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Conferencier im Kulturfernsehen, Waver der ersten Stunde, Ausnahmepianist und nebenbei ein lässig swingender Bigbandleader mit zahllosen Celebrity-Freunden und Gaststars. Zumindest für den musikalisch so schillernden Schöngeist Julian 'Jools' Holland alles kein Problem.
Der Londoner lebt die totale musikalische Grenzenloskeit. Schubladen sind ihm ein Greuel. Entsprechend vielseitig ist seine Tätigkeit seit Jahrzehnten. Zunächst wendet sich der junge Jools - beeindruckt von den Velvets - einem in den 70ern ganz neuen Ufer zu: New Wave. Als Gründungsmitglied und Keyboarder von Squeeze schreibt Holland sein erstes Kapitel Rockgeschichte.
Doch jede Welle ist einmal vorbei. Ab 1981 schwingt Paul "Silernt Running" Carrack das Mikro in der Combo. Holland wendet sich im Schwerpunkt vor allem dem Aufbau einer vielköpfigen Bigband; mit u.a. Sam Broewn ("Stop") als fester Sängerin. Mittlerweile gilt sein Rhythm And Blues Orchestra als noble Referenz für swingenden Ursound - meilenweit vor Buble und Konsorten.
Als wenn das alles noch nicht auslasten könnte: Als Late Night Host setzt der Tausendsassa in Britannien Maßstäbe. Das besondere Element: Holland behandelt Stars und Newcomer gleich, stellt die Musik - nicht das Image - komplett in den Vordergrund. Großartige spontane Jams mit illustren Gästen von Nick Cave bis Bono folgen. Holland ist mittlerweile eine echte Instanz im gesamten europäischen Showbiz und gilt als unbedingter Förderer unbekannter Talente.
Sogar das bräsige deutsche Fernsehen erkennt nach Jahrzehnten Hollands Potential. Seit 2007 läuft die Kultshow "Later With Jools Holland" auch in unseren Breiten im ZDF Theaterkanal und ab Mai 2011 auf dem Nachfolger-Sender ZDF Kultur. Daneben veröffentlich der Engländer Essenzen aus küntlerisch ungewöhnlichen Kollabos. Seine 'Jools + Friends' Reihe ist als Compilation weltweit geschätzt. Ertmals sind hier auch deutsche Künstler vertreten. Gröni und Cicero einträchtig neben Sting und Marc Almond.
So stolpert der Workaholic von Projekt zu Projekt ohne die geringsten Abnutzungserscheinungen. Holland: "Ich weiß auch nicht, warum alles so erfolgreich wurde und man uns die Zeit gab. Heute wäre das undenkbar. Aber ich mache natürlich immer weiter."
Jools Holland & Friends (2011), Rockinghorse (2010), Moving Out To The Country (2006), Beatroute (2005), Tom Jones And Jools Holland (2004), Jack O The Green (2003), SWBB Volume Two (2002), Small World Big Band (2001), Hop The Wag (2000), Sunset Over London (1999), Lift The Lid (1997), Sex & Jazz & Rock & Roll (1996), Solo Piano (1994), The A-Z Geographer's Guide To The Piano (1992), The Full Complement (1991), World Of His Own (1990), Jools Holland And His Millionaires (1981), Boogie Woogie (1978)
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