Das neue Album von Jay-Z bietet Pop-Hip Hop, den wir schon x-mal gehört haben. Im August kam die neue CD von P. Diddy raus und mein hochgeschätzter Kollege Eberhard Dobler schrieb etwas von einem "seltsam sterilen Eindruck", die CD sei "wenig inspiriert" und werde "die Rap-Welt nicht verändern". Die Hälfte seiner CD-Review könnte man einfach heraus kopieren und hier einfügen, mit den entsprechenden Namensänderungen.
Dies ist das Hauptproblem dieser Platte. Sie klingt wie ein Haufen anderer Rap-Scheiben, die sich in den Charts platzieren. Die Sounds sind schön glattgebügelt, die meisten Beats wurden schon vor 50 Jahren erfunden und werden in dieser Art seit mehr als 10 Jahren gesamplet, Raps in der Strophe und hohe Frauenstimmen im Refrain mit Soulgesang, oder ein Männer-Chor, der Laute wie "Hey" oder "Ho" von sich gibt, sind auch nicht neu. Die Masche: Wir nehmen einen alten erfolgreichen Song, nudeln den Refrain 50 mal durch, motzen das Ganze noch mit diverser Studiotechnik auf, kloppen ein paar coole Sprüche dazu, dürfte doch eigentlich, wenn überhaupt, nur noch 16-jährigen Goldkettchenträgern gefallen. Doch solche Produktionen verkaufen sich immer noch zu gut und werden deshalb weiter auf den Markt geschmissen. Die Bezeichnung 'Produktion' ist ganz bewusst gewählt. Bei "The Blueprint" hat man nämlich nicht den Eindruck eines künstlerischen Werks, sondern einer Musikfertigung nach bisher erfolgreichen Schemata.
Natürlich gibt es auch ein paar fette Grooves wie bei "Take Over" oder "U Don'T Know". Die Produzenten verstehen ja ihr Handwerk. Die Verwendung von Pauken-Sounds bei "Never Change" und "All I Need" ist einigermaßen originell. Doch spätestens bei den wohl auf einem Weihnachtsmarkt gesampleten Chymes (Bimmelimm Santa Claus kommt gleich) und den Engel-Streichersounds mit coolem Rap darüber ("Song Cry") ist die Grenze des guten Geschmacks leider überschritten.
Auffällig ist, dass einige alte Soul- und Blues-Stücke prominent auf dem Album platziert sind: "Comon Man", "I Want You Back", "Heart Of The City" u. a.. Jay-Z wähnt sich damit wohl auf der sicheren Seite. Einzelne Wörter der Texte in den Pausen der alten Soulrefrains nach zu rappen oder die Ohrwürmer bis zum Geht-Nicht-Mehr zu wiederholen, macht die Sache aber nur noch schlimmer.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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