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"Raw Footage" setzt mit hörbaren 20 Jahren Erfahrung im Gepäck die Messlatte für die Konkurrenz ein deutliches Stückchen höher. Ice Cube zeigt, dass manche Künstler nicht nur altern, sondern eben auch reifen. Das neue Album des Comptoner Schwergewichts ist nicht nur in Soundfragen ganz weit vorne, sondern auch Beweis dafür, dass man sich zwischen dem szeneüblichen Bild des eiskalten Gangsters und anspruchsvollen Inhalten keinesfalls entscheiden muss.
Nichtsdestotrotz ist ein gut inszenierter Auftritt in diesem Business natürlich das A und O, weshalb sich Cube im endzeitigen Intro von einer düsteren Stimme als alles verbrennenden Rap-Vulkan vorstellen lässt. Chapeau dafür. Um dieser Ansage gerecht zu werden, eröffnet er die Platte dann auch gleich mit einer gepflegten Egoshow ("I Got My Locs On"), deren basslastiger Synthiebeat die nötige eindrucksvolle Atmosphäre schafft.
Auf "It Takes A Nation" geht die Selbstinszenierung als Ein-Mann-Armee nach gleicher Manier weiter. Der zum Titel passende Armee-Marsch-Rhythmus langweilt nach dem imposanten Vorgänger allerdings ein bisschen. Mit "Gangster Rap Made Me Do It" sind wir dann bereits beim absoluten Glanzstück des Albums angekommen.
Der leicht polemische, aber trotzdem todernste Mittelfinger an alle, die Rapmusik für Drogenmissbrauch, Frauenfeindlichkeit und Verbrechen verantwortlich machen, wird mit einem Flow vorgetragen, der klarer und eindringlicher kaum sein könnte. Dazu passend liefert Produzent Maestro einen genauso eingängigen, wenn auch schlichten düsteren Pianobeat ab und macht den Song damit zu Dynamit.
Obwohl der Westküsten-Veteran hier ganz klar die Position einnimmt, dass nicht Gangster-Rap für schlechte gesellschaftliche Zustände verantwortlich ist, sondern andersrum, spuckt er sein Feuer nicht nur in Richtung des weißen Amerika. "If u don't wanna shake that hood mentality, how the fuck are we supposed to change our reality?", fragt er im Hook des anschließenden "Hood Mentality", und entkräftet damit den Vorwurf, Gangster-Rap würde das Ghetto leben idealisieren.
Dazu passend folgt mit dem ruhigen "Why Me?" Ice Cubes persönliche Anti-Gewalt-Kampagne, die dank Streicher und Gastauftritt von Musiq-Soulchild entspannten Soul abliefert. Bevor er seine musikalische Erziehung auf "Get Money, Spend Money, No Money" fortsetzt, indem er die szenetypische Geldscheffel-Attitüde kritisiert, wird dann doch noch mal representet.
"Do Ya Thang" ist professionelle Selbstbeweihräucherung vom Feinsten. Minimalistische Coolness auf einem typischen Westküstenbeat, der automatisch Köpfe nicken lässt. Getoppt wird das nur noch von dem boxensprengenden Orchester-Instrumental auf dem folgenden "Thank God". Die Westcoast-Hymne "Get Use To It", auf der Cubes West-Side-Connection WC sowie The Game gastieren, wirkt dagegen - mal abgesehen von der Hook - eher harmlos.
Den würdigen Abschluss erhält "Raw Footage" einerseits durch das äußerst entspannte, trotzdem bouncende "Take Me Away", andererseits durch das vorhergehende "Stand Tall", für das einmal mehr Curtis Mayfields "Diamond In The Back" verbraten wurde. Für solche Klassiker gilt zwar fast immer die Devise "Oft kopiert, nie erreicht". Trotzdem hat DJ Crazytoones das Sample zu einem mehr als hörbaren Song verbastelt.
"Raw Footage" überzeugt mit einem seltenen musikalischen Abwechslungsreichtum, der das Album langfristig zum Genuss macht. Ob ruhige Soultunes oder dröhnende Bässe, Ice Cube scheint sich auf jedem Instrumental zurechtzufinden, ohne dabei zu klingen, als wolle er eine möglichst breite Klientel abdecken.
Raptechnisch hält der Westküsten-Veteran Niveau wie Geschwindigkeit. Dabei verzichtet er auf Effekthaschereien. Manch einer wird vielleicht schnelle Doubletime-Passagen oder endlose Reimketten vermissen, aber in diesem Fall ist weniger tatsächlich mehr. Das hier ist schon immer Ice Cubes Stil gewesen und geht deshalb um so angenehmer ins Ohr. Und auch wenn man als Kritiker mit Superlativen vorsichtig sein sollte: Album des Jahres.
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5 Punkte!?
Heißt ja, das Album wäre ein Meilenstein. Bei dem, was ich bisher gehört habe, find ich das aber nicht. Bisher würd ich dem Album eher 3 Pkt geben.
ach alles kostverächter. 5 punkte absolut angemessen.
ice cube hat mit "raw footage" ein absolut rundes album abgeliefert. so muss sich westcoast musik anno 2008 anhören.
meiner meinung schlägt es sogar game´s "LAX".
finde das album gut... so 3/4-punkte-gut.
sind mir aber insgesamt zu wenig höhepunkte und zu viele phrasen. was er z.b. in "thank god" sagt, ist bullshit - genau wie der letzte absatz der review.
doubletime und reime sind für mich keine effekthascherei, sondern einfach rapskills. und ice cube verzichtet nicht darauf, damit es sich besser anhört, sondern weil er einfach noch nie darüber verfügt hat. ich will nicht sagen, dass er schlecht rappt... passable betonung und gute artikulierung. aber da wurde mir zu viel umgedreht.
also, "album des jahres" kann ich nicht nachvollziehen. ich hatte vor kurzem erwähnt, dass die platte überraschend gut ist, aber 5P. sind für meine begriffe zu viel.
zeitgemäße beats und ein rapper in guter form. herausragend ist das nicht unbedingt. auf die lyrics habe ich jetzt weniger geachtet, aber - der review nach - sollen die ja ganz gut sein.
wäre für 3,5/5 ~ 4/5
joa die anderen reviews vom herrn müller waren sehr viel mäßiger 
mit der hier bin ich einverstanden, außer der 5er wertung. 4 reicht.
i got my locs on ist schon ein brett und sprüht nur so von swagger, hätte aber auch genauso auf ein jeezy album gepasst, man muss also den southern sound abkönnen ums zu mögen, ich finds wie gesagt sehr stark.
das wichtigste an diesem album ist aber halt auch, dass ice cube obwohl er auf millionen sitzt glaubwürdig rüberbringt dass er immer noch "hunger" hat, ehrliche überdrüssigkeit mit politik und gesellschaft und die ohren bei der straße bleiben.
da reichen allein tracks 4 bis 7 um sich davon zu überzeugen.
ein track wie "jack n the box" steckt dazu immer noch alle zeitgenössischen prahl-tracks in die hose, auch dank maestro-beat(glaube ich)
4/5
Finde das Album elends langweilig...Standard-"Ich bin der Beste"-Sprüche + ein paar Tracks, die "deep" sein sollen, wo aber schon nach einem Satz alles Wichtige gesagt ist. Und dazu noch dieser ewig gleiche Flow. Geht mir garnich rein.
Eine etwas weniger lobhudelnde Review findet man [url=http://www.worldofhiphop.de/musik/hiphoprap/rezensionen/article/review-raw-footage-von-ice-cube/1.html]hier.
Habe mit dem Layout "leider" (verstehe da überhaupt nichts von) nichts zu tun, deswegen kann ich dir deine Frage nicht zufriedenstellend beantworten, habe das aber schonmal von jemandem gehört. Betrifft wohl hauptsächlich die Kopfzeile...obwohl dort die Ähnlichkeit zugegebenermaßen erschreckend ist.
Danke für's Feedback!
Hi zusammen,
ich habe mir das Album gestern geholt, und mir ist nun klar, warum einige hier mit dem Flow von Cube nix anfangen können - nicht schlimm, MUSS aber so sein.
Der Grund: Das ganze Album ist dermassen extrem Old-Schoolig, dass man als junger Mensch - ich denke da so an die Leute von 15 bis 25 - zuhört und denkt: "HAÄ?". Das ist eben was ganz anderes als das nur stellenweise genießbare Massenproduktions-ichtumalsoalshättichwasdrauf-Hip-Hop-Rap-Genudel, was heutzutage im Studio schnell zusammengeklöppelt und dann zum schnellen Konsum bzw. zum Fraß vorgeworfen wird. Dass das keinen Gehalt und keinen Tiefgang hat, versteht sich von selbst (verkauft sich aber trotzdem – bäh).
Ich bin Jahrgang 68 und damit genau ein Jahr älter als Ice cube. Da mich Rap schon fasziniert hat, seit ich ca. 13 oder 14 war (kurz rechnen: das war dann Anfang der 80er…), bin ich mit Künstlern wie Ice Cube (seit 86) aufgewachsen. Nun bin ich schlappe 40 und finde (Achtung: ) GUT gemachten Rap/Hip Hop immer noch geil. Und beim Hören seiner Scheibe zauberte sich von den ersten Takten bis zum Schluss sofort ein Grinsen auf mein Gesicht. Warum? Weil er den Motherfuckern, die meinen, mit null Erfahrung und null Können mal schnell eben berühmt zu werden und Kohle scheffeln zu müssen, locker und lässig den ausgestreckten Mittelfinger entgegenstreckt und genau zeigt, wie man es richtig macht. Das ganze klingt – eigentlich unfassbar – gleichermaßen so oldschoolig, dass die Platte auch schon 20 Jahre alt sein könnte, und so stylish und neu, dass man merkt – der Alte hat´s einfach gnadenlos drauf.
Sehr geiles Werk, für mich die beste Rap/Hip Hop-Scheibe seit Jahren; ob es überhaupt die beste Platte des Jahres ist, würde ich aber ebenso bezweifeln.

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