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White Stripes-Sänger Jack White macht die Download-Kultur für den Wertverlust von Musik verantwortlich. Unterdessen nimmt Calvin Harris bei der Verteidigung moderner Vertriebswege so gar kein Blatt vor den Mund.
Detroit (jro) - File-Sharing, Online-Piraterie und illegale Downloads werden seit langem kontrovers diskutiert. Am Business-Pranger stehen dabei diejenigen, die nicht bereit sind, für Musik zu bezahlen. Leitragende sind aber nicht nur Künstler und Plattenfirmen: White Stripes-Sänger Jack White sieht (mentale) Nachteile beim Konsumenten selbst.
White zeigt gegenüber der BBC mit dem Finger auf die Download-Kultur, die aus Musik und Musikerwerb ein "unromantisches Ereignis" für den Käufer gemacht habe. Die bislang meist fallenden Verkaufszahlen in der Tonträger-Industrie zeigten außerdem, dass der Konsument beim Thema File-Sharing nicht einmal mehr in moralische Konflikte geraten würde.
Put the needle to the record ...
Diese Un-Kultur setze den Wert der Musik herab, sagt White, da sie für ständige Verfügbarkeit sorge. "Man klickt auf etwas, und was macht man fünf Minuten später? Man klickt es wieder weg!" Jenes Gebrauchsverhalten sei besonders bedauerlich bei musikalischen Erzeugnissen, die Zeit bräuchten, um sich zu entfalten, und die keine Chance haben, "wenn die Leute die Nadel nicht bis zum Ende der Seite auf der Platte lassen".
Auch um ein Zeichen gegen das "Problem" File-Sharing zu setzen, hat der White Stripes-Kopf kürzlich den Abo-Service "The Vault" eröffnet. Im Gegenzug für eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bekommen die Kunden neben digitalen Formaten auch physische Tonträger, darunter Veröffentlichungen auf Vinyl, per Post zugesandt.
White liebt die haptische Komponente der Musik: Vor ein paar Monaten lud er seine Band The Dead Weather in Nashville an einen Schießstand, um eine limitierte Vinyl-Single mit eigens angefertigten Einschusslöchern zu versehen.
"Gewaltige Vollidioten" in der Industrie
In Künstler-Kreisen teilt allerdings nicht jeder Whites Abneigung gegen die Folgen von Web 2.0 und neue Vertriebswege - ganz im Gegenteil: Der schottische Synthpop-Produzent und Sänger Calvin Harris prangert diese Woche via Twitter die British Phonographic Industry (BPI) an. Die BPI ist die größte musikindustrielle Vereinigung auf der Insel und liegt derzeit wie die GEMA hierzulande im Clinch mit YouTube. Calvin Harris' offizielles Video zu dessen kommenden Single "Ready For The Weekend" ließ die BPI wegen des Tantiemenstreits von der YouTube-Plattform entfernen.
Daraufhin verschaffte der Schotte seinem Frust Luft: "Es ist mein verdammter Song, ihr Bastarde." Die BPI sei die schlechteste Organisation aller Zeiten, ihr ganzer Aufbau sei chaotisch und die Angestellten im Onlinebereich "gewaltige Vollidioten". Er fühle sich machtlos angesichts der Tatsache, dass sein Label und die BPI bisher nichts Positives für ihn getan hätten, twittert er.
Ironisch fügt Harris hinzu: "Ich werde mein Auto in das Fenster des BPI-Büro fahren, und für diesen Tag werde ich mir einen Geländewagen leihen, um hoffentlich auch bis zu den 'Online-Affen' in den Hinterteil des Gebäudes zu gelangen." Inzwischen hat sich Harris für die Beleidigung der Mitarbeiter entschuldigt – natürlich ganz Web 2.0 über Twitter.
Ich stimme Jack White zu 100 Prozent zu! Ich bin selber 20 Jahre alt, habe eine ordentliche (Vinyl-)Plattensammlung, eine noch ordentlichere CD-Sammlung, und kann ueber Altersgenossen, die sich mit 100 Gigabyte "Musik" bruessten, nur mitleidig den Kopf schuetteln. Diese Menschen werden nie das gleiche empfinden beim Hoeren von Musik wie ich. Ich hoffe nur, der physische Tontraeger bleibt uns noch lange erhalten...
Manche Leute tun grade so als ob sich ein .mp3 nicht genießen lassen würde...ich persönlich hab ne Menge mp3s und finde es toll manchmal einfach planlos und schnell durch meine Musiksammlung zu shufflen. Ich besitze aber auch genauso eine Menge Original-CDs und kann mich hinsetzen und ein Album durchhören wenn mir danach ist (überaschenderweise klappt das sogar auch mit einem mp3 Player wenn man im Park auf der Wiese liegt...ironie
ff).
Was einen Wertverlust in der Musik bewirkt ist nicht eine 'neue' Vertriebsform, sondern dass viele 'Künstler' sich einfach keine große Mühe mehr geben. Ich bezahle gerne 70$ für die Deluxe Edition von Nine Inch Nails' Ghosts Album weil ich dafür ein optisch ansprechendes, hochwertiges Gesamtkunstwerk bekomme, aber bei der ein oder anderen völlig lieblosen VÖ der letzten Zeit ist mir das Geld zu schade.
Viele Musiker machen sichs einfach zu leicht, wenn sie dem bösen Internet die Schuld geben...man könnte es auch einfach nutzen um mit den neuen Vertriebwegen interessante Sachen zu machen (Paradebeispiel NIN, aber auch andere, wie Radiohead oder scheinbar jetzt ja auch Muse).
im Großen und ganzen gebe ich Jack White recht, besonders dieses "ein Album von Anfang bis Ende hören" passiert immer seltener bei div. zusammengestellten Playlists, Shuffles.
Hallo,
Kaufen tue ich nur CDs, wenn ich Geld für Musik ausgebe dann will alles haben. Beste Qualität, Cover, Booklet und das wichtigste Datensicherheit. i.d.R. Rippe ich meine CD auch als mp3, weil dort die praktischen Vorteile liegen. Wenn ich mir dan aber mal Musik nicht inflationär anhören will sondern mit Genuss, lege ich meine CD in den CD-spieler. Das verhältnis liegt so bei 80:20 für mp3
Ausserdem denke ich das bei File-Sharing ne menge Zeug verbreitet wird das so eigentlich nicht verbreitet werde darf.
Interessant fand ich eine recht aktuelle Studie in der gesagt wurde, das Leute die file-sharing betreiben trotzdem klassiche Tonträger kaufen und dabei nicht mehr oder weniger Geld ausgeben als wenn sie nicht InternetTauschbörsenhandel betreiben würden.
by flinker hase
Hahaha, und ich hab mich schon gefragt, wann Calvin Harris geiler Twitter Ausraster auf den News Seiten landet... 
Im Original übrigens um einiges lustiger:
Youtube have now removed the ORIGINAL mix and video of Ready For The Weekend, due to a 'copyright claim'.
IT'S MY FUCKING SONG YOU ABSOLUTE BASTARDS
This is enough to tip me over the edge, i'm not joking
There are videos up there that other people have uploaded of the same song, and they haven't been removed!? But mine does!
It's the fucking BPI. FUCK YOU 'The BPI' what have you ever done for anybody you useless shower of cunts
Fantastic use of time combating piracy by removing my own videos, what a fucking revelation. Fuck the Torrent sites, this is the way forward
We already contacted them 3 DAYS AGO about the Fake Blood and High Contrast mixes and they've done nothing, just continued!?
The BPI are the worst organisation to ever walk the earth and their setup is shambolic and their online employees are all massive retards
Yet the Dave Spoon mixes remain!? And all my other music videos. Again, if the BPI try to remove JAM TV i'm going to the House of Lords
This is unbelievable, and it seems I am completely powerless to do anything. Sony have done nothing, the BPI have done nothing
I'm going to drive my car into the big window in the BPI's offices on my way to the studio this morning
I'm going to hire a 4x4 for the day so i make more of an impact, and hopefully reach the online monkeys at the back of the office
Then i'm going to jump out the sunroof and get busy with a frying pan. OR WOK
Just arrived at the House of Lords in a monster truck to launch my complaint against the BPI
Shit I think I just took out an innocent bystander. Its hard to manoeuvre this damn thing. Still, its all for a worthy cause
Complaint fully rejected by the House of Lords. About to drive into the House of Lords in my monster truck.
The good news is, the video is back up! http://bit.ly/1077TS The bad news is, i rented the monster truck for 3 days
Muahaha, man muss ihn einfach lieben. 
Ich halte auch nicht viel von Musikdownloads, kann mp3s nicht wirklich genießen und halte illegale Downloads für unmoralisch.
Nichtsdestotrotz empfinde ich das nicht als das Hauptproblem. Die steigende Dynamikkompression ("Loudness War") empfinde ich als das viel größere Problem. Die Musik, die heutzutage auf den Markt kommt (also zumindest im Bereich außerhalb von reiner Instrumentalmusik) klingt einfach derart flach, matschig, verzerrt und aller Emotionalität entzogen, sodass sie völlig ungenießbar ist.
Klar, dass dann die Wertschätzung für ein Produkt stark verloren geht. Man hört sich ein Album an, aber legt es nach ein oder zwei Hörvorgängen wieder weg, weil es vom Gefühl her einfach kein wirklich zufriedenstellendes Hörerlebnis liefert. Dann braucht man schon den nächsten Input und da verhält es sich genauso. So gerät man in eine Konsumschleife, bei der man dann möglichst nichts bezahlen möchte, weil einem die Musik eigentlich gar nichts wert ist.
Es ist wirklich schon lange her, dass ich ein (zum Zeitpunkt des Einkaufs) aktuelles Album wirklich mehr als zweimal gehört habe. CDs aus den früheren 90ern hingegen habe ich oft über Tage und Wochen bis zu dreimal am Stück gehört, weil ich nicht genug davon kriegen konnte. Da war der Klang noch einigermaßen luftig und "vollmundig".
Das Blöde: Eigentlich gefällt mir die heutige Musik rein von der "Komposition" her oft viel besser. Aber die Klangqualität macht sie in der Regel ungenießbar.
Kueken
CD und MP3 sind beides digitalisierte Medien. Sie können nicht mal annähernd eine gleiche Qualität einer LP erreichen. MP3 filtert zusätzlich wichtige Klangelemente raus. Es ist also völlig klar, dass man mit MP3 ein gleiches Hörerlebnis hat, wie mit Vinyl. Gratis vertriebene Downloads sind nicht nur wertlos, sondern fördern auch die Produktion von wertlosem Tonschrott. Musik (und Filme, Bücher) werden durch diese Entwicklung unbedeutend.
UND: Nein, ein Grossteil der Musik wird nicht auf dem Rechner konstruiert. Nein, der Tonträger hat sehr wohl etwas mit dem Hörgenuss zu tun. Nein, das Internet ist wirklich Schuld daran (und böse ist es auch!).
Oh man, das Gejammer von so einem ältlichen Rock-Opa ist ja nicht mehr zu ertragen!
Welcher vernünftige Mensch will denn das Geknackse und Geknister von so einer Sch****-Vinyl-Platte hören? Das machen die doch nur, weil sie Großmutters Hippie-Zeitalter zurückersehnen.
Ich wähle auf dem ipod lieber direkt den einen guten Track eines Albums an und spare mir die restlichen sieben oder neun mäßigen bis schlechten Stücke. Oh, Entschuldigung, ich vergaß: alle Jack White-Songs sind natürlich super...
@jan:
völlig klar ist hier gar nix.
selbstverständlich kann man zumindest den gleichen genuss inne haben.
selbst im besitz des absoluten gehörs und in kenntnis der veränderung.
diese von oben herab argumentation gegenüber musikhörern der jungen generation mp3 halte ich auch für wenig ergiebig.
aber:
wenn das gesamte coverartwork etc vor die hunde ginge und die leute allgemein sehr schnell skippen (ein song kann sich ja auch nach einiger zeit erst erschliessen), entginge vielen ein zusätzlicher kick, der nicht zu unterschätzen ist.
Also ich hab kein absolutes Gehör, ich besitze Schallplatten, CD's und MP3s.
Ich hör sie alle gern, und nach 30 Jahren ist meine Erfahrung:
Scheisse klingt vor allem Scheissmusik. Da reisst auch ne tolle Platte nix. Und ein richtig gutes Stück Musik macht auch von der Festplatte spass.

zum coverartwork habe ich noch einen zusatz:
http://www.bandsanddesign.com/wp-content/uploads/2009/05/07.jpg" rel="nofollow">http://www.bandsanddesign.com/wp-content/uploads/2009/05/07.jpg
wenn alle nur noch mp3 runterziehen, gibt es solche kunstwerke bald nicht mehr...
ff).
.vergiß es, mbg
das digitalbashing ist eine dieser volkslegenden, die mehr aus dünkel und dandytum entstehen, denn aus echtem gehör.
...lass sie labern...
. das mp3 die schlechtest art des musikhörens ist sollte ja klar sein.Jack White ist erstmal ein musikalisches Genie!
Dann kann ich sein Argument der Habtik in Bezug auf Vinyls verstehen, ist wirklich schöner!
Aber ansonsten kommt es nur auf den User selbst an, wie er Musik hört, das "lieblos" lässt sich nicht einfach so pauschal sagen.
Das mit dem Werteverlust stimmt meiner Meinung nach schon.
Das Problem ist doch, dass Mp3 / Internet es viel zu einfach macht Musik zu bekommen. Da denkt man sich doch: Bin ich den bescheuert für etwas zu zahlen was ich sowieso umsonst bekomme?
Je mehr Mühe es macht, an eine Sache zu kommen, desto größer ist auch der gefühle Wert.
Musik wird immer mehr von Kunst zum Verbrauchsgut.
Quantität nimmt zu, die Qualität jedoch ab.
Hoffentlich kommt nicht irgenwann der Punkt an dem Vinyl und Cd komplett durch mp3's verdrängt werden.
Durch mp3s wahrscheinlich nicht. ABer Die üblichen Festplattenkapazitäten und hmöglichen Geschwindigkeiten der Breitbandinternetverbindungen sollte langsam mal unkomprimierende Formate üblich machen. Vielleicht sogar SACD Qualität...
Davon das es mit physischem Tonträger irgendwann zu Ende ist, bin ich überzeugt.
Natürlich ist es über das Internet einfacher an MP3 zu kommen, aber es ist nicht das selbe.
Ich gebe ja durchaus zu, dass ich generell die Vorteile zu schätzen weiß, aber wenn mich eine Band begeistert, will ich nicht nach Dateien auf meinem Rechner suchen, sondern lieber in mein CD-Regal greifen. Man besitzt somit etwas zum anfassen und irgendwie ist da der ideele Wert auch größer.
Allerdings gibt es auch viele Leute, die das nicht so ansehen. Ich denke mal das liegt auch wirklich an der Art, wie man Musik hört. Ich stelle einfach mal die dreiste Behauptung auf, der durchschnittliche Charts- und BravoHits-Hörer ist garnicht ernsthaft an einer CD-Sammlung interessiert. Da geht es nur darum, das was aktuell "angesagt" ist zu hören und danach ist es sowieso wertlos. Komplette Alben eines Künstlers... wozu?
Ich unterstelle, dass Leute, die sich intensiv mit gewissen Musikrichtungen und Künstlern beschäftigen, auch eher Interesse an CDs oder Vinyl haben und auch bereit sind, in diese Richtung zu investieren.
Das irgendwann der Punkt kommt an dem CD und Vinyl verdrängt werden bezweifle ich, zumindest in absehbarer Zeit. Erst heute unterhielten sich zwei meiner Kollegen im Saturn über ihr Vorhaben wieder einen Abschnitt für Vinyls zu schaffen. Die Nachfrage ist jedenfalls vorhanden...
...das will ich mal nicht hoffen.
!!!@Jack Whites Romantikverlust
Unser Zeitalter ist halt das der Entromantisierung.
Ein 20bändiger Brockhaus ist ja auch nur noch sein Gewicht in Brennholz wert.
Die Besteigung eines 8000ers ist ein Sommerurlaubsziel für reiche Idioten.
Der Flug ins All eins für noch reichere Idioten.
Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.
Und Kids tauschen halt keine Mixtapes sondern Klingeltöne aus, oder was sie mittlerweile so machen, ich weiß es nicht.
Jemand muss das Wort "Werte" sowieso nur ansprechen, damit mein Unterbewusstsein ein zynisches Grinsen aufsetzt.
Manchmal möchte man echt spirituell veranlagt sein.
Früher war sowieso alles besser. Damals. Im Krieg.
Die Grundaussage vom Verlust der Romantik stimmt. Und Romantik ist das höchste Gut. Und Vinyl ist Romantik. MP3 wäre dann so was wie «praktisch». Und praktisch ist auch die Autobahn, der Briefumschlag, der Hausschlüssel und Popcorn... romantisch ist es aber nicht.
...und im aufkommenden Morgengrauen mit deiner Geliebten über die Landstrasse aufs Morgenrot zu zu gleiten, aus dem Autoradio ein Song, der euch beiden die Kehle zuschnürt - das hat nix Romantisches? Wo an dieser Stelle passt dein tolles Vinyl nicht rein?
das schlimme ist, dass ich bei jack white bis heute zuallererst an den typen der "looking for freedom" geschrieben hat denke ( http://de.wikipedia.org/wiki/Looking_For_Freedom ) und erst dann an den knilch von dne white stripes.
typisch deutsch.
das musste jetzt einfach mal raus.
Lustig, wie die Hälfte derer, die in diesem Thread lauthals "VINYL!!!" schreien halt wahrscheinlich noch nicht mal eine Platte haben 
Spasten.
Gehöre auch zu denjenigen, die finden (ja, subjektiv blabla), dass sich Vinyl im Vergleich zu CD besser anhört, etwas, hm, voller, wärmer. Selbst habe ich aber keinen Plattenspieler, da der Unterschied doch sehr gering im Vergleich zur CD und eigentlich nur mit einer richtig guten Anlage zu hören ist (teuer...).
mp3 ist aber wirklich nicht optimal, zum Glück gibt's aber Player, die mit lossless-Formaten umgehen können (ja, ich find' auch da hört man einen Unterschied, wenn selbiger gut ist). Also: Online-Vertrieb gerne, aber in g'scheitem Format. Dann klappt's auch mit der Musikwertschätzung.
Nur mal so nebenbei: MP3s sind (bei nicht zu niedriger Bitrate) nicht von Audio-CD-Tracks zu unterscheiden. Das wurde nun wirklich schon dutzende Male mit Blindversuchen getestet.
Ich stimme auf jeden Fall zu, dass MP3s einen denkbar niedrigen Charme haben. CDs um einiges mehr. Und Vinyl hat eben das gewisse Etwas.
Aber: Vinyl hat im Gegenzug mit Sicherheit den unsaubersten Klang. Wie gut das einem im Endeffekt gefällt darf jeder für sich entscheiden. Zu sagen das eine klingt besser oder schlechter ist jedenfalls immer nur eine Meinung.
Jetzt muss ich mich doch auch noch mal zu Wort melden:
1. Ich habe und höre sehr viel Musik. Und zwar Albenweise. Ich hasse Shuffle und Playlists. Ein Album ist ein Gesamtkunstwerk und sollte auch als solches gehört werden.
2. Ich höre Musik ausschließlich(!) digital über Computer oder iPod. Alles andere ist mir zu umständlich. Hätte ich meine gesamte Sammlung auf CD/Vinyl, dann würde ich komplett den Überblick verlieren und einige Perlen gar nicht erst wiederfinden. Eine digitale (und selbst angepasste) Musik-Datenbank ist für mich die einzig praktikable Lösung. Zusätzlich ermöglicht es mir die Nutzung von so netten Diensten wie etwa last.fm.
3. Gegen mp3's in ordentlicher Bitrate ist klang-qualitativ nichts einzuwenden (Blindtests!). Ich persönlich höre auch keinen Unterschied zu lossless-Formaten. Dass Vinyls "besser" klingen ist ein rein emotional psychologischer Effekt, den ich nachvollziehen kann, der aber nichts mit Klang-Qualität zu tun hat (siehe viele andere Beiträge hier).
4. Da ich persönlich keinen Spaß in Plattenläden habe und ich erst nach 4-5 maligem Durchhören eines Albums sagen kann, ob es mir gefällt, "klaue" ich eine Menge Musik aus dem Netz. Ich habe kein schlechtes Gewissen dabei, weil es für mich um reines Probehören geht. Musik die mir gefällt wird anschließend gekauft, Musik die mir nicht gefällt wird anschließend gelöscht (oder bleibt unbeachtet auf der Platte und auch damit "schade" ich keiner Band/Label/Musikindustrie). Analogie: Früher hat man sich doch auch erst ne Platte vom Kumpel ausgeliehen und eine Woche lang gehört, bevor man sie sich selber gekauft hat.
5. Weil ich mit CDs nichts anzufangen weiß, kaufe ich entweder auf Vinyl (wegen Artwork und weil man was "in der Hand hat") oder zur Not als mp3. Man bemerke: ich habe noch nicht mal einen Plattenspieler!
6. Weil ich gute Künstler gerne unterstütze, gehe ich zu so vielen Konzerten wie nur möglich (ohne dabei aufs Geld zu achten). Glücklicherweise gibts davon in Berlin ne ganze Menge.
Fazit: Ich stimme Jack zu, dass der heutige Erwerb von Musik unromantisch geworden ist. Genauso finde ich es bedauerlich, dass viele Leute die Nadel nicht bis zum Ende der Seite auf der Platte lassen. Aber: Filesharing und mp3's ermöglichen lediglich dieses Gebrauchsverhalten, es ist aber nicht die Ursache dafür! Jeder entscheidet für sich selbst, wie er Musik konsumiert. Wenn schon, dann sehe ich das Problem eher bei der qualitativ schlechten Musik, mit der wir überschwemmt werden und die geradezu dazu einlädt, Musik als billige (bzw. kostenlose) Massenware ohne großen materiellen und ideellen Wert zu behandeln.
Ja, ich lade illegal aus dem Netz und hoffe, dass das weiterhin möglich bleibt. Ich finde es nicht unmoralisch und hab kein schlechtes Gewissen. Gute Künstler bekommen von mir ihr Geld durch nachträgliches Kaufen und auf Konzerten. Schlechte Künstler bekommen kein Geld von mir (und hätten das auch "früher" ohne Filesharing nicht bekommen).
Ich halte es für eine dumme Idee, digitale Tonträger per se zu verteufeln, Filesharing zu kriminalisieren und Vinyl aus emotional-nostalgischen Gründen als einzige wahre Konsumform in den Himmel zu loben.
Die Musikindustrie und Künstler (wie etwa Jack White) sollten sich lieber Gedanken machen, wie sich der Erwerb und Konsum von Musik jenseits von Plattenläden, CDs und Vinyls in das nächste Jahrhundert portieren lässt.
Ich bin gerne bereit, für gute Musik zu zahlen (und tue das auch). Aber momentan wird die Art und Weise wie ich Musik konsumiere auf legalem Wege nicht unterstützt. Ob das über eine Kulturflatrate (www.fairsharing.de) oder andere/neue Ideen realisiert wird, ist mir dabei relativ egal. Tatsache: Ich würde mich freuen, wenn ich meine illegalen Downloads nicht mehr durch nachträgliches Kaufen von CDs/Vinyls legalisieren müsste, und das, obwohl ich nicht mal einen CD-/Plattenspieler habe.
Naja also absolute Lieblingskünstler, von denen besitze ich auch Cds und sogar Vinyl. Allerdings kann ich mir auch nicht von allem was ich höre, alles kaufen...damit ist dieses Zugeständnis schon weiter als notwendig. Ich sehe am Filesharing nichts schlimmes oder verwerfliches. Eventuell kann ich die Künstler noch verstehen, jedoch sollen mal die Plattenfirmen und Labels die sich immer noch stets einen Hauptanteil der Kohle bei allem einheimsen, brav das Maul halten. Die Qualität der Musik heutzutage, gerade im allgemeinen Bereich Pop ist eh minderwertig wie nie und würde es nicht mal verdienen gekauft zu werden.
Hallo,
also ich stehe auch eher auf physische Tonträger, hab mir sogar wieder einen Plattenspieler und LPs besorgt...ist schon ein anderes Gefühl für mich, meine Wertschätzung für Musik hat es auf jeden Fall wieder gesteigert.
Ich hab ja schon in einem anderem Thred zum Thema Copyright darauf verwiesen, dass die Wertschätzung für Musik durch Massendownloads etc. meiner Meinung nach abnimmt.
Aber ich muss wohl auch anerkennen, dass das manche anders sehen und für sie der Tonträger nicht so wichtig ist.
Letztlich zählt natürlich die Qualität der Musik am meisten, egal in welcher Form sie daherkommt. Aber in jedem Fall, und das ist doch der Punkt, müssen sich dann eben auch die Verfechter der neuen Technologien daran gewöhnen, dann eben auch für MP3s Geld zu bezahlen, damit die Wertschätzung für Musik (und Filme etc.) auch im digitalen Zeitalter gewahrt bleibt.
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