laut.de-Kritik

Potz Blitz: Bei den Industrial-Lärmbrüdern war auch schon mal mehr los.

Review von

25 Jahre haben KMFDM (mit Unterbrechungen) nun schon auf dem Buckel und wo sich andere Bands mit einer schnöden Best-Of feiern, kloppt die mittlerweile wieder in Hamburg ansässige Band lieber ein neues Album raus. Große Experimente bietet "Blitz" zwar nicht, aber das dürfte die Fans kaum stören.

Mit dem Opener "Up Uranus", (huch, welch infames Wortspiel) empfängt einen gleich ein ordentliches Industrial-Brett mit sägenden Gitarren und dem gewohnt verzerrten Gesang von Fronter Sascha Konietzko. Dem sehr elektronischen "Bait And Switch" leiht hingegen Lucia Cifarelli ihre sanfte Stimme. Die soundtechnisch leider aus der Dose stammende Basslinie hat einen guten Drive, aber es hätte gern ein wenig mehr krachen dürfen.

Diese Erkenntnis durchzieht leider das gesamte Album. Das russisch gesungene "Davai" eignet sich mit seinen Laibach-Beats bestimmt gut zum Abtanzen, wenngleich es verdammt monoton angelegt ist. Auch "Potz Blitz" ist sowohl was den Sound als auch den leicht debilen Text angeht, nur eine mittelprächtige Rammstein-Nummer.

Die besseren Songs übernimmt meist Sängerin Lucia, allen voran "Never Say Never". "People Of The Lie" ist deutlich ruhiger und elektronischer, während "Strut" schlicht und ergreifend darunter leidet, dass der Sound zu reduziert ist und die Klampfe nicht durchgehend braten darf.

Die Human League-Coverversion von "Being Boiled" ist okay und "Bitches" erinnert mit seinem Keyboardgewaber doch mehr als nur ein wenig an "Temple Of Love" von den Sisters. Nicht originell, aber dennoch kein schlechter Song. Dummerweise stinkt "Me And My Gun" ziemlich ab, obwohl Lucia hier endlich mal wieder richtig bitchy klingt. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich auf sowas stehe.

Zwar gelingt mit "Take'm Out" ein versöhnlicher Abschluss, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass bei KMFDM schon mal mehr los war. Vielleicht gerät das nächste Woche erscheinende "Skold vs. KMFDM" ein wenig druckvoller.

Trackliste

  1. 1. Up Uranus
  2. 2. Switch
  3. 3. Davai
  4. 4. Never Say Never
  5. 5. Potz Blitz
  6. 6. People Of The Lie
  7. 7. Being Boiled
  8. 8. Strut
  9. 9. Bitches
  10. 10. Me And My Gun
  11. 11. Take 'Em Out

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10 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    Wenigstens erleben die (wie soviele halbgare Popinterpreten, egal ob aktuell oder Reunion) keinen Talentverfall und werden nicht peinlicher oder schlechter nach all den Jahren. Sie halten ihren Standart und können immer noch "Ass Kickin"! Ob das Album was neues Innovatives bringt ist ne andere Sache.

  • Vor 5 Jahren

    stimme ich voll zu.

    neu muss hier nicht. es ist ja ihre kein-mitleid-für-die-mehrheit elektrorock-nische. sie haben sich dieses segment gebastelt und es miterfunden; nicht nin und konsorten. kmfdm sind die urväter.

    also warum nicht bei den eigenen leisten, der eigenen passion bleiben, solange es kompositorisch stimmt?

  • Vor 5 Jahren

    Was heißt das? In den nächsten Wochen kommt noch ein Album?