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Amüsant bereits das Cover: Mit Anzug und Krawatte ausstaffiert, die Frisur indiemäßig zerzaust, blickt Jamie Cullum den Betrachter an. Und im Hintergrund fliegt splitternd-berstend ein Klavier in die Luft. Mit ebenso geglücktem Unterhaltungswert samt bemerkenswertem Songwriting glänzt auch das komplette Album.
Den Crooner der klassischen Entertainment-Schule gibt Cullum auf Cole Porters "Just One Of These Things". Leichtfüßig steppt und jazzt er sich durch ein quirliges Big Band-Arrangement, das mit Druck, Drive und Spielfreude begeistert. Lässig-nasal, doch nie schnodderig, die Gesangsarbeit des Briten.
Die "Wheels" gleiten federnd-elegant über ein perlendes, Akzente setzendes Piano. Ebenso wie der Track-Vorgänger beweist Cullum hier sein ganz besonderes Songwriting-Talent, das scheinbar mühelos verschiedenste Stil-Jahrzehnte harmonisch miteinander verwebt. "You And Me" fordert mit Handclaps, entfesseltem Piano und lateinamerikanischen Klängen zum Tanzen auf.
Mit "Don't Stop The Music" schickt Jamie einen Rihanna-Hit an den Start. Die Begründung: der Song habe halt einen "sexy Text". Auf jeden Fall verpasste er dem Heuler des Soulpop-Schätzelchens ein spannendes Arrangement, das die Nummer in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lässt. In gewisser Weise geht der Künstler als Chamäleon durch: Mit jedem Song schlüpft er in eine neue Verkleidung, doch statt einem Abziehbild verbleibt er immer deutlich erkennbar Jamie selbst.
"Love Ain't Gonna Let You Down" überzeugt als gefühlig-glaubwürdig eingespielte Ballade. Das durchaus als Disco-Klopfer durchgehende "Mixtape" weckt höchst angenehme Assoziationen an gute alte Robbie Williams-Tage. Mit "We Run Things" begibt sich Jamie in einen mit allerlei Sound-Effekten ausstaffierten R'n'B-Ausflug, der präzise auf den Punkt kommt. In die Stephen Sondheim-Einspielung "Not While I'm Around" legt Jamie all sein gesangliches Herzblut.
In "Music Is Through" gibt er zwischen Night Fever, sechziger Soul-Orgel, Techno-Beats und Pianojazz-Einschüben nochmal eine vorzügliche Figur ab und fordert von den Tanzwilligen kräftig Kondition ein: unter sieben Minuten Spielzeit macht es Jamie hier nicht.
Durchaus beneidenswert, mit welcher Leichtigkeit der Künstler hier seine Vision von Musik umsetzt. Oder wie Jamie selbst sagte: "Ich denke, dass es mir mit diesem Album fast schon gelungen ist, mein ganzes Potenzial anzuzapfen und mich so zu präsentieren, dass einfach alles stimmt." Eine Einschätzung, die man nur teilen kann.
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