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Am vergangenen Wochenende wurden Dutzende Musikfans Opfer einer übereifrigen Polizei.
Aceh (alc) - Am vergangenen Samstag fand in Banda Aceh, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Aceh, ein behördlich genehmigtes Punk-Benefizkonzert statt, zu dem über 100 Besucher kamen. Der Erlös des Konzertes sollte Waisenhäusern zukommen. Mit dem, was den anwesenden Punks aber dann widerfuhr, konnte kaum einer rechnen.
Illiza Saaduddin Djama, dem stellvertretenden Bürgermeister von Banda Aceh, ist wohl angesichts der 'wilden Horde' der Kitt aus der Brille gefallen: "Diese Gruppe bedroht den Glauben und weicht sehr weit von der islamischen Lehre ab."
"Spirituelle Reinigung" für Punks
Die örtliche Polizei nahm daraufhin 64 Punks (59 Männer und fünf Frauen) in Gewahrsam, verfrachtete sie in ein Lager außerhalb der Stadt und unterzog sie einer speziellen Behandlung. Die Musikfans mussten sich ihrer Kleidung, Nietenbänder und Piercings entledigen. Ihnen wurde der Kopf rasiert, hernach mussten sie 'eine spirituelle Reinigung' in einem Bad über sich ergehen lassen. Im Anschluss folgte Islam-Unterricht mit eigens herbeigekarrten Geistlichen.
Den Sprecher der Polizei in Aceh, Gustav Leo, zitiert die BBC folgendermaßen: "Sie werden eine Umerziehung genießen, damit ihre Moral wieder mit der der anderen Achinesen übereinstimmt."
"Das ist Menschenrechtsverletzung."
Evi Narti Zain, die Sprecherin einer lokalen Menschenrechtsorganisation, kritisierte die Maßnahmen der Ordnungsmacht: "Das sind doch alles Kinder, Jugendliche, die sich mit ihrer Musik und Kleidung ausdrücken. Es gab sicher Achinesen, die sich über die Jugendlichen beschwert haben. Aber so hätte das nicht ablaufen dürfen. Sie wurden mit kaltem Wasser geduscht und ihnen wurde der Kopf rasiert. Das ist eine Menschenrechtsverletzung. Ihre Würde wurde verletzt."
Der Chef der Provinzpolizei, General Iskandar Hasan, widersprach dem: "Wir foltern niemanden, wir führen sie nur auf den richtigen moralischen Pfad zurück."
Im ansonsten säkularen Staat Indonesien nimmt Aceh eine Sonderrolle ein. Die Provinz befindet sich im äußersten Nordosten der Insel Sumatra und genießt nach Jahren des militärischen Konfliktes mittlerweile den Status der Autonomie. Als einzige Provinz findet dort seit 2003 das Recht der Scharia Anwendung. Frauen dürfen keine engen Hosen mehr tragen, unverheirateten Paaren ist es in der Öffentlichkeit untersagt, sich näher zu kommen. Traurige Berühmtheit erlangte Aceh nach der Tsunami-Katastrophe 2004, der dort über 300.000 Menschen zum Opfer fielen.
Ähm ja, aber was hat das mit dem Zitat des Bundespräsidenten zu tun? Indonesien ist ein völlig anderes Land. Das Zitat soll doch nur wieder Angst vor dem Islam machen und Vorurteile schüren.
Nimmt man die Kriegstoten der letzten hundert Jahre, an denen christlichen Nationen direkt oder indirekt beteiligt waren, kommt man ungefähr auf eine Zahl von 80 Millionen.
Ich bin für keine der großen Religionen, aber wenn man wieder die leidliche Diskussion führen will, welche Religion denn nun die gewalttätigste von allen ist, steht doch das Christentum am schlechtesten dar. Es sind eben keine Religionen, die für Gewalt sorgen, sondern die moralisch verantwortungslosen Menschen. Daß sie dann eine Rechtfertigung ihrer Handlungen in ihren Überzeugungen finden, ist selbst bei Atheisten der Fall. Diese widerlich-dümmlichen Pauschalaussagen, eine Religion per se sei gewalttätig, sind absolut ohne Boden. Wenn man das ernsthaft vertritt, müsste man allen voran das Christentum verurteilen. Ich würde also mal ganz ruhig sein mit sowas.
es sei denn man möchte aus 100 freundlichen punx or whatever mal eben locker 100 faschisten machen, sodi. spiritualität und gewalt bzw stumpfheit schließen einander doch aus. aber da sind wir ja einig.
@cyclo: rage hat ja schon fast alles gesagt.
aber stumpfes islambashing ohne sinn (und leider auch ohne verstand) ist ja nun ähnlich extremistisch, wie die fanatiker auf der anderen seite. finde ich immer schade, wenn leute, die eigentlich was merken, es denen gleichtun, die sie so verachten. google doch zb mal sufismus, bevor du andere über einen stereotypen kamm scherst. was die da tun, hat doch für den letzten depp noch offensichtlich soviel mit islam gemein, wie kreuzzüge mit christus.
Im Prinzip ist es dochganz einfach: Glauben ist eine tolle Sache. Denn er gibt uns die Hoffnungen dass wenn wir gute Menschen sind, uns Gutes widerfährt. Aber Religion sagt; wenn du glaubst, dann musst du...
Das ist ja wie "wenn du Metal hörst musst du lange Haare tragen"
Und an Sodi sehen wir ja das solches denken immer nur zu Streit führt.
@Anwalt: Da habe ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt. Ich wollte damit nur deutlich machen, wie sinnlos es wäre, Religion für die Gewalt verantwortlich zu machen. Da wir in der westlichen Welt gerne akzeptieren, daß wir eine christlich geprägte Gesellschaft sind, während wir der muslimischen Welt religiös motivierte Gewalttätigkeit unterstellen, müssten wir unter dieser Argumentation im Prinzip die schlimmste aller Religionen haben.
Da wir aber doch hoffentlich etwas aufgeklärter sind, sollten wir die Ursachen von Gewalt eben nicht in einer abstrakten und uneindeutigen Idee wie Religion suchen. Wie ich schon sagte: Jeder sucht seine Ausreden und Erklärungen für seine eigene Gewalttätigkeit in abstrakten Überzeugungen und Ideen. Wie religiös wir dabei sind, spielt hierbei in der Ursache (!) keine Rolle.
Und wie Du schon sagtest: Der Islam ist ein sehr vielfältiges Gebilde aus den unterschiedlichsten Interpretationen und Lehren des Koran und weiteren Schriften. Ebenso wie das Christentum war und ist er immer eine Buchreligion. Pauschalisierungen sind hier absolut fehl am Platze.
Natürlich kann man nicht einfach den Religionen an sich die Schuld geben, sind es doch allermeist die radikalen Flügel, die Fundis die die Namen der Religionen in den Dreck ziehen. Davon abgesehen ist ein gesundes Wertesystem welches ein jeder Mensch für sich selbst erleben und definieren kann in meinen Augen die wahre Religion.
@rage:
hab mir schon fast gedacht, dass der vorherige text nur hingeschldert war. alter hitzkopp 
etwas mehr rechtschaffenen zorn hätte ich allerdings schon erwartet. wenn ein bregenklötriger bühnenkasper andere dümmlich beleidigt oder eine andere "leuchte" fragwürdige preise noch fragwürdigerrer verlagshäuser erhält, geht es hier ab.
wenn unseres gleichen - kulturfreunde, subkulturen, individualisten - dort gefoltert wird, fällt uns sonst so fb gestählten twittergurken auf einmal nix mehr ein?
vielleicht bin ich da ja zu sehr anwalt und erwarte zu viel gerechtigleitsempfinden von leuten allgemein. aber das glaube ich nicht. sonst könnte man dieses land doch gleich mit vergessen als einzige große spaßgesellschaft. are we really that boring?
@sordos: du lachst auch nur solange bis die teilnehmer von wacken mal spirituell gereinigt werden...wobei ich diesen gedanken eigentlich ganz lustig finde...fraglich allerdings ob es sich dabei dann um etwas spirituelles oder lediglich um reinigung handeln würde
vergesst mein posting einfach....es hat ja keinen sinn....seufz
@Anwalt: Mit wohlwollendem Lesen ist doch schon bei meinem ersten Post ersichtlich, wie sinnlos die Religionsdiskussion bezüglich Gewaltpotenzial ist. Selbst wenn ich sehr "wütend" bin, werde ich doch wohl kaum innerhalb von 7 Sätzen behaupten, Religion sei nicht die Ursache von Gewalt, und gleichzeitig dem Christentum Gewaltbereitschaft unterstellen 
@Anwalt: Mit wohlwollendem Lesen ist doch schon bei meinem ersten Post ersichtlich, wie sinnlos die Religionsdiskussion bezüglich Gewaltpotenzial ist. Selbst wenn ich sehr "wütend" bin, werde ich doch wohl kaum innerhalb von 7 Sätzen behaupten, Religion sei nicht die Ursache von Gewalt, und gleichzeitig dem Christentum Gewaltbereitschaft unterstellen 
EDIT: Ansonsten ist es natürlich traurig, daß die Nachricht auf so wenig Resonanz stößt. Aber das hier ist eine Seite für Unterhaltung. Die Menschen besuchen diese Seite nunmal nicht, um sich Gedanken über die Welt da draussen zu machen. Solche Diskussionen entstehen hier vielleicht mal nebenbei, sind aber nicht die Absicht eines Besuchs auf laut.de. Vermutlich hätte die Seite auch nur 200 Leser, wenn hier versucht werden würde, Moral, Politik und Gesellschaft zu beleuchten. Traurig, aber wahr: In unserer Generation interessieren sich die meisten eben nur für sich.
Nochmal zum Verständis: Ich bin gegen jede Form von Religion aber bei Islamkritik mit dem Argument kommen, das Christentum hätte viel mehr Opfer gebracht ist doch Schwachsinn. Was Cyclonos nämlich ausdrücken wollte ist, dass die Christen sich hierzulande und auch (fast) überall auf der Welt zivilisiert haben was man eben vom Islam nicht behaupten kann. Da kann man mir noch tausendmal erzählen, dass es eine Religion des Friedens ist wenn sie immernoch Ansichten aus dem Mittelalter pflegen gehört so eine Religion nicht in unsere heutige Gesellschaft.


Ist ja leider so dass die Werte der Aufklärung die in Europa mit viel Blut durchgesetzt werden mussten in den meisten islamischen Ländern absolut nichts zählen.
Toleranz und Individualität werden da gehasst und wer ein bisschen anders ist, kann von Glück reden wenn ihm nur die Haare abgeschnitten werden und nicht gleich der ganze Kopf.
Ist allerdings lustig dass dann immer so ein Allesrelativierer wie Ragism kommt und damit anfängt, dieses mit irgendwelchen Kriegstoten der westlichen Nationen gegenzurechnen um das dann der christlichen Religion zuzurechnen. Mir persöhnlich ist ja nicht bekannt dass z.b der Nationalsozialismus oder der Kommunismus eine spezielle Ausgeburt des Christentums waren. Das Christentum speziell hatte seine "Flegeljahre" vor Jahrhunderten.
Wobei ich nicht nur was gegen den Islam habe. Mich widern alle Religionen an und vor allem die Clowns die diese Bronzezeitmärchen glauben und das als Anlass nehmen Mord und Totschlag über die Welt zu bringen.
@Sancho: Wenn man erst anfängt zu meinen, das Christentum sei viel fortschrittlicher und friedlicher als der Islam, muss man sich den Tatsachen stellen, daß die meisten Kriege der Welt von christlichen Nationen geführt wurden und werden. Zitat von Stanislaw Lem: "Ist es Fortschritt, wenn Kannibalen mit Messer und Gabel essen?"
Noch einmal: Der Punkt ist, daß es absolut zwecklos ist, einer so riesigen Religion wie dem Islam oder dem Christentum pauschal Rückständigkeit, moralische Verkommenheit oder Gewalttätigkeit zu unterstellen.
@Anwalt: War ja nur ein möglicher Erklärungsansatz. Hier kommen die Menschen hin, um sich über Musik auszulassen. Da werden politische Nachrichten vielleicht eher ignoriert.
Trotz der "geringen" Beteiligung an solchen Diskussionen, sind sie es, die den Großteils des Charmes von Laut ausmachen. Der Rest entfällt auf Interviews, Künstlerbashing und seit neuestem die Meilensteinkategorie. Ansonsten hätte mich die Seite hier 0 interessiert.



Seht ihr das denn nicht? Es ist ein Zeichen! 64 Punks! Im nächsten MineCraft-Update werden wir Schlösser aus Menschenfleisch bauen können! Gesegnet sei Notch!
"Der Chef der Provinzpolizei, General Iskandar Hasan, widersprach dem: "Wir foltern niemanden, wir führen sie nur auf den richtigen moralischen Pfad zurück."
WTF? Haben die sie noch alle???
@Valle: Anwalt hats schon formuliert. Sich zu bemühen, einen menschlichen Diskurs zu führen, der nicht durch Angstkompensationen wie Hass und Vorurteile geprägt wird, ist doch eine wichtige Basis. Auf dieser können wir dann realitätsbezogener argumentieren, denken und handeln.
Ein gewisses Maß an Empörung ist natürlich auch wichtig. Wenn solche Dinge geschehen wie jetzt in Indonesien, gebieten es unsere Menschlichkeit und Verantwortungsgefühl, empört darüber zu sein. In diesem Gefühl ist man zuerst einmal hilflos. Leider drückt sich diese Hilflosigkeit bei den meisten spontan mit Verallgemeinerungen, Schuldzuweisungen und Ausgrenzung aus. Diese erleichtern einem dieses Gefühl.
Es ist also schon viel getan, wenn man versucht sich dafür zu engagieren, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. So erst können wir wirkliches Mitgefühl haben und eine Kultur schaffen, in der solche Angst- und Hassverbrechen nicht mehr möglich sind.
@Sancho: Tim Minchin ist in der Hinsicht auch brilliant.
Man sollte nur nicht vergessen, was für ein leichtes Opfer "Religion" an sich ist. Immerhin kümmert sie sich nicht ausschließlich um rational erklärbare oder physische Dinge. Der Mensch, der sich für modern und zivilisiert hält, verachtet alles, was er nicht durch populäre Wissenschaften erklären kann. Dabei mißachtet er gerne, daß die wirklichen Wissenschaftler gar nicht den Anspruch haben, alles zu ERKLÄREN. Sie können höchstens BESCHREIBEN.
Durch dieses Missverständnis ist der moderne Mensch leider absolut entzaubert und hält sich für eine Überlebensmaschine, deren einziger Zweck das Weiterreichen seiner Gene ist. Jeder Sinn, den er durch sein Bewusstsein in die Welt bringt, ist eine Illusion oder ein Abfallprodukt der Neuronenvernetzung. Diese Betrachtungsweise ist nicht nur in sich unlogisch und widersprüchlich, sie ist auch gefährlich. Denn so hat niemand mehr Verantwortung.
In der Religion wird die Wahrheit und Wissen eben nicht durch rationale Illusionen gesucht, sondern durch spirituelle Illusionen. Sie erschließen sich eben nicht durch Beschreibungen oder Analysen, sondern durch Kontemplation und Sinnsuche. Der Mensch besitzt hier einen teilweise freien Willen, durch den er Verantwortung erlangt, die ihn bemächtigt, Gedanken zu führen, die über seinen eigenen Tellerrand hinausgehen. So kann er sich moralisch als Teil der Welt sehen, nicht als ihr Bezwinger.
Natürlich bedeutet Religion für die meisten heute eben reine Irrationalität, Verblendung, Machtspiele und Täuschung. In der institutionalisierten Religion ist dies auch vorwiegend der Fall. Trotzdem täte man Religion Unrecht, wenn man sie darauf reduzierte. Die Metaphysik ist noch lange nicht erschlossen und wird es vermutlich niemals sein. Nur meine 5 Cent dazu.
das ist natürlich ein geiles posting, digger. chappeau.
ausserdem ist es hilfreich, wenn man sich nicht am bloßen wortlaut religion als synonym für aberglaube allzu bequem festhält.
es geht doch um philosophien, wenn man die metaphysische gottesebene ebene weglässt.
buddhismus ist da ein sehr schönes beispiel für weisheit.
ein blick zu den sufis zeigt,, dass der aufgeklärte teil des islam solchem oder den areligiösen prinzipien des humanismus wesentlich ähnlicher ist als man denkt.
natürlich ist es weit schwieriger, seinen tellerrand dahingehend zu erweitern, als immer nur in verhersehbaren stereotypen zu sprechen. aber d a s wusste ich früher auch nicht. manches braucht wahrscheinlich etwas zeit. vor allem bei männern. frauen sind da fixer im verbinden von ratio und emotio.
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