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"Ride to live, live to ride, wheels of fire, forever"
Wenn das mal kein Metal ist, dann weiß ich auch nicht. Die Textzeile stammt aus "Wheels Of Fire" und steht stellvertretend für das, was uns Judas Priest anno 2005 servieren. Metal. Nicht Nu-, Rap- oder Wasauchimmer-Metal, sondern Heavy-Metal. Punkt. Ausrufezeichen. Neben der gerideten Harley dealen Priest mit dem Devil, hitten die Power, feelen das Adrenalin, cutten deep in den Bone. Hellrider und Painkiller jagen Hand in Hand übers Schlachtfeld und batteln auf die Kacke. Höhö.
Sich über Priests Texte lustig zumachen, ist zwar nicht das Originellste unter der Sonne. Aber wer bitteschön kleidet die eigenen textlichen Unzulänglichkeiten derart liebevoll in Metal-Klischees wie die Briten? Eben, außer den Hammerfall-Kaspern keiner. Deshalb kann jeder wieder beruhigt seine Lederjacke vernieten, denn die Metal-Gods weilen wieder unter uns. Mit Rob Halford wohlgemerkt. Und das ist auch gut so.
Wo die Fünf vor 15 Jahren mit "Painkiller" und dem Ausstieg ihres Frontmanns aufhörten, knüpfen sie nun nahtlos an, als hätte es die etwas in die (Leder)Hosen gegangenen Scheiben mit Ripper nicht gegeben. Sie halten es mit Konrad Adenauer: keine Experimente. Die Rückwärtsorientierung ist Programm. Auf der ganzen Linie. Fette Doublebass-Attacken wie im Opener "Judas Rising" tauchen immer wieder auf. "Painkiller" war seinerzeit ja sicher ein Opus für sich. Die teilweise gekünstelte Härte, die die Priester damals an den Tag legten, um mit der aufstrebenden jungen Konkurrenz Schritt halten zu können, fehlt hier zum Glück komplett. Plakatives Rumgebolze weicht kontrolliert offensivem Riff-Sport und durchdachtem Songwriting.
Die bereits im Vorfeld in Fankreisen heftig geschmähte Single "Revolution" macht da keine Ausnahme. Scott Travis' begnadetes Schlagzeugspiel trägt den Song fast ganz alleine. Das Gitarren-Dreamteam Downing/Tipton rollt fette Riffs aus und Halford darf wieder in der Gegend herum schreien, auch wenn ihm die hohen Passagen nicht mehr so leicht aus der Kehle flitzen wollen wie noch in den seligen Metal-Achtzigern. Ebenso das nachfolgende, melancholisch dahin schwebende "Worth Fighting For" - mit der schön schnulzigen Ballade "Angel" und dem kurzen "Eulogy" ein seltener Ruhepol im stets unter Dampf stehenden Hochofen.
Den Vogel schießen Priest zum Schluss mit dem über dreizehnminütigen "Lochness" ab. Ein wenig viel Pathos im Refrain kleistert den ansonsten grandiosen Kehraus mit einer etwas zu dicken Schicht Kitsch zu, rundet jedoch ein absolut gelungenes Album ab, das sich hinter Großtaten wie "British Steel", "Defenders Of The Faith" und "Klling Machine" nicht zu verstecken braucht. Zum Abschluss noch ein wenig Lyrik: "If you think it's over, better think again". Punkt. Aus.
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