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Die Leser von Tratschblättern kennen seinen Namen bestens, denn erst war John Mayer mit der Vorzeigeblondine Jessica Simpson liiert, dann mit Brad Pitts verflossener Gemahlin Jennifer Aniston. Doch während er in den USA haufenweise Grammys und Platinplatten abgeräumt hat, ist er musikalisch im deutschsprachigen Raum kaum mehr als ein Geheimtipp.
Kein Wunder also, dass Mayer die DVD zu seiner Tour 2007 im Heimatland aufzeichnete. Bei seinem Auftritt am 8. Dezember im Nokia Theatre in Los Angeles gab er gleich drei Sets auf einmal: Erst alleine mit Akustikgitarre, dann mit Bassist und Schlagzeuger, schließlich mit seiner siebenköpfigen Begleitband. Die drei Facetten eines vielfältigen Künstlers.
Mayer beginnt das Konzert sitzend, mit "Neon" aus seinem Debütalbum "Room For Squares", ein einziges Spotlight auf ihn gerichtet. Der komplizierte Gitarrenlauf bezeugt seine Fingerfertigkeit, die aber nicht nur der Selbstdarstellung dient, sondern seine rauchige, angenehme Stimme unterstützt.
Genau darin liegt das Geheimnis seines Erfolgs: Melodien zu singen, die sofort ins Ohr gehen, ohne billig zu wirken. Zwei Auszüge aus seinem damals aktuellen Album "Continuum", das unveröffentlichte "In Your Atmosphere" und Tom Pettys Gassenhauer "Free Fallin'", in Begleitung von Paul McCartneys ehemaligem Gitarristen Robbie McIntosh, runden die intime Einführung ab.
Der Auftritt setzt sich mit der Begleitung des Bassisten Pino Palladino und des Schlagzeugers Steve Jordan fort. Drei Ausnahmemusiker, die von Folk zu Fusion wechseln und mit Jimi Hendrix' "Wait Until Tomorrow" sowie "Bold As Love" zwei beeindruckende Coverversionen liefern, die den Originalen gerecht werden, ohne sie lediglich zu kopieren. Der Klassiker "Everyday I Have The Blues", die gemeinsam geschriebenen Stücke aus "Continuum" ("Good Love Is On The Way" und "Vultures") sowie ein B.B. King-würdige Gitarre im langsamen "Out Of My Mind" runden dem mittleren Teil des Konzertes ab.
Mit seiner vollen Band kommt schließlich jener Klang zustande, der Mayer berühmt gemacht hat: Zwischen Pop, Funk, Rock und Blues. Der Schwerpunkt liegt auch hier auf "Continuum", wobei "Slow Dancing In A Burning Room", das zarte "The Heart Of Life" und "Belief" noch einmal besser rüberkommen als aus dem Studio. "Why Georgia" ist der zweite Auszug aus dem Debütalbum, "I Don't Need No Doctor" ein Stück von Ray Charles, das den Metalclowns von W.A.S.P. 1986 zu einem Hit verhalf.
Fotograf Danny Clinch, der bereits bei Pearl Jams "Immagine In Cornice" Regie führte, liefert klare Bilder ab, die für sich sprechen. Spektakuläre Szenen und hektische Schnitte sind nicht sein Ding, dafür lockert er die Lieder mit Passagen aus dem Umkleideraum, dem Soundcheck und einem Interview mit Mayer auf. Bei all dem Reichtum fallen die entbehrlichen Special Features kaum ins Gewicht: Ein kurzes Interview am Mullholland Drive bei Sonnenuntergang und ein interaktiver Kameramitschnitt des Trios bei "Who Did You Think I Was".
"Where The Light Is" liefert ein eindrucksvolles Beispiel, wie man Anspruch und kommerziellen Erfolg ohne Widerspruch vereint.
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