Porträt

laut.de-Biographie

Janka

Die Schulband - ein Mythos aus der Jugendzeit, um den sich allerlei Hoffnungen und meistens auch Enttäuschungen ranken. Janka aus Hamburg allerdings entkamen der elterlichen Garage und machen nun Musik, die im Studio statt am PC des großen Bruders produziert wird. Doch bis dahin musste erst ein Dschungel von Lebens- und Besetzungswirren gemeistert werden.

Bevor Kai Gabriel (Gesang und Gitarre), Thomas Liman (ebenfalls Gitarre und Gesang), Ingmar Rehberg (Bass) und Tom Unguraitys (Schlagzeug) gemeinsam den Schallschutz ihres Probenkellers austesten, verbringen sie bereits, ganz klassisch, im Sandkasten ihre Zeit miteinander. Nach Schule, Zivildienst und dem großen Danach ist es die Stadt, nach der auch einst eine wohl bekannte Bewegung von Musikern benannt wurde, die sie wieder zusammenführt. In Hamburg hoffen die Herren, dass ein gewisser "Peter Shaw" ihnen die Tore zum Musik-Business öffnen und damit die Garagentore schließen könnte. Dies ist der Name der Single ihrer Band Blobkanal, die auf dem Sampler einer großen Musikzeitschrift erscheint. Doch Ruhm und Ehr' oder zumindest die Möglichkeit, ihre Unterschriften unter einen Plattenvertrag zu setzen, bleiben aus. Und so wandelt man statt auf den bereits gut ausgetretenen Pfaden von Tocotronic oder Blumfeld im hanseatischen "Tresenkosmos" (so sagt es die Band selbst) umher. Kettcar und Gary luden Blobkanal neben ein paar Bieren schließlich auch auf ihre Bühne ein, damals noch mit Dame (Barbara Conrad spielt mittlerweile bei der Band Zuhause) am Bass. Nachdem auch die Mannen untereinander die Besetzung gewechselt haben (Kai Gabriel wird Bassist bei Robert Stadlobers Gary) wird Blobkanal nach insgesamt ungefähr fünfzig Konzerten Geschichte – wegen musikalischem Burnout.

Im Herbst 2003, vier Jahre nach der Geburtsstunde Blobkanals, soll Janka entstehen. Niclas Breslein (heute wieder bei Junges Glück) stößt hinzu, Kai Gabriel schlägt den Bass an. Wieder sind es Kettcar, die der frischen Formation unter die spielbegabten Arme greifen. Bassist Reimer Bustorff trägt entscheidend zur Entstehung der 2004er EP "Unter Palmen" bei, die endlich zur Kenntnis genommen und sogar hoch gelobt wird. Ein Hamburger Szene-Kenner bringt Janka schließlich zum Label Decoder Records, und das wiederum bringt die Band ins angesehene Produktionshaus Soundgarden.

Ein fliegender Wechsel innerhalb nur eines Tages erfolgt zu jener Zeit auch am Bass. Niclas Breslein geht, Ingmar Rehberg kommt. Neben allerlei Gigs an der Seite von klangvollen Namen wie Tomte, Auftritten auf zahlreichen Samplern und in namhaften Radiostationen wird der Februar 2006 zu dem Monat, in dem der Mythos endlich an die Hautür klopft: Janka spielen ihr Debütalbum "In die Arme von" ein, mit Sarah Andresen in der Produktion und Chris von Rautenkranz beim Mastering. Im Herbst zuvor sind die zwölf Songs des Albums innerhalb eines Monats entstanden.

Wie Janka nach sieben Jahren Selbstfindung, Neugründung und Umbesetzung schließlich klingen möchten? Selbstverständlich fallen wieder Namen wie Blumfeld und Kettcar, vielleicht auch als Hommage an Heimat und Helfer. Aber auch Großes wie R.E.M., The Strokes und Coldplay soll sich wiederfinden. Trotz dieser leicht diffus wirkenden Menge an Einflüssen regiert Minimalismus. Mit klassischer Vier-Mann-Besetzung hört man die Garagen-Jungs noch, die aber mittlerweile wissen, was sie können.

Außerdem erscheint Hildegard Knef in der Aufzählung - vielleicht nennen die vier Buben die große deutsche Dame gerade deswegen, weil es auch für sie nicht nur Höhen gab.

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