laut.de-Kritik
Und auch auf seinem neuen Album "Bayreuth eins" tönt es wieder wortgewaltig
Review von Joachim Gauger
"Die Zukunft hat mich eingeholt
doch ich hab ihr den Arsch versohlt"
Texten konnte er ja schon immer, der
Joachim Witt. Und auch auf seinem neuen Album "Bayreuth eins" tönt es wieder wortgewaltig, doch meistens düster:
"ein schmetterling verbrennt im wind
mit seinem Träumen, wie ein Kind"
Das ist schon ziemlich böse (wie brennt ein Kind?) und böse gibt sich auch die ganze Platte. Mit der ironischen Distanz der
NDW hat das nichts mehr zu tun. Dafür bildliches, manchmal überladenes Vokabular, viel Mysthizismus und eine ordentlichen Portion teutonisches Pathos. Der
"König der Dunkelheit
ewig vom Licht befreit",
Joachim Witt hat sein neues Album "Bayreuth eins" getauft und ein bißchen klingt die Musik nach Wagner: düster und schwer. Melodisches kommt nur selten ins Spiel. Bei den meisten Stücken geben martialisch stampfende Rhythmen den Takt an, brachiale Gitarren, die an
Rammstein erinnern, und grummelnde Elektronik den Ton. Zur deutschen Endzeitstimmung macht Witt die Musik: Gothic und
Death-Metal der etwas sublimeren Art.
"Ich hab die Zukunft eingeholt
doch sie hat mir den Arsch versohlt
sie ist ein übler Fallensteller
denn Du erwachst bei ihr im Keller"