 2" bereits hinken ließ, sticht auch hier: Bei 21 vortragenden Musikern lassen sich trotz bombastischen Beats die Qualitätsunterschiede nicht wegproduzieren.
Als Opener schickt das Chicago-Wunderkind "To The World" ins Rennen. Die Außenverkleidung kommt von flirrenden Synthiemelodien, die von leichtem Bass-Gluckern getragen werden. Die R'n'B-Einlage von R. Kelly hätte den Karren auch mehr in Schieflage bringen können. Doch der selbsternannte "God of rap" bringt den Karren wieder selbstbewusst auf die Spur zurück. Keine Pole-Position, aber immerhin.
"Clique" dagegen pumpt Super durch die Leitungen. Die atmosphärischen Synthieflächen knistern, Jigga/Kanye-Rap in "Watch The Throne"-Laune klopfen einen verschachtelt durchgeknallten Clubhit zusammen. "Ain't nobody fresher than my motherfucking clique". Hier will man ihm das tatsächlich abnehmen.
Die Single "New God Flow.1" erinnert musikalisch noch am ehesten an Premo-beeinflusste "Graduation"-Zeiten. Die von Schüssen begleiteten Klavierklänge frisst Ghostface Killah zum Frühstück – und schmiert sich nebenbei noch ein Butterbrot. Anstatt das limitiert talentierte Dauerfeature 2 Chainz ständig zu Wort kommen zu lassen, wäre der Wu-Ableger die für Rap-Fans qualitativ hochwertigere Wahl gewesen. Ye spürt allerdings die Energie und schaltet auf Starkstrom um: sein Part elektrisiert.
Pusha T? Pusha replay! Der seinen Clipse-Bestzeiten nachjagende MC beteuert fulminant, dass hier kein Altmetall am Rosten sei: Recycling ist angesagt. "Mercy.1" wäre bedeutend richtiger mit "3 Kings" zu betiteln, als uns das die Porsche fahrende Maybach-Konkurenz dahernölte.
Manchmal erinnern diese extraterrestrisch getränkten Zukunftsklänge (besagtes "Mercy.1") an einen kleinen Hammer im Kopf, der die immer gleichen Synapsen malträtiert und zu Bestleistungen peitscht. Eine gewisse Genialität kann man West nicht absprechen. Doch dieser zu folgen, kann auch die pure Anstrengung bedeuten.
Unmittelbar vor Release fiel West auf, dass er hier und da noch ein Sample mehr einbauen könnte, und ließ das ganze Material noch mal neu abmischen. Diese aufgehübschte Version gibts jedoch nur via iTunes. Ein Schlag in jedes Jewel Case-Liebhaber-Gesicht. Hallo? Noch gibt es letzte Überlebende, die keine Geiseln des Apfel-Imperiums sind und sich gerne CDs ins Regal stellen!
Das vorab gestreute Material täuscht nur bedingt über die dagegen abfallenden Durchschnitts-Nummern hinweg. "Bliss" soll wohl der Singalong-Abteilung rund um John Legend und Teyana Taylor eine gewisse Daseinsberechtigung liefern. Doch damit bleiben sie auf dem Abstellgleis stehen, auf das sie sich selbst manövrieren.
Der Soloauftritt von Cudi ("Creepers") tuckert in dieselbe Belanglosigkeit hinein. Die Tatsache, dass bei der höchsten Schlagzahl meiner elektrischen Zahnbürste diese zu zittern beginnt, ergibt spannenderen Diskussionsstoff als dieses Stück Musik. Schnarchende Claps, dumpf scheppernde Bass-Langeweile und inhaltlose Raps machen aus dieser Nummer eine B-Seite.
Da wo der Labelboss hinterm Mic von sich und seiner Außergewöhnlichkeit fabuliert, geraten die Tracks zu einem hörbaren Endergebnis. Doch überlässt er seiner Gefolgschaft die Regler im Studio, regiert zu schnell eine gewisse Einfallslosigkeit.
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West bleibt bei diesem Sampler unter seinen Möglichkeiten. Schade. 3/5 passt.
Es gibt wirklich noch genug Orte, wo die von Deinemudda beschriebene Kleidungskombination nach wie vor genauso zu sehen ist wie 1997. Da hoert auch niemand Kanye West.
Es gibt wirklich noch genug Orte, wo die von Deinemudda beschriebene Kleidungskombination nach wie vor genauso zu sehen ist wie 1997. Da hoert auch niemand Kanye West.
Im deepsten Underground, jo, mag sein. Aber ich beschäftige mich nicht mit selbigen. In Sachen Rap höre ich meistens das was ich schon seit Jahren höre: Jay-Z, Em, Kanye, Raekwon usw.. Auch wenn viele mich jetzt für ein Opfer des Mainstream halte, feier ich diese Protagonisten seit ich zum erstenm Mal bewußt Musik gehört habe und steh auch dazu. Leider bleibt mir damit der Blick auf das aktuelle Undergroundgeschehen und deren Klamottenstil verborgen aber gibt schlimmeres.
@DeineMudda: Gerade Rae ist einer, der immer noch fuer die "'97 mentality" (hence OB4CL... 2) steht, auch optisch, soweit ich das in Erinnerung habe. Den trifft man nicht in flip flops an Straenden in Suedfrankreich oder im Maßanzug zusammen mit Kanye auf irgendwelchen Spiessersoirées, auch wenn er mit ihm Musik macht. Natuerlich steht er auch schon laengst nicht mehr in der Crackkueche oder an der corner. Aber darum geht es auch gar nicht, dich hat niemand als "Mainstreamopfer" bezeichnet.
Ich wollte nur sagen, dass dieser Kleidungsstil nicht ausgestorben ist, und ich wuerde die PJs in [Moloch deiner Wahl bitte einsetzen] auch nicht als tiefsten Untergrund sehen. Klar, L.A. und Houston z.B. bleiben weiter dominiert von Converse und Dickies, aber das ist ja auch immer noch 1997 (um das Jahr nur mal als generelles Sinnbild fuer die Hip Hop-Neunziger zu nehmen). Peinlich wird es halt, wenn sich Weissbrote so kleiden, damals wie heute; das ist genau wie in Deutschland mit Boxerschnitt, Picaldi, Cordon etc. In der hood hoert keiner Kanye, das findet dort nicht statt. Genauso wie Odd Future und diverse Roehrenhosenrapper (die ich nebenbei aber nicht "hasse", der Grossteil davon ist mir schlicht egal), dafuer interessiert sich dort niemand. Da gibt es die gleichen Probleme wie vor 15 Jahren, die gleiche Musik (nat. nicht ausschliesslich) und es gibt immer noch Leute, die Phat Farm, Champion und Timbs tragen.
Baude weiß wovon er spricht, ja, nur im Bereich Weißbrote sollte er differnzieren, schließlich haben ja die Schwarzbrote diesen Kleidungsstil weder erfunden noch irgendwie das alleinige Anrecht darauf. Wer, wie ich, seit Urzeiten (seit Mitte der 80er) Basketball spielt (und HipHop-Musik hört) trägt auch seit Urzeiten Champion, Nike, Converse, Starter und Co - auch als Weißbrot, damals wie heute. Nicht immer, aber halt zum Sport und in der Freizeit.
Aber aber Sodi, Du aus Deinem hood-Kellerchen solltest nicht immer so vorlaut sein. I tell the truth - Champion und Converse ist Subkultur/Streetsport/Ära-abhängig. Und es gibt nach wie vor keine Dorfhood, Du Dampfplaudertasche. 
Wenn du diese Klamotten in fuer deine Statur unangemessenen Groessen traegst, ist es peinlich. Das geht noch halbwegs klar - weil es nicht anders geht -, wenn du aussiehst wie Action Bronson. In allen anderen Faellen gehoert man dafuer durch die street gesmackt, um mal bei der Lingo zu bleiben. Savas sieht peinlich in seinen Klamotten aus und alle anderen Deutschraphoernchen, ob Hoerer oder Kuenstler, die so rumlaufen, sehen auch peinlich darin aus. Das ist aber der Unterschied: in Deutschland gilt man damit noch im Deutschraphoernchenkreis als cool ("real"?), in der hood wirst du abgezogen, weil du da als Weisser direkt als Opfer gebrandmarkt bist. Schwarze Jungen in Roehrenjeans ernten dort uebrigens auch nix als Gelaechter und Sprueche, muss keiner glauben, A$AP Rocky etc. waeren da der Scheiss, auch nicht mit Goldzaehnen. Will gar nicht wissen, was Danny Brown mit seiner Fresse, den Klamotten und der Stimme ueber sich ergehen lassen muesste, wenn er NICHT aus Detroit und kein rapper waere.
Converse ist von gar nichts abhaengig, die traegt seit ihrer Existenz jeder. Habe das nur genannt, weil die nun mal im Hip Hop-Kontext mehr ein Ding der Westkueste und (westlicheren) Suedstaaten sind.
Sodi: Ruhe im Karton, die Dorfhood war seit Tag eins eine Ausgeburt Deines Keller-Verstandes. Baude: Chuck Taylor (Ein weißer Basketballer) und die Converse Chucks sind ganz klar Basketball-Historie. XXL oder noch größer fand ich schon immer affig, sportlich locker muss das alles sitzen, authentisch aussehen, dann ist es auch egal wer in welcher Hood ist.
Ich war nie Mittelstand und meine Jugend nie behütet, auch das ist ein reines Hirngespinst Deinerseits. Ich mach auch nicht auf Hoodlum, ich mach nur nicht auf weißes Mittelstands-Brot, sondern gebe mich so wie ich gewachsen bin, face it.
In der Tat waren wir so broke, dass ich nie eine Uniform hatte, sondern immer improvisiert habe und seit allerfrühester Jugend mir die Kohle für Basketball-Schuhe selbst verdient/erhustlet hab, si. Woher kommt eigentlich Dein fester Glaube daran ich wäre ein Mittelstands-Ami-Styler-Geld-in-Arsch-Weißbrot? Wieso denkst Du Dir sowas aus?
Broker als der Mittelstand ist ja nicht direkt Unterschicht, Dein Denken ist zu eindimensional. Ich rede meist von der Street und nicht von Schichten, hatte auch noch ärmere Kumpel und dick reiche, egal. Du lebst in einer schwarzweiß-Welt.
Welche street?
Du koenntest dich auf den richtigen Strassen doch weniger navigieren als jemand ohne Fuehrerschein. Geh' mal mit basketball unter dem einen, skateboard unter dem anderen Arm als 30+-jaehriger Weisser mit "yo" und "whut" in die Bronx und du wirst sehen, was abgeht. Ich habe schon mal versucht, dir das anhand von Sprache zu erklaeren, dass du dich ueberschaetzt. Vor allem, wenn du Gegebenheiten nicht begreifst. Dasselbe wuerde dir wahrscheinlich im Wedding, in Billstedt, Chorweiler und der Nordweststadt passieren.
In meiner pubertären selbstfindungsphase war ich aber auch auf dem Trip: Baggys, XXL Shirt und die koksweisen AF1s. Im Rückblick sah ich natürlich total lächerlich aus aber in der zeit war das halt angesagt und da ich wirklich ein Mittelstands-Kid war konnte ich auch recht ungefährlich durch unsere "Hood" laufen. Dass ich das nicht in der Bronx oder in South Central machen könnte als Weißer ist mir durchaus bewußt. Nur damals war das halt alles extrem cool auch wenn es im Nachhinein eigentlich lächerlich war. Doch ich bin froh dass ich eher mit Rap in Berührung kam und daran gefallen gefunden habe als viele ehemalige Kollegen die auf Onkelz o.ä. hängengeblieben sind.
@arge: jetzt geht sein "street" geschwalle wieder los...nochmal für dich, nur weil du als kind auf dem gehweg murmeln geschleudert hast, bist du noch lange nicht "street". jedes kind ist bei gutem wetter draussen. kann dieses dämliche gelurkse allmählich ncht mehr hören...
Baude: Die Street halt, Stadt, urbanes Gebiet, in vielen Städten. Skateboarding ist Urbanität pur, überall auf der Welt, da gibt es keine Hautfarben, Du wirst gar nicht als weißer wahrgenommen, nur als Skater - Authentizität ist natürlich wichtig, Du darfst nicht verkleidet wie ein Poser rumlatschen und natürlich laber ich nicht 24/7 yo und whut, das ist ein laut.de-only Spaß oder mal unter Kumpels wenn es etwas ausgelassener ist, dann werden die überzogenen HipHoper persifliert, denkst Du wirklich das wäre mein normaler "Sprech"? Und die Bronx, bzw Teile davon sind sicher was anderes als Wedding. Und natürlich wäre Wedding oder die Nordweststadt eh weniger mein Zielgebiet, das ist auch nicht mehr die Street von der ich Rede, sondern eher Ghetto und Parallelgesellschaft, da muss jeder aufpassen der nicht von dort ist oder ne teure Uhr anhat.
DeineMudda: Wenn die Shirt zu xxxxxl sind und die Baggys zu weit, dann sieht es lächerlich aus, si - aber das sieht dann bei jeder Hautfarbe lächerlich aus. Wenn man das alles "locker auf der Hüfte" trägt und die Kultur lebt, dann kann das gar nicht lächerlich aussehen - das sehen dann nur Leute so die von der Kultur nichts verstehen und diese Leute sind halt eh egal.
Sodi, es ging nicht um gutes Wetter und Sonnenschein. Bei jedem Wetter auf der Street sein, mit dreckigen Handtüchern und Besen sein urbanes Stückchen parat machen und mit Schal und Handschuhen rollern. Du hast Vorstellungen, echt unglaublich. Hast Du nie "Kids" gesehen?
Sodi, es ging nicht um gutes Wetter und Sonnenschein. Bei jedem Wetter auf der Street sein, mit dreckigen Handtüchern und Besen sein urbanes Stückchen parat machen und mit Schal und Handschuhen rollern. Du hast Vorstellungen, echt unglaublich. Hast Du nie "Kids" gesehen?
ahhh...jetzt ham wirs ja endlich...kids ist es also...du hast den film dermaßen oft gesehen, das du dir einbildest das du selbst in so einem umfeld groß geworden bist!? cool alta. leider nur bei den wichtigsten stellen nicht aufgepasst...
aus meiner sicht ist kw tatsächlich einer der wenigen interessanten künstler im genre. auch wenn in seiner extremen ambitioniertheit nicht jeder schuss ein treffer ist....aber die öffnende, erweiternde und experimentierfreudige herangehensweise ist doch echt mal was anderes, als der ewige genretellerrand....ein übler songwriter scheint er auch nicht zu sein...to the world, creepers oder das dramatische love lockdown muss man erstmal hinkriegen....und die art, wie er verschiedenste organische percussion f d beats nutzt, läßt mich auf der ästhetischen ebene auch nicht kalt...der kerl kann doch musikalisch echt mehr als andere....jetzt fangen die auch noch an, sich zu schminken?....echt?.....für m i c h auch kein gegenargument...
Ne echt jetzt, Zwei HudMo Beats??! Der soll lieber auf Kanye's nächstes Solo, statt auf son ramsch...
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