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Der Mythos erblickt am 1. April 1948 in einem kleinen Dorf St. Catherine auf Jamaika das Licht der Welt. In den Slums aufgewachsen, erhofft er sich von der Großstadt Erfolg und Ruhm als Popstar. Kurzerhand zieht er mit vierzehn Jahren nach Kingston, um Musik zu machen. Wechselt seinen ursprünglichen Namen James Chambers in Jimmy Cliff um und erhofft sich Ruhm und Ehre für die Zukunft. Immerhin macht ihn die erste Single "Daisy Got Me Crazy" zu einer immer noch armen, aber bekannten Figur auf Jamaika. Die Leute kennen Jimmy, doch der Geldsegen bleibt mit 15 Pfund pro Platte erstmal aus.
Mit dem befreundeten Lesley Kong bringt er 1963 seine ersten Hits "Hurricane Hattie" und "Dearest Beverly" auf den Ska/Reggae Markt. Mit Kong, der überzeugt vom einzigartigen Talent des Musikus ist, arbeitet Cliff bis zu seinem Tod zuammen. Gemeinsam produzieren sie Kult-Songs wie "Miss Jamaica" und "King Of Kings". Bei einem Release dieser Titel lernt Cliff den jungen Bob Marley kennen, und die beiden beginnen, an moderner Reggae-Musik zu arbeiten. Cliff meint zurückblickend, dass heutiger Reggae viele Formationen durchlaufen habe. Ursprünglich aus Ska entsprungen, entwickelte sich Rock Steady und danach moderner Reggae in seinen unterschiedlichsten Varianten.
Plantagenbesitzer Chris Blackwell, der außerdem noch Plattenproduzent und Besitzer des Labels Island ist, überredet den jungen Cliff, den er in einem Tour-Film "This Is Ska" zum ersten Mal sieht, nach England überzusiedeln, um dort sein Glück zu versuchen. Das Ziel des kleinen Musikproduzenten ist es, begabte jamaikanische Interpreten nach England zu schiffen, um ihre Musik populär zu machen und der ganzen Welt näher zu bringen.
1964 verwirklicht der Sänger mit der schwermütigen Falsett-Stimme diesen Plan und versucht sein Glück in London. Fünf Jahre später gewinnt er mit seiner Single "Waterfall" aus dem ein Jahr zuvor releasten Debüt "Hard Way To Travel" das Internationale Song Festival in Brasilien. Im folgenden Jahr lässt weiterer Erfolg nicht lange auf sich warten. "Wonderful World, Beautiful People" macht den Jamaikaner zu einem international bekannten Musiker. In den britischen Charts erreicht der Neuling den sechsten Platz, in Amerika steigt er in die Top 25 ein.
Der Anti-Kriegs-Track "Vietnam" schließt an diesen Erfolg an. Weltstar Bob Dylan nennt den Track den besten Protest-Song, den er je gehört habe. Nach allgemeinem Erfolg mit seinen Alben, entschließt sich Jimmy, nicht nur sein eigenes Genre, den Ska/Reggae aufzumischen. Er wagt sich 1970 in souligere Gefilde und nimmt die Platte Another Cycle auf. Seine Rolle als schwer bewaffneter Dealer Film im "The Harder They Come" macht ihn in der amerikanischen Öffentlichkeit bekannt. Er geht mit diesem Streifen als legendärer Künstler und Kämpfer für das arme Jamaika in die Geschichte ein. Die Kritiker überschlagen sich vor lauter Lob. Ein Jahr später stirbt sein Freund und Produzent Lesley Kong an einem Herzinfarkt. Cliff ist am Boden zerstört, nicht nur, weil er kurz zuvor mit der verstorbenen Vaterfigur, die ihm ins Ausland gefolgt war, den Soundtrack zu diesem ersten international erfolgreichen Film aus Jamaika aufgenommen hat.
Mit dem aufkommenden Reggae-Trend - Paul Simon, Paul McCartney oder Johnny Nash versuchen sich an der ehemals gering geschätzten, als Slum-Sound verschrieenen Musik - findet Jimmy Cliff jedoch wieder zu seinen Wurzeln zurück. Später beschreibt er seinen Sound jedoch immer noch als "musikalisch Rock, lyrisch jedoch schwarzer Blues". Nach mehreren Veröffentlichungen, die Another Cycle jedoch nicht das Wasser reichen können, konvertiert Jimmy Cliff zum Islam und reist nach Afrika, um zu seinen Wurzeln zu finden. Mit seinem zweiten Album im Jahr 1975, "Follow My Mind", gelangt er erstmals in Amerika an die Spitze der Charts.
Ein mit dem Rolling Stones-Produzenten Andrew Loog Oldham live aufgenommenes Greatest Hits-Album veranlasst den schwarzen Künstler dazu, ausgiebig zu touren. 1983 nimmt er zusammen mit Kool die Grammy-nominierte Scheibe "The Power And The Glory" auf. Doch erst mit "Cliff Hanger" gewinnt der nach Kolumbien Umgesiedelte 1985 den begehrten Preis.
Der Soundtrack zu "Cool Runnings" macht Jimmy Cliff 1993 wieder populär, und auch an der Disney-Verfilmung von "Lion King" wirkt neben Elton John auch der Jamaikaner mit. Doch es soll nicht bei der Musik bleiben. An der Seite von Robin Williams spielt er im Film "Club Paradise", mit Stephen Segal in "Marked For Death". Außerdem lässt er in den Neunzigern kaum eine Möglichkeit aus, im Fernsehen aufzutretetn. Ein musikalisches Comeback versucht er mit der 2004 erscheinenden CD "Black Magic". Natürlich steht der Reggae immer noch im Vordergrund und wirkt dank zeitgemäßer Gaststars wie Sting, Joe Strummer, Wyclef Jean, Annie Lennox und anderen immer noch quicklebendig.
Black Magic (2004), Anthology (2003), Humanitarian (2000), Super Hits (1997), Reggae Man (1996), Samba Reggae (1995), Gold (1994), Breakout (1992), Reggae Greats (1991), Images (1990), Hanging Fire (1987), Fundamental Reggae (1987), Cliff Hanger (1985), Sense Of Direction (1985), Cant't Get Enough Of It (1984), Power And The Glory (1983), Special (1982), House Of Exil (1981), Give The People What They Want (1981), I Am The Living (1980), Oh Jamaica (1979), Unlimited (1977), Follow My Mind (1976), Brave Warrior (1975), Music Maker (1974), Struggling Man (1973), The Harder They Come (1972), Another Cycle (1971), Wonderful World, Beatiful People (1970), Jimmy Cliff (1969), Give Thanx (1969), Hard Road To Travel (1967)
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