- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
John Frusciante ist zurück. Für den Insider ist diese Erkenntnis weniger neu, kam doch der Mann, dessen Gitarrenspiel das Album "Blood Sugar Sex Magik" hauptsächlich seinen Erfolg zu verdanken hat, bereits 1999 zu seinen Kumpels zurück. Sieben Jahre waren da ins Land gegangen, in denen Frusciante weg wollte vom Stil der Chili Peppers und dies mit zwei unbeachteten Soloalben auch demonstrativ zur Schau stellte.
Zu großen Teilen war er in jener Zeit nur physisch anwesend, wie Frusciante heute sagt, lebte in den Tag und huldigte obskuren Songwriter-Idolen wie Syd Barrett, während er sich, blutjung und steinreich, die satanischsten Drogencocktails zum Frühstück reinpfiff.
Vergangenheit. Der neuerliche Erfolg mit den Peppers ist verarbeitet. Dieser Tage werden Fans der Band weltweit die Stirn runzeln, wenn sie "To Record Only Water ..." in Erwartung dezenter Funk-Riffs in den Player schmeißen. "You don't throw your life away, going inside". Der Soundtrack seiner Vergangenheit ist das Guckloch in die Seele des Gebrandmarkten.
Frusciante singt, klagt, gluckst und röhrt sich durch 15 melancholisch-verstörte Anti-Popsongs, die aus ihrem Kokon der Schwermut nicht ausbrechen wollen. Die Mischung aus Bariton- und Kopfstimme, Drumbeats aus der Konserve, Elektronik und melodieführender Gitarre klingt streckenweise unendlich traurig ("With No One", "Saturation"), klaustrophobisch ("Wind Up Space") aber auch im Ansatz hoffend ("Away & Anywhere").
Die Leistung des Albums steckt in der hohen Kunst der Zurückhaltung, die Frusciante schon beim Gitarrensolo in "Californication" (Track) zelebrierte. Die analogen Soundkniffe in "Remain", überhaupt sein grandioses Verständnis für gefühlvollen Umgang mit Elektronik belegen, dass Frusciante kein Detail unbeachtet lassen wollte. Da mag auch "Ramparts" in seiner Verspieltheit an "Road Trippin'" erinnern, die Bestimmtheit, dass der Sechs-Saiten-Mann bei diesen Aufnahmen selbsttherapeutisch zu Werke ging, ist immanent spürbar.
"When it becomes a waste - why hold on for dear life" fragt er an einer Stelle. Die Antwort gibt John Frusciante mit diesem Album.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
![]() |
John Frusciante - To Record Only Water for Ten Days | Infos (Lieferzeit/Service) | €13,99 | €3,95 | €17,94 |
das ist einfach so großartig.
es darf nicht kommentarlos im orkus verschwinden.
für ein "going inside" würden u2 heute töten.
.....auch schön: die treffende rezi des jungen schuh 
ich meine, dass u2 die fähigkeit verloren haben, so unangestrengt und simpel zu komponieren. "going inside" klingt natürlich nicht wie u2.
aber ein solches lied kann man nur dann so wirkungsvoll hinrotzen, wenn man zu den besten in der welt gehört.
das konnten u2 1983 auch noch.
Ein wirklich absolut geniales Album. Allgemein kann ich mit Frusciante mehr anfangen als mit den RHCP, auch wenn ich sie mag.
Das Songwriting ist einfach absolut stimmig und vor allem sind die Texte auch so nah an den Mann gebracht, wie ich es selten zuvor gehört habe.
Allerdings ist mein Favorit von seinen Soloalben die "Shadows Collide with people". Die finde ich noch einen zacken ausgewogener.
ja klar, rhcp sind inzwischen ja nur noch wegen frusciante gut.
der mann ist aber nicht "gut".
der gehört als songwriter unter die top 20 weltweit.
hallo, hier der junge schuh. ich werds nie vergessen, wie ich mit dem damals schon alten dobler nach hamburg gefahren bin, um den meister im hotel zu treffen. in diesem 4-sterne-ding empfing er uns dann auf dem boden sitzend. also haben wir uns zu ihm auf den boden gesetzt. nun ja, damals waren seine fiesen zeiten noch nich soo lang her 
der war grad frisch vom crack runter, oder?
ein kumpel von mir hat den mal in hh bei nem ganz kleinen clubgig hinterher gesprochen.
er meinte, frusciante habe eine unglaublich starke warme und freundliche ausstrahlung gehabt, ohne jegliches affektierte star-gehabe.
nur etwas esoterisch entrückt manchmal.
genau das meinte ich auch. am abend zuvor hat er in der prinzenbar gespielt, wahrscheinlich eines der geilsten konzerte meines lebens. der war richtig unsicher alleine auf dem barhocker. sollte man nicht glauben. und das mit der ausstrahlung stimmt auch. mit seinem viel zu großen karo-hemd sah er eher aus wie ein abs-fahrer als wie ein millionär ...
so ist es.
der michel hat das ja auf den punkt gebracht:
"Die Leistung des Albums steckt in der hohen Kunst der Zurückhaltung, die Frusciante schon beim Gitarrensolo in "Californication" (Track) zelebrierte."
diese zutreffende "weniger ist mehr" maxime geht den megaseller-bands ja leider allgemein ab.
wenn man den satz liest ärgert man sich nur darüber, ihn nicht selbst verfasst zu haben.
diese Rezension, darf echt nicht ohne Kommentar bleiben. Kann es kaum in Worte fassen. Sie hat mich damals auf das Album und John Frusciante gebracht. Seit 2001 (wie die Zeit vergeht, mir fällr grad auf wie lang ich schon auf laut.de lese)ständiger Begleiter und Teil meines Lebens. Ich weiß nicht wie oft ich das Album und alle anderen von John gehört hab.
Auf jeden Fall bin ich für die Besprechung des Albums immer noch unheimlich dankbar. So etwas (Gutes) hatte ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gehört. Gleichzeitig war es der Anfang für mich mich noch viel intensiver mit Musik zu beschäftigen. Kann mir echt nicht vorstellen was wäre, wenn ich die Rezension damals nicht beachtet hätte.. 
Einziger Wehrmutstropfen ... ich hab damals die Tour verpasst, bzw. konnte nicht. Ich ärger mich heute noch drüber ... verdammt. verdammt. verdammt. Da denk ich ungern dran.
Ein großes Album.
<3
Muß mich bremsen, gerat da schnell ins schwärmen. Bedeutet mir sehr viel.
Also defintiv "danke" noch einmal!!!
wow, ich sollte öfter 100 jahre alte reviews aus der tonne holen und reanimieren 
also mir persönlich hats im Vergleich mit den in meinen Augen besten werken von frusciante(The will to Death, shadows colide, mit abstrichen curtains) nie so sehr gefallen. Allerdings hab ich oft auch nicht die ruhe um den songs die aufmerksamkeit zu widmen die sie benötigen.
wäre mir evtl auch so gegangen, wenn die von dir genannten scheiben chronologisch zuerst erschienen wären.
aber dieser spektakuläre solostart war schon eine bombe in dem jahr.
ja hat mich auch gewundert heute, was der thread so weit oben machte 
den anlass gelesen und schließlich konnt ich unmöglich widerstehen..
ist es doch ein thema was bei mir schon quasi zwangsläufig emotionen weckt
musik ist seitdem sowas wie mein lebenselexier geworden
so bevor ich hier allzu sehr den maniac, der ich bzgl. des themas bin, raushängen lasse, beende ich die sache mit dem post hier lieber mal schnell
nur so viel es lohnt sich definitiv, nicht nur rein, sondern das album wieder und wieder und wieder zu hören..
achja aus erfahrung haben hörer von JF meist auch ansonst einen ausgezeichneten musikgeschmack, einige davon sind sehr gute freunde geworden.
muß aber unsern bösen anwalt korrigieren, es war nicht der solostart von John Frusciante, sondern allenfalls sein Re-Solostart.
Niandra LaDes and Usually Just A T-Shirt (1992)
und:
Smile From The Streets You Hold ('97)
kamen noch davor,
ebenso genial, aber wahrscheinlich noch unverstandener
Ja und dann steht es auch noch im 3. Satz der Review ...
Jeder macht Fehler, außerdem war es schon etwas später ... und seh es mal so:
Da man zu bestimmten Zeiten nicht unbedingt damit rechnen konnte, dass Mr. Frusciante ab 1998 wieder und 2001 noch veröffentlichungsreife Musik machen bzw. überhaupt noch am Leben sein würde - könnte man unter dieser Hinsicht eventuell von einem neuerlichen Solostart reden.
Ich zumindest hätte schamlos, knallhart, und mit mir selbst auferlegter absoluter Überzeugung so argumentiert. Man darf sich hier doch keine Blöße geben ... 
leute, bitte hört auf, hier gehts ja zu wie beim herrenstammtisch des jahrgangs 1926. aber ihr habt ja recht: das album ist ein knaller. ich weiß noch, wie die 2001 reinkam und ich beim hören dachte: moment mal, geht der alte funker tatsächlich richtung elektro oder ist das mein wunschdenken? als er dann im interview noch die "violator" mit jimi hendrix gleichstellte, wusste ich: dieser mann ist ein heiliger 
@sky: keine gewissensbisse, es gab damals keine tour, nur diesen hamburg-gig. und der war voller pressedeppen, während draußen fans standen und sich die augen ausweinten ...

Damals und auch heute war das ein sehr gelungenes Soloprojekt von Frusciante. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum das hier so zum Geniestreich hochgejubelt wird.
An die Komplexität und auch Eingängigkeit der Peppers-Songs kommt er auf jeden Fall nicht heran.
Wenn man Gitarre mit Computerbeat drunter haben will, dann geht z.B. auch Tommy Guerrero mit"A little bit of something".
Mit der Seele hast Du recht, er ist sicher sehr persönlich, für "Geniestreich" reicht es für mich jedoch nicht.
Mit Deiner Bemerkung bezüglich der Ehrlichkeit stimme ich nicht so überein, wenn ich z.B. an "Under the bridge" denke.
under the bridge ist doch auch im wesentlichen von frusciante.
sowas haben die vor seinem einstieg doch gar nicht fertiggebracht, zu grobschläöchtig.
natürlich ist das jetzt nicht das album des jahrtausends. aber man sieht ja, dass er in der folgezeit deutlich komplexer wurde. und dieses album gibt vielen halt emotional etwas, was man im damaligen erscheinungszeitraum mit der lupe suchen musste.
seit frusciant sind sie komplexer und in teilen sensibler und 'chönkeistiker
vielleicht so?
Ich denke mal, dass sich mit Frusciantes Einstieg die Peppers gefunden und zu dem ergänzt haben, was sie dann geworden sind. Da kann man kaum die einzelnen Teile / Mitglieder rausnehmen.
@Di Canio:
Und das von einem Britpop-Hörer.
Seit wann ist denn "Eingängigkeit" so schlecht besetzt?

John ist ein begnadeter Musiker und würde jeder Band einen entscheidenden Schub geben. Ich hab nie zuvor sowas beeinflussendes gehört wie Johns Solo Platten. Es geht bei seiner Musik nicht um Banales. Man hört die Musik und man weiß das es hier um die Essenz seines Lebens geht. Sowas können sich die Peppers selten erlauben. Damit verkauft man keine Platten und Warner würde pleite gehen 
Ich hoffe, dass die Essenz des Lebens ein wenig mehr hergibt.
kurz nach erscheinen des albums stieß ich zufälligerweise auf das album des pepper-gitarristen und da ich fan bin,musste ich zugreifen.als ich das album das erste mal hörte, wusste ich nicht wie mir geschah. nach mehreren hören erstreckte sich für mich eine neue musiklandschaft. ich war gefesselt und bin es heute immernoch. für MICH eines der besten ever. wahnsinn 5/5
ps: das album ist der grund für meine leidenschaft musik zu hören.
Format
Homepage: